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Ahrensburg

WSV Tangstedt erreicht Endspiel im Kreispokal

Kreisligafußballer gewinnen 4:1 gegen den SSC Hagen

Ahrensburg. Wenn der Kreispokal-Seriensieger SV Eichede in den vergangenen Jahren doch mal Platz machte, war immer derselbe Club zur Stelle: der SSC Hagen Ahrensburg. In dieser Saison ist damit Schluss. Im Halbfinale unterlag der Pokalsieger von 2012 und 2014 bei den Fußballern des WSV Tangstedt mit 1:4 (1:2). Im Finale treffen die Tangstedter, die das erste und bislang letzte Mal 1989 triumphierten, auf den Sieger der zweiten Partie zwischen dem Bargfelder SV und SV Preußen Reinfeld.

Ein Kreisligaclub wirft den Verbandsligisten raus – da wurde wie bei solchen Konstellationen üblich reflexartig von einer Pokalüberraschung gesprochen. Dabei war der Erfolg des klassentieferen Clubs nichts anderes als ein Favoritensieg. Während die Tangstedter in der Kreisliga einsam an der Tabellenspitze stehen und mit ihren Oberliga-erfahrenen Spielern wohl selbst eine Klasse höher zu den Topclubs zählen würden, steckt der SSC Hagen seit Wochen in einem Tief. In der Verbandsliga verlor das Team von Trainer Michael Schmal die letzten fünf Spiele. In der Defensive erlauben sich die Schlossstädter zu viele Fehler, bei Ballbesitz fehlt die Leichtigkeit der ersten Saisonwochen.

Trainingsbedingungen Grund für Ahrensburger Talfahrt

Einer der Hauptgründe für die Talfahrt sind die Probleme mit dem Kunstrasenplatz. Nachdem die Untergrund-Erneuerung nach Monaten endlich abgeschlossen war, wurden im Granulat krebserregende Stoffe festgestellt (das Abendblatt berichtete). Der Platz bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Ahrensburger müssen somit weiterhin auf dem Grandplatz, dem unebenen Naturrasenplatz, oder auf Halbfeld auf dem Stormarnplatz an der Klaus-Groth-Straße trainieren. Schmal: „Wenn man ab September nur unter katastrophalen Bedingungen trainieren kann, wirkt sich das eben auf die Leistungen aus. Das habe ich der Spartenleitung auch mitgeteilt. Der Vorstand steht hinter uns, die junge Mannschaft braucht Zeit.“

Zweites Halbfinale ist stark gefährdet

In Tangstedt kassierten die Ahrensburger Gegentreffer, „die wir vor ein paar Wochen nicht bekommen hätten“, so Schmal. John Gyimah (17. Minute) und Lukasz Sosnowski mit einem herrlichen Freistoßtreffer (19.) brachten den WSV in Führung. Nach dem Anschlusstreffer durch Jan Niklas Danger (44.) vergaben die Gäste zwei Großchancen zum Ausgleich. In der Schlussphase besiegelten Daniel Müggenburg (82.) und Pierre Paszek (85.) den verdienten Heimsieg.

Ob das zweite Halbfinale zwischen Kreisligaclub Bargfeld und Reinfeld wie geplant am heutigen Donnerstagabend stattfindet, ist noch fraglich. Bargfelds Trainer Ralf Bargmann sagte: „Tendenziell wird das Spiel ausfallen. Das ist unser einziger Trainingsplatz, den wollen wir uns nicht ruinieren. Und im nächsten Jahr bleibt ja noch genug Zeit, die Partie nachzuholen.“ Das Finale wird am 1. Mai ausgetragen.