Stormarn
FUSSBALL

Jörn Großkopf ist in Eichede gescheitert

Nach nicht einmal fünf Monaten iust für Jörn Großkopf (r.) und Helge Mau beim SV Eichede Schluss

Nach nicht einmal fünf Monaten iust für Jörn Großkopf (r.) und Helge Mau beim SV Eichede Schluss

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Fußball-Regionalligist SV Eichede hat das Trainergespann gefeuert. Die Suche nach dem Nachfolger läuft.

Steinburg.  Am Dienstagmittag lief Jörn Großkopf einmal um die Alster. „Es tat gut, ein bisschen durchzupusten. Ich werde mich jetzt erst mal ein paar Tage erholen“, sagte der Fußballlehrer, der nicht mehr der Fußballlehrer des SV Eichede ist. Einen Tag nach dem 0:5 bei Eintracht Norderstedt, das die enttäuschende Hinrunde in der Regionalliga Nord beschloss, hat der Verein den 50-Jährigen beurlaubt (das Abendblatt berichtete online).

Während Großkopf abrupt beschäftigungslos ist, hat die Arbeit für den Verein erst richtig begonnen. Nachfolger für den Chefcoach sowie die ebenfalls freigestellten Co-Trainer Helge Mau und Mirko Petersen müssen so bald wie möglich gefunden werden, auch wenn Präsident Olaf Gehrken betont, „ohne Druck“ handeln zu wollen, obwohl bis zur Winterpause noch drei Heimspiele anstehen. Allerspätestens zum Start der Wintervorbereitung muss der Posten aber neu besetzt sein. Bis dahin ist Martin Steinbek (46), Coach der C-Junioren, gemeinsam mit seinem Co-Trainer Leif Löding (34) interimsmäßig für den Tabellenletzten verantwortlich.

Gehrken will in dieser Woche Gespräche mit mehreren Trainern führen. Der perfekte Kandidat wäre ein ausgebildeter Fußballlehrer, der Erfahrung im Abstiegskampf und daher die Hoffnung mitbringt, das Team doch noch zum Klassenerhalt zu führen – der aber auch bereit wäre, im Falle des Abstiegs den Neuaufbau in der Schleswig-Holstein-Liga zu gestalten.

Da es schwierig werden dürfte, einen solchen Kandidaten zu gewinnen, schließt Gehrken nicht aus, einen Coach für zunächst nur ein halbes Jahr zu verpflichten. Es gehe primär darum, einen Trainer zu finden, der eine schlagkräftige Mannschaft in der Regionalliga auf das Feld schicken könne. „Wir beschäftigen uns mit den aktuellen Aufgaben, also mit der Regionalliga und dem Landespokalwettbewerb.“

Angesichts der zehn Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz den Klassenerhalt als Ziel auszurufen, wäre vermessen. Der Verein will sich in erster Linie anders präsentiert sehen als zuletzt. Gehrken: „Von Anfang an ging es mir nicht um den Klassenerhalt, sondern darum, dass wir eine gute Rolle spielen. Selbst gegen eine verunsicherte Mannschaft aus Norderstedt waren wir nicht in der Lage, 70, 80 Minuten ein regionalligatauglicher Gegner zu sein. Ich glaube schon, dass das Potenzial so groß ist, ein ernsthafterer Gegner zu sein, als zuletzt.“

Die Art und Weise der Niederlagen dürfte dann auch der Hauptgrund für die erste Trainer-Entlassung bei einer Eicheder Ligamannschaft seit 2008 (Andre Laß) gewesen sein. Was Großkopf auch versuchte, es blieb ohne nachhaltigen Effekt. Die Stürmer wurden immer harmloser, die Mittelfeld-Akteure immer planloser, die Verteidiger und Torhüter immer fehleranfälliger. Zuletzt verpuffte die Umstellung auf ein 3-5-2-System wirkungslos. So sprach Gehrken von einem „ausgeschöpften Maßnahmenkatalog“.

Jeweils dreimal verloren die Stormarner mit 0:4 und 0:5. Auftritte wie die gegen Weiche Flensburg oder Drochtersen/Assel waren schlicht peinlich. Zum Vergleich: In Eichedes erster Regionalliga-Saison 2013/2014 stand am Ende zwar auch der Abstieg, in der gesamten Spielzeit kassierte das Team des damaligen Trainers Oliver Zapel aber nur drei Niederlagen mit mehr als drei Toren Differenz. Wie damals gilt es, sich im Falle des Abstiegs wenigstens erhobenen Hauptes aus der Viertklassigkeit zu verabschieden.

Und Großkopf? Enttäuscht sei er, „auch ein bisschen niedergeschlagen“. Dass die Qualität der Mannschaft seiner Meinung nach nicht ausreiche, hatte er schon vor Wochen geäußert. Die Trennung sei aber „sehr fair und anständig“ verlaufen. Das Ende der Zusammenarbeit besiegelten Vereinspräsident und Ex-Trainer ganz friedlich – in der Gaststätte im Ernst-Wagener-Stadion tranken sie zwei letzte gemeinsame Gläser Bier miteinander.