Leichtathletik

VfL Oldesloe engagiert Sprung-Ass als Trainerin

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Henrik Bagdassarian
Katja Pobanz  vor dem Vereinsheim des VfL Oldesloe

Katja Pobanz vor dem Vereinsheim des VfL Oldesloe

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Die fünffache deutsche Dreisprung-Meisterin Katja Pobanz unterstützt die Leichtathletik-Abteilung. Sie ist Lehrerin am Masurenweg.

Bad Oldesloe.  Dass eine Autogrammkarte mit ihrem Konterfei nebst Original-Unterschrift Ende vergangenen Jahres im Internet für 3,99 Euro bei Ebay angeboten wurde, hat Katja Pobanz zum Schmunzeln gebracht. „Ich hätte niemals gedacht, dass es dafür noch einen Markt gibt“, sagt die
41 Jahre alte mehrfache deutsche Meisterin im Dreisprung. „Meine sportlichen Erfolge liegen doch schon einige Jahre zurück.“

Mit der Verpflichtung von Pobanz als Trainerin ist der Leichtathletik-Abteilung des VfL Oldesloe ein wahrer Coup gelungen. „Für uns alle ist Katja eine enorme Bereicherung – sportlich und menschlich“, sagt Willi Studt. Der 56-Jährige hat beim VfL innerhalb weniger Jahre eine kleine, leistungsorientierte Werfergruppe aufgebaut.

Doch nicht nur das: Die 16 Jahre alte Mehrkämpferin Sabrina Schröder, das sportliche Aushängeschild der Kreisstädter, hat Studt im vergangenen Jahr zum deutschen Jugendmeistertitel im Blockwettkampf geführt.

„Katja mit ihrer Fachkompetenz im Bereich Sprung bildet die ideale Ergänzung zu meiner Erfahrung im Wurfbereich. Als Leichtathletikcoach braucht man zudem jemanden, mit dem man seine Leidenschaft teilen kann“, sagt Studt.

Mit zwölf Jahren besuchte Pobanz ein Sportinternat

Der Sport hat das Leben von Pobanz geprägt. Im Alter von zwölf Jahren verließ sie das Elterhaus in Frankfurt (Oder), um in Berlin am Sportinternat des SC Dynamo Berlin ihrer großen Leidenschaft nachzugehen. „Als Kind fand ich die fremde Umgebung spannend, Heimweh war mir irgendwie fremd“, sagt sie, selbst Mutter zweier Töchter.

Mit der Wende im Jahr 1989 änderte sich für Pobanz vieles. „Von den rund 40 Trainern am Sportinternat waren nach einiger Zeit nur noch eine Handvoll übrig geblieben“, erzählt die 41-Jährige. „Allerdings war ich zu der Zeit häufiger verletzt und stand deshalb nicht unter Druck.“

1999 holte Pobanz für den SC Berlin den deutschen Meistertitel im Dreisprung sowohl in der Halle als auch im Freien. Das gleiche Kunststück gelang ihr sieben Jahre später für den LAC Dessau. 2003 war sie für denselben Verein in der Halle erfolgreich.

Dass der Dreisprung unter den Leichtathletik-Disziplinen eher ein Schattendasein fristet, hat Pobanz nicht gestört. „Schon immer bin ich für mein Leben gerne gesprungen,“ sagt die sympathische Leichtathletin. Mit einem Lächeln fügt sie hinzu: „Und beim Dreisprung hat man, wie es der Name schon verrät, eben öfter die Gelegenheit dazu.“

An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte Pobanz die Fächer Grundschulpädagogik und Sport auf Lehramt.

Ehemann Rico, der in Hamburg arbeitete, pendelte zwischen der Haupt- und der Hansestadt hin und her. Ein Zustand, der auf Dauer nicht tragbar war. Vergangenen Sommer zog die Familie nach Bad Oldesloe. „Ich hatte mich in Schleswig-Holstein auf ein Referendariat beworben“, sagt Pobanz, „und wie es der Zufall wollte, lernte ich bei einer Veranstaltung Matthias Welz, den Rektor der Schule am Masurenweg kennen.“

Mit Konsequenzen: Seit November unterrichtet Pobanz am Masurenweg die Fächer Mathematik, Kunst, Deutsch und Sport. Der Kreis schließt sich. Welz, selbst sportbegeistert, erinnerte sich an eine Anfrage von Studt, ob er nicht jemanden im Lehrerkollegium wüsste, der beim VfL für Entlastung sorgen könnte.

Studt: „Katja und ich haben bei der ersten Begegnung schnell festgestellt, dass wir beide auf einer Wellenlänge liegen.“ Pobanz ergänzt: „Beim Hürdenlauf , Weit- und Hochsprung werde ich mich mit meiner Erfahrung einbringen können. Ich freue mich auf die Herausforderung.“

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