Stormarn
Verbandsliga Süd-Ost

SV Preußen Reinfeld siegt, VfL Tremsbüttel ist in Not

Jan Radde (l., SV Preußen Reinfeld) bedrängt den ballführenden Julian Beeth vom SSV Pölitz. Die Reinfelder zeigten dank ihrer guten ersten Halbzeit – und einen treffsicheren Stürmers

Jan Radde (l., SV Preußen Reinfeld) bedrängt den ballführenden Julian Beeth vom SSV Pölitz. Die Reinfelder zeigten dank ihrer guten ersten Halbzeit – und einen treffsicheren Stürmers

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

SV Preußen gewinnt das Kreisduell in der Verbandsliga Süd-Ost beim SSV Pölitz 3:1. Bargteheide unterliegt knapp, SSC Hagen deutlich.

Pölitz.  Nur zwei der sieben Stormarner Fußballclubs in der Verbandsliga Süd-Ost durften am dritten Spieltag jubeln. Die anderen haben aber baldige Chance auf Wiedergutmachung: Schon Mittwoch steht der vierte Spieltag an.

Rönnau entscheidet Derby:
Am Ende sei der Derbysieg Glückssache gewesen, räumte Preußen Reinfels Trainer Ronny Tetzlaff nach dem 3:1 beim SSV Pölitz ein. „In der zweiten Halbzeit haben wir die Ordnung verloren, das ist mir immer noch unerklärlich.“ Die Gründe dafür, dass es dennoch reichte, waren die ordentliche erste Hälfte, nach der der SVP auch deutlicher hätte führen können – und Kristof Rönnau. Der Stürmer, der in der Sommerpause von Regionalligaclub FC Schönberg kam, erzielte alle drei Tore, hat nun in seinen ersten drei Spielen für die Stormarner schon fünfmal getroffen. „Er hat eine überdurchschnittliche Qualität für die Verbandsliga und wird unserem Spiel gut tun“, so Tetzlaff, der sogar das System für Rönnau angepasst hat.


Elmenhorsts 15 Minuten: Aufsteiger SC Elmenhorst verlor mit 1:4 beim Büchen-Siebeneichener SV auch das dritte Saisonspiel. „Es waren wieder die obligatorischen zehn bis 15 Minuten, in denen wir nicht konzentriert waren und dadurch die Gegentore kassiert haben“, sagte Trainer Heiko Henneking. Nach torloser erster Hälfte erzielte Büchens Phillip Tastekin binnen zehn Minuten einen Hattrick. Den Stormarnern droht gleich zu Beginn eine Negativserie, denn nun warten mit Eichede II, Reinfeld und Spitzenreiter FC Dornbreite weitere schwere Aufgaben. Henneking: „Es war ein gebrauchter Tag aber wir lassen uns nicht verrückt machen. Dass es für uns schwer wird, ist kein Geheimnis. Mit der ordentlichen Leistung aus den ersten beiden Spielen muss uns nicht Angst und Bange sein.“


Hagens Trainer selbstkritisch: Eine heftige Pleite kassierte der SSC Hagen Ahrensburg. Beim FC Dornbreite lagen die Schlossstädter schon nach einer halben Stunde 0:3 zurück, am Ende hieß es sogar 0:6. Chefcoach Michael Schmal suchte die Schuld auch bei sich: „Ich habe in der taktischen Ausrichtung auch Fehler gemacht. Wir waren im Zentrum durch Undiszipliniertheiten und Unwissen zu offen. Das nehme ich auf meine Kappe.“ Allerdings hatte es der SSC Hagen auch mit einem der Topfavoriten zu tun, zudem mussten mit Finn Rost und Timo Schoppa im Laufe der Partie beide Innenverteidiger wegen Kopfverletzungen raus. „Im Training werde ich die Fehler ansprechen und aufzeigen, wie man taktisch cleverer agiert“, so Schmal.


Bargteheide im Elfmeter-Pech: Beim TSV Bargteheide steht diese Woche dagegen Torschusstraining auf dem Plan. Beim 1:2 gegen den SSV Güster unterlag der Aufsteiger aufgrund mangelnder Effizienz. „Wir waren besser, hatten gefühlt 75 Prozent Ballbesitz, haben unsere Chancen aber nicht genutzt und auch zu wenig Möglichkeiten herausgespielt“, so Trainer Sebastian Ballhausen, der beim Anschauen des Videos eine weitere Ursache ausmachte: „Der Elfmeter, der zum 1:2 führte, war unberechtigt. Wenn es überhaupt ein Foul war, dann außerhalb des Strafraums.“


Eichede II siegt weiter: Neben den erwartet starken Lübecker Teams des FC Dornbreite und VfB II hat nur eine Mannschaft alle drei Partien gewonnen: der SV Eichede II. Nach zwei 4:2-Siegen triumphierten die Steinburger bei Eintracht Groß Grönau mit 2:1 und sprangen auf Tabellenplatz drei. Umjubelter Siegtorschütze war der erst 18-jährige Maurice Fiedler, der kurz nach seiner Einwechslung zum Endstand traf.


Keine Zugeständnisse mehr: Klare Worte wählte Trainer Flemming Nielsen nach dem ernüchternden 0:1 seines VfL Tremsbüttel bei RW Moisling: „Von unseren Spielern bekommt keiner Geld, deswegen kann ich nicht immer draufhauen. Aber die Zeit der Zugeständnisse ist vorbei, die Jungs müssen jetzt liefern.“ Grund für den Ärger ist die mangelnde Trainingsbeteiligung seit der Vorbereitung. Aus unterschiedlichen Gründen (Urlaub, Arbeit, Krankheit, Verletzung) standen Nielsen nie alle Spieler zur Verfügung. Die Folge: „Wir sind nicht eingespielt und viele haben Fitnessrückstand. Das ist auch während der Hinrunde nicht mehr aufzuholen“, so der Coach. Die Leistung in Moisling nannte er einen „Schlag ins Kontor.“ Nach dem frühen Gegentor fanden die Stormarner kaum einmal den Weg vor den Kasten. Die wenigen Chancen wurden kläglich vergeben. „Ich hätte gedacht, dass wir trotz der schwierigen Vorzeichen schon weiter sind. Wenn wir nicht noch 30 bis 40 Prozent drauflegen, sind wir ein Bewerber auf den Abstieg“, schlug Nielsen unüberhörbar Alarm. Es gibt aber auch positive Neuigkeiten: Die aus Syrien geflüchteten Brüder Ahmad und Mahmoud Karakash sind seit dem gestrigen Montag spielberechtigt und könnten schon am Mittwoch gegen Reinfeld zum Einsatz kommen. Zudem ist die Rot-Sperre von Lennard Ann abgelaufen.