Stormarn
Kampfsport

Kickboxer locken 1000 Fans nach Trittau

Thomas Türk (l.) und Lutz Burmester (r.) haben ihre Sportler gut auf die große Kampfgala vorbereitet

Thomas Türk (l.) und Lutz Burmester (r.) haben ihre Sportler gut auf die große Kampfgala vorbereitet

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Am Sonnabend wird in der Sporthalle an der Großenseer Straße um zwei Deutsche Meisterschaften und zwei Europameistertitel gekämpft.

Trittau.  Die Kampfsportler des X’ite-Fighting hatten in den letzten Trainingseinheiten vor der großen Kampfgala am morgigen Sonnabend, 10. Dezember, in Trittau nur ein Ziel vor Augen: den inneren Schweinehund noch einmal überwinden.

„Die Sparringsphase schließen wir in der Regel zehn Tage vor einem Wettkampf ab. Anschließend wird nur noch Kraft und Kondition gebolzt“, sagt Lutz Burmester von der Kampfschule aus Trittau. Der 53 Jahre alte Coach kennt das Geschäft aus dem Effeff. Deshalb beschränkt er sich darauf, seine Kämpfer am Ende der Vorbereitung mit einem knallharten Fitnessprogramm am Sandsack und bei Partnerübungen mit den Pratzen den letzten Schliff zu verleihen.

Burmester lächelt zufrieden. Seine Schützlinge sind bestens vorbereitet, wenn sie vor rund 1000 Zuschauern in den Ring steigen. „Manche bezeichnen mein Training als Oldschool“, sagt der ehemalige Europameister im Vollkontakt-Kickboxen. Er grinst, als er anfügt: „Damit habe ich kein Problem. Ich zeige jedem gern, wie er ohne moderne Hilfsmittel ganz schnell an die Grenzen seines Körpers stößt.“

Knapp 40 Kämpfe im Thaiboxen, im Boxen und nach den in den 1980er-Jahren entstandenen Regeln des K-1 (eine Kombination aus Techniken verschiedener Kampfsportarten) sind in der großen Sporthalle an der Großenseer Straße angesetzt. Zudem findet in Trittau erstmals eine Auseinandersetzung im Mixed Martial Arts, eine moderne Art des Vollkontakt-Wettkampfs, statt. Das Vorprogramm startet um 16.30 Uhr. Die Hauptkämpfe beginnen gegen 19 Uhr. Sportlicher Höhepunkt sind jeweils zwei Titelkämpfe um die Deutsche Meisterschaft sowie um den Europameistertitel.

Knapp 40 Kämpfe stehen auf dem Programm

Lokalmatador Marlon Bluhm trifft im EM-Titelkampf bis 66,7 Kilogramm nach den Regeln des K1 auf den Franzosen Illan Durrand. Rund 100 Verwandte, Freunde und Bekannte aus ganz Deutschland werden morgen Abend am Ring sitzen, um dem 26 Jahre alten amtierenden Deutsche Meister vom X’ite-Fighting die Daumen zu drücken. Bluhm verspricht seinen Anhängern einen spannenden Fight. „Verlieren ist für mich keine Option“, sagt der selbstständige Kaufmann. „Als kompletter Kämpfer kenne ich nur eine Richtung – und die geht nach vorn.“

In einem weiteren K1-Europameisterschaftskampf trifft Sargis Papikiyan vom Damato Gym Hamburg in der Gewichtsklasse bis 72,5 Kilogramm auf Alexandre Torrent, der ebenfalls aus Frankreich stammt.

Der Titelkampf zwischen Piotr Staczek vom X’ite Fighting und Eddy Ocran von Thai Attack Harburg um den deutschen Titel im K1 in der Gewichtsklasse bis 76,6 Kilogramm verspricht ebenfalls Spannung und Dramatik. „Beide Kämpfer sind technisch ebenbürtig“, sagt Burmester. „Ich erwarte über vier Runden einen knallharten Fight auf Augenhöhe.“ Der ehemalige Fußballprofi des Zweitligisten FC St. Pauli und der Coach kennen sich seit fünf Jahren. „Piotr hat viele Dinge, die andere sich hart erarbeiten müssen, einfach im Blut“, sagt der Trainer.

Staczek, der mit Ehefrau Kristy Oatley – mehrfache Olympiateilnehmerin für Australien im Dressurreiten – und den drei gemeinsamen Kindern in Großensee lebt, steht der Herausforderung gelassen gegenüber. „Neben Technik, Kraft und Ausdauer wird auch das Auge für die Situation den Ausschlag geben“, sagt der 38-Jährige, der in Hamburg als IT-Manager arbeitet. „Am Ende gehört aber auch etwas Glück dazu.“

Eintrittskarten kosten an der Abendkasse ab 15 Euro

Im zweiten Titelkampf um eine Deutsche Meisterschaft trifft Patrick Krause in einer Auseinandersetzung nach den Regeln des MMA auf Krzysztof Andrzejewski. Die Kämpfer dürfen Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Taekwondos, Muay Thais und Karates ebenso anwenden wie Bodenkampf- und Ringtechniken des Jiu-Jitsus, Sambos, Ringens und
Judos.

Krause, der die Kampfschule Renzo Gracie Hamburg betreibt, hat sich ein halbes Jahr auf den Kampf vorbereitet. „MMA hat etwas von Schach spielen an sich“, sagt der 42-Jährige. „Es geht darum, am Boden den Gegner mit einer Finte zu täuschen, um im Anschluss mit einer durchdachten Aktion zum Zug zu kommen .“

Für Thomas Türk ist die Organisation der Großveranstaltung fast schon zur Routine geworden. „Bei der vierten Auflage fallen einem gewisse Abläufe einfach leichter“, sagt der Vorsitzende des X’ite-Fighting. Vor der Sportstätte steht wieder ein Schwenkgrill, Getränke gibt es sowohl draußen als auch innerhalb der Halle.“ Eintrittskarten kosten ab 15 Euro und sind an der Abendkasse erhältlich.