Stormarn
Ahrensburg

Stormarner Duell um Meisterschaft

In der Kreisliga kämpfen die Fußballer aus Ahrensburg und Hoisbüttel um den Titel. Ärger in Oststeinbek

Ahrensburg. Manchmal reichen einer Fußballmannschaft 45 Minuten, um eine ganze Saison entscheidend zu beeinflussen. Als die Fußballer des Ahrensburger TSV Anfang Oktober den Hoisbütteler SV zum Stormarnderby in der Hamburger Kreisliga 6 empfingen, waren sie noch auf der Suche nach der Form, mit der der Aufstieg gelingen sollte. Dann aber stand schon zur Halbzeit das 4:1-Endergebnis fest – und die Ahrensburger gewannen bis zur Winterpause jedes Spiel. In der Tabelle belegt das Team aus der Schlossstadt Rang eins und wird sich im kommenden Jahr ein Duell mit dem Kreiskonkurrenten liefern. Hoisbüttel ist mit zwei Zählern Rückstand Zweiter.

„Das 4:1 war ein Knackpunkt, weil es der Mannschaft gezeigt hat, dass sie auch einen so starken Gegner dominieren kann“, sagt Matthias Nagel, der vor der Saison den Posten des Obmanns mit dem Traineramt tauschte und ambitionierte Ziele ausrief: Bis 2020 will der Club in der Landesliga, also zwei Klassen höher spielen. Ein Muss sei das nicht, relativiert Nagel nun trotz des erfolgreichen Verlaufes, aber der baldige Aufstieg in die Bezirksliga sei unumgänglich, um talentierten Spielern eine Perspektive bieten zu können. „Diesen Druck machen wir uns auch selbst“, so Nagel. Damit der Aufstieg schon am Ende dieser Saison gelingt, sei ein guter Start in die im März beginnende Restsaison wichtig, denn der Tabellenzweite lauert im Windschatten und ist im April Gastgeber im Rückspiel.

Beim Hoisbütteler SV gibt man sich betont gelassen. Pressewart Jost Gerken sagt: „Unser Saisonziel ist ein Platz unter den Top fünf. Einem Aufstieg wären wir natürlich nicht abgeneigt, aber erst mal gilt es, uns zu festigen.“ Ärgerlich sei der Saisonstart gewesen, als die Ammersbeker von Chefcoach Rainer Pomerenke und Co-Trainer Gerrit Krüger trotz guter Leistungen gegen Meiendorf (2:2) und Farmsen (3:3) nur zwei Unentschieden holten. „Das sind Punkte, die jetzt fehlen“, so Gerken.

Zufriedenheit überwiegt auch beim dritten Stormarner Club der Staffel. Der Aufsteiger VSG Stapelfeld überwintert mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsregion, obwohl das Team von Trainer Sebastian Degenhardt heimatlos war. Wegen der Umwandlung der eigenen Anlage in einen Kunstrasenplatz spielte der letztjährige Kreisklasse-Meister in Brunsbek und gewann dort immerhin jedes zweite Spiel. Im kommenden Jahr treten die Stormarner wieder auf dem eigenen Platz an.

Auch in der Kreisliga 3 sind drei Stormarner Clubs dabei. Der Oststeinbeker SV holte zu Saisonbeginn einige höherklassig erfahrene Spieler wie Mike Meyer (vorher SV Eichede) und Danny Qasem (Barsbütteler SV) sowie mit Simon Gottschling einen ambitionierten Trainer. Als Tabellenachter winkt dem Club zwar erstmals seit dem Zwangsabstieg aus der Oberliga 2014 ein Jahr ohne Abstiegsängste, doch für die oberen Plätze wird es trotz der jüngsten Verpflichtungen von namhaften Spielern wie Murat Gümüstas (TuS Hamburg), Alexander Kaya (FC Elazig Spor) sowie Orhan Baskir, Faik Algan und Marcel Meyer (alle Hamm United FC) nicht reichen – und Ärger gibt es auch mal wieder am Meessen. Horst Mohrmann trat als Abteilungsleiter zurück. Grund waren die anhaltenden Differenzen mit Helmut Luther, dem Vorsitzenden des Gesamtvereins, mit dem sich schon in der Vergangenheit Verantwortliche der Fußballabteilung überworfen hatten. Im Mai sind Vorstandswahlen beim OSV. „Ob ich danach wieder einsteige, wird sich zeigen“, sagt Mohrmann, dessen Aufgaben bis auf Weiteres von Obmann Michael Baaß übernommen werden.

Für den Willinghusener SC geht es im letzten Nachholspiel des Jahres am kommenden Sonnabend beim FC Lauenburg darum, vor Weihnachten die Rote Laterne abzugeben. Mit einem Sieg könnte der Vorjahresvierte die enttäuschende Hinrunde immerhin mit dem großen Sprung auf Platz zwölf beenden. Dort rangiert derzeit noch der TSV Glinde II, der sich nach dem Abstieg aus der Bezirksliga im Sommer mit umgekrempeltem Kader und dem neuen Trainer Wolfgang Spethmann auch eine Klasse tiefer noch schwer tut.