Stormarn
Dressurreiten

Wie Emilia ihr Lampenfieber in den Griff bekam

 Die drei Dressur-Landesmeister (v. l.): Ragna Mann (RuFV Nutteln/Siegerin Junge Reiter), Wolfgang Schade (TRSG Holstenhalle Neumünster/Sieger Senioren), Emilia Jensen(PS Granderheide/Siegerin Junioren)

Die drei Dressur-Landesmeister (v. l.): Ragna Mann (RuFV Nutteln/Siegerin Junge Reiter), Wolfgang Schade (TRSG Holstenhalle Neumünster/Sieger Senioren), Emilia Jensen(PS Granderheide/Siegerin Junioren)

Foto: Anne Pamperin

15-Jährige aus Hoisdorf wird Junioren-Landesmeisterin in der Dressur. Springreiter Henry Delfs aus Eichede belegt Platz drei

Hoisdorf.  Feuchte Hände, zitternde Knie, Herzklopfen – viele kennen das, wenn ein öffentlicher Auftritt oder ein wichtiges Ereignis bevorsteht. Auch zahlreichen Sportlern macht vor Wettkämpfen das sogenannte „Lampenfieber“ zu schaffen. Emilia Jensen kann ein Lied davon singen. „Ich fühle mich dann immer wie ein Häuflein Elend“, erzählt die 15 Jahre alte Dressurreiterin aus Hoisdorf.

Bei den 68. Landesmeisterschaften in Bad Segeberg war es jetzt besonders schlimm. Nach zwei von drei Wertungspüfungen lag Emilia in Führung, ihr erster Titelgewinn bei den Junioren war zum Greifen nahe. Sie musste nur noch die abschließende Kür mit Musik ordentlich bewältigen. „Die bin ich aber vorher überhaupt erst einmal in einem Wettkampf geritten. Und da hatte das noch nicht so gut geklappt. Deshalb war ich extrem nervös.“

Emilia Jensen, die für den PS Granderheide startet, hat jedoch ihr Rituale, die gegen die Aufregung helfen: Ein letztes Gespräch mit Trainerin Brigitte Hahn, einige Tropfen Bachblütenmischung sowie Klopfer auf den über dem Brustbein liegenden Thymuspunkt - das beruhigt. Sobald sie mit Resümee, dem elf Jahre alten Wallach ihrer älteren Schwester Philippa (19), ins Dressurviereck einreitet, ist das Lampenfieber wie weggeblasen und Emilia völlig ruhig und konzentriert. „Sonst würde sich die Nervosität auf das Pferd übertragen, und dann würde gar nichts klappen“, sagt sie.

Doch in der Kür gelang fast alles. Die junge Hoisdorferin war sogar cool genug, einige Wege anders zu reiten als eigentlich geplant. „Von den Wertungsrichtern hat es keiner gemerkt. Das war ein spontaner Entschluss. Aber ich hatte während der Prüfung ein so gutes Gefühl. Und letztlich hat alles gut gepasst.“

Emilia und Resümee, die erst seit dieser Saison gemeinsam reiten, bekamen für ihre Kür 75,08 Punkte und waren damit eine Klasse für sich. Zum Vergleich: Die zweitplatzierte Vivien Koecher (RV Rehagen-Hamburg) und Reine Freude erhielten mehr als dreieinhalb Punkte weniger. In der Gesamtwertung lag die Hoisdorferin (211,94 Punkte) sogar noch deutlicher vorn. „Dass sie mit so großem Vorsprung gewinnt, ist schon eine Mega-Überraschung“, sagte die stolze Mutter Astrid Jensen. „Sie zählte ja zu den jüngsten Teilnehmerinnen. Als 15-Jährige darf sie noch zwei Jahre bei den Junioren starten.“

So weit denkt Emilia, für die es bislang der größte Erfolg war, aber noch nicht. „Jetzt hat sich Resümee erstmal einige Extra-Rationen Äpfel und Möhren sowie eine kleine Pause verdient“, sagt sie. „Das bedeutet nicht, dass er den ganzen Tag faul rumstehen darf, aber wir lassen es ruhig angehen.“ Der nächste größere Wettkampf des Erfolgsgespanns, die Jugend-Challenge in Verden, steht erst im November an.

Eve Deilmann-Walsh (PS Granderheide) mit Naine und Lennart Steindl (RFV Bargfeld-Stegen) mit DMJ Lagoni belegten die Plätze acht und zehn. Bei den Jungen Reitern (U25) wurde Raika-Marie Rosch (RV Ahrensburg-Ahrensfelde) mit Felicity Sechste. Friederike Hahn (RV Tangstedt) qualifizierte sich bei den Senioren mit Destino als Sechste für die Kür – dort blieb es für sie jedoch bei Platz sechs. Mit Frizzanto belegte die Tangstedterin zudem noch Rang sieben. Klaus Thormählen (PS Granderheide) wurde mit Capri im Endklassement Achter.

Bei den Springreitern sorgte der für den RSV Lübeck-Wulfsdorf startende Henry Delfs aus Eichede für das beste Ergebnis – er holte mit Consuela bei den Junioren Bronze. Linn Hamann (RV Ahrensburg-Ahrensfelde) kam mit Alison by Cartoflex auf Platz sechs.

Ergebnisse: duw-sh.de/landesturnier/2016/