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TSV Trittau ist so stark wie nie

Badmintonclub feiert erstmals drei Bundesliga-Siege in Folge. Doch das Restprogramm hat es in sich

Trittau. Nach dem Doppelsieg am Doppelspieltag veröffentlichte der TSV Trittau eine Reihe an Statistiken: Via Facebook betonte die Badminton-Abteilung eine Premiere (drei Siege hintereinander in der Bundesliga) und zwei Rekorde (fünf Heimsiege, insgesamt sieben Saisonsiege). Die Zahlen untermauern endgültig das, was sich seit Beginn der möglicherweise historischen Spielzeit viele ausgerechnet hatten: Trittau ist so stark wie nie.

Ausrechnen – das ist auch ein Stichwort für die anstehenden Wochen. Denn so gut die Stormarner mit 19 Punkten und als Tabellenvierter auch dastehen – noch ist das Saisonziel, der erstmalige Einzug in die Play-offs, lange nicht erreicht. Der Vorsprung auf die drei punktgleichen Verfolger beträgt nur vier Zähler und das Restprogramm hat es in sich. In den letzten sechs Spielen muss Trittau noch gegen die Top drei sowie auswärts bei zwei direkten Konkurrenten ran. Nur für die Partie gegen Schlusslicht FC Langenfeld kann ein Sieg fest eingeplant werden. „Wir müssen aufpassen“, mahnte Abteilungsleiterin Sabina Persson nach dem 5:2 gegen den TSV Freystadt, dem ein 6;1 gegen den TSV Neuhausen-Nymphenburg vorausgegangen war.

Die Ausgeglichenheit der Liga birgt für die Stormarner zugleich Gefahren und Chancen. Der Sturz auf Rang sieben, der nicht mehr für die Play-offs reicht, droht permanent. Andererseits ist nun auch ein noch größerer Coup denkbar, als nur irgendwie in die Endrunde zu rutschen: Der Tabellenvierte hätte im Viertelfinale gegen die auf Rang fünf liegende Mannschaft Heimrecht. Der Einzug in das Final Four wäre zum Greifen nah.

„Ich persönlich habe mir Platz vier als Ziel gesetzt“, sagte deshalb auch Jonathan Persson, der mit starken Leistungen im zweiten Herrendoppel an der Seite von Milosz Bochat in beiden Heimspielen zu den deutlichen Siegen beitrug. Gegenüber seinen Auftritten vor ein, zwei Jahren ist der jüngere der beiden in der Bundesliga-Mannschaft aktiven Persson-Brüder kaum wiederzuerkennen – was nicht auf seinen neuen Look mit blondierten Haaren zurückzuführen ist. Wirkte er in der Vergangenheit oft gehemmt und verunsichert, ist er in dieser Saison regelrecht aufgeblüht. Er hechtet, schmettert, jubelt und reißt dabei das Publikum mit. 100 beziehungsweise 130 Zuschauer kamen am Doppelspieltag in das Trittauer Gymnasium. Darunter auch Landrat Henning Görtz (gegen Neuhausen-Nymphenburg) und der CDU-Landtags-Abgeordnete Tobias Koch (gegen Freystadt).

Als ausschlaggebend für seine Wandlung sieht Jonathan Persson seine Südamerika-Reise im vergangenen Jahr, wo er internationale Turniere spielte und völlig andere Lebenbedingungen kennenlernte, etwa in Surinam. „Das hat mich zu einem erwachseneren Spieler und Menschen gemacht“, sagte der 22-Jährige, der inzwischen im dänischen Aalborg Internationale Filmkommunikation studiert.

Das anspruchsvolle Restdrittel der Saison beginnt für Trittau am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim amtierenden Meister BC Saarbrücken-Bischmisheim. „Das ist natürlich ein harter Brocken. Sie stellen vermutlich ihre stärkste Mannschaft auf“, sagte Sabina Persson. „Ich habe aber Vertrauen in unsere Mannschaft. Wir können auch dort punkten.“ Gegenüber den zurückliegenden Partien wird Patrick Kämnitz ins Aufgebot rücken.

TSV Trittau – TSV Neuhausen-Nymphenburg, Herrendoppel 1: Trisnanto/N. Persson – Krasimir/Szydlowski 11:8, 11:7, 9:11, 11:3; Damendoppel: Ostermeyer/Tabeling – Stankovic/Voytsekh 14:12, 11:6, 12:10; Herrendoppel 2: Bochat/J. Persson – Heumann/Wadenka 11:5, 11:7, 14:12; Herreneinzel 1: Westerbäk – Wadenka 11:9, 11:7, 11:8; Dameneinzel: Siahaya – Voytsekh 9:11, 9:11, 11:7, 7:11; Mixed: Bochat/Tabeling – Heumann/Stankovic 11:4, 15:13, 11:3; Herreneinzel 2: N. Persson – Krasimir 11:9, 9:11, 15:13, 12:10.
TSV Trittau – TSV Freystadt, Herrendoppel 1: Trisnanto/N. Persson – Pistorius/Pietryja 10:12, 11:8, 8:11, 11:4, 9:11; Damendoppel: Ostermeyer/Tabeling – Vainio/Spies 11:2, 11:4, 11:0; Herrendoppel 2: J. Persson/Bochat – Gerberich/Waffler 11:6, 11:8, 11:9; Herreneinzel 1: Westerbäk – Tai 6:11, 8:11, 6:11; Dameneinzel: Siahaya – Vainio 11:9, 11:7, 11:7; Mixed: Bochat/Tabeling – Pietryja/Spies 12:10, 11:7, 11:6; Herreneinzel 2: Trisnanto – Gerberich 11:5, 15:13, 11:9.