Stormarn
Badminton

Trittau verdirbt die Bonner Karnevals-Laune

Kilasu Ostermeyer feierte gemeinsam mit Iris Tabeling bereits ihren zehnten Sieg im Damendoppel

Kilasu Ostermeyer feierte gemeinsam mit Iris Tabeling bereits ihren zehnten Sieg im Damendoppel

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Badmintonteam bezwingt in Bundesliga den direkten Konkurrenten mit 5:2 und darf nun für die Play-offs von einem Heimspiel träumen.

Bonn.  Die Wäscherprinzessin Luisa I. gab sich die Ehre, ein Spielmannszug sorgte für die Musik, das Publikum war bester Laune. Der 1. BC Beuel aus Bonn gab seinem Heimspiel in der Badminton-Bundesliga gegen den TSV Trittau einen feierlichen Karnevals-Rahmen. Was in Nordrhein-Westfalen wichtiger Bestandteil der Lebenskultur ist, wird in Schleswig-Holstein weitgehend eher skeptisch beäugt – und so verdarben die Stormarner professionell rücksichtslos die Bonner Karnevals-Laune. Mit 5:2 feierten die Gäste einen überraschend deutlichen Auswärtssieg und distanzierten damit einen direkten Konkurrenten um die Play-off-Ränge.

Sabina Persson hatte des langwierige Prozedere – nach dem von einer Light-Show begleiteten Einlauf der Heim-Mannschaft wurden auch noch mehrere Spieler für Erfolge bei Deutschen und Schottischen Meisterschaften geehrt – nicht besonders gefallen, weil die Trittauer Spieler dadurch lange am Rand warten mussten. So sprach auch ein wenig Genugtuung aus der Badminton-Abteilungsleiterin des TSV, als sie den schnellen Stimmungs-Abfall in der Halle Revue passieren ließ. „Nach dem 2:0 war es ja schon mucksmäuschenstill und nach dem 4:0 ist sogar jemand nach Hause gegangen“, sagte sie.

Schon nach fünf Matches war klar, dass die Gäste mit der Maximalausbeute von drei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten und die Bonner komplett leer ausgehen würden. Der souveräne Dreisatzerfolg durch Nikolaj Persson und Ary Trisnanto im ersten Herrendoppel war wohl die größte Überraschung. Auch die Erfolge von Priskila Siahaya gegen die Deutsche Meisterin Luise Heim und von Patrick Kämnitz in seinem ersten Duell gegen Max Weißkirchen überhaupt waren nicht fest eingeplant gewesen. Bemerkenswert zudem, wie sich Jonathan Persson und Milosz Bochat in ihrem Doppel nach zwei deutlich verlorenen Sätzen im entscheidenden Durchgang wieder berappelten.

Die Gastgeber hatten allerdings auch mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Heim, Weißkirchen und der zweifache Deutsche Meister Raphael Beck mussten lädiert antreten. Der indische Nationalspieler Akshay Dewalkar war gar nicht erst angereist.

Hatte Sabina Persson bislang noch stets auf Rang sechs geschaut, also den letzten Tabellenrang, der für die Play-offs reicht, gab sie nach dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten die Zurückhaltung auf. „Das Ziel muss jetzt der vierte Platz sein“, sagte sie. Das würde ein Heimspiel im Viertelfinale gegen einen schlagbaren Gegner bedeuten – und zusätzliche Zuschauer-Einnahmen. Der BC Beuel ist als Tabellenfünfter aktuell immer noch Trittaus erster Verfolger, laut eigener Aussage aber kein Anwärter mehr. „Platz vier ist Geschichte“, wird Teammanager Maximilian Schneider auf der Vereins-Homepage zitiert.

Demnach blieben Union Lüdinghausen und der BV Mülheim die Mitbewerber. Beide treffen am kommenden Dienstag aufeinander. „Das werden wir dann am Liveticker verfolgen“, sagte Persson. Wegen des Rückzugs des FC Langenfeld hat der TSV an diesem Spieltag frei.

Die Ausgangslage in der Bundesliga ist komfortabel, die Situation im Unterbau luxuriös: Die zweite Mannschaft machte am vorletzten Doppelspieltag der Zweiten Bundesliga Nord den Klassenerhalt, an dem es zu keinem Zeitpunkt der Saison einen Zweifel gegeben hatte, auch rechnerisch perfekt. Obwohl die Stormarner extrem ersatzgeschwächt ohne einen gelernten Einzelspieler antraten – unter anderem bedingt durch den Kreuzbandriss von Niclas Lohau – reichte es gegen den STC BW Solingen zu einem 4:3-Erfolg. Gegen den zweitplatzierten TV Emsdetten folgte für den Tabellenfünften dann eine erwartete 1:6-Niederlage. Und selbst die dritte Vertretung des TSV bietet längst ernsthaften Leistungssport. Mitte März stehen die Aufstiegsspiele zur viertklassigen Oberliga an. Ein Erfolg wäre ein wichtiger Schritt, um die jüngsten Talente besser an die Bundesliga-Teams heranzuführen.

1. BC Beuel – TSV Trittau, Herrendoppel 1: Beck/Weißkirchen – N. Persson/Trisnanto 7:11, 8:11, 10:12; Damendoppel: Michels/Pohl – Ostermeyer/Tabeling 11:7, 9:11, 8:11, 3:11; Herrendoppel 2: MacHugh/Meijs – Bochat/J. Persson 6:11, 14:15, 11:5, 11:5, 6:11; Herreneinzel 1: Meijs – Trisnanto 7:11, 11:2, 11:4, 11:4; Dameneinzel: Heim – Siahaya 11:9, 3:11, 12:10, 9:11, 3:11; Mixed: MacHugh/Michels – N. Persson/Tabeling 11:7, 8:11, 10:12, 11:5, 11:5; Herreneinzel 2: Weißkirchen – Kämnitz 7:11, 8:11, 11:8, 8:11.