Stormarn
Leichtathletik

Oldesloerin wird Speerwurf-Landesmeisterin

Sabrina Schröder (VfL Oldesloe) übertraf in Hamburg viermal die 40-Meter-Marke

Sabrina Schröder (VfL Oldesloe) übertraf in Hamburg viermal die 40-Meter-Marke

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Sabrina Schröder gewinnt bei den Titelkämpfen Hamburg. John Schlegl holt zwei Titel und wird im Stabhochsprung Zweiter.

Ahrensburg.  Sabrina Schröder lächelt zufrieden, als sie den Wurfbereich verlässt. Gerade eben hatte die 16-Jährige vom VfL Oldesloe den Speer mit dem ersten Versuch auf eine Weite von 43,92 Metern befördert. Sie ahnt: Mit dieser Leistung hat sie bei den in Hamburg ausgetragenen Leichtathletik-Landesmeisterschaften der Hansestadt und Schleswig-Holstein den U-18-Titel so gut wie sicher in der Tasche. „Zurzeit läuft es im Speerwurf einfach rund für mich“, sagt Sabrina, die das Ticket für die deutschen Jugendmeisterschaften bereits gelöst hat.

Coach Willi Studt ist voll des Lobes, als er sagt: „Sabrina hat in kurzer Zeit eine enorme Entwicklung vollzogen und bewegt sich im Speerwurf mittlerweile auf einem für ihr Alter hohen Niveau.“

Vier von fünf Würfen platzierte die 16-Jährige auf der Jahnkampfbahn jenseits der 40-Meter-Marke und sicherte sich die Goldmedaille – obwohl der Zeitplan sie gehörig unter Druck setzte. Denn parallel zum Speerwurf wurde auch der U-18-Weitsprung ausgetragen. „Ständig musste ich mich mental von einem Wettkampf auf den anderen einstellen“, sagt Sabrina, die immer wieder hin- und her pendelte. „Das ging natürlich auch zu Lasten meiner Konzentration.“ Dennoch hielt Sabrina der Doppelbelastung stand und sprang als Fünftplatzierte mit 5,22 Meter Saisonbestleistung. „Den Absprungbalken habe ich wieder einmal weit verfehlt und deshalb leider einige Zentimeter an Weite verschenkt“, sagt sie.

„Bei Sabrinas Anlauf funktionieren die letzten drei Schritte noch nicht“, analysiert Studt. „Daran werden wir im Training arbeiten müssen.“ Im Hochsprung – ihrer einstigen Paradedisziplin – meisterte Sabrina im zweiten Versuch die Höhe von 1,61 Metern und gewann Bronze. „Nach den vielen Sprüngen unterhalb der 1,60-Meter-Marke gibt mir dieser Sprung endlich wieder das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.“

Als Startgemeinschaft Lübeck I trat Sabrina mit ihren Vereinskolleginnen Marieke Vagt, Laura Westermann und Angelina Miller noch beim 4x100-Meter-Staffelrennen der Frauen an. Sie benötigten für die Distanz 54,30 Sekunden und wurden Vierte.

John Schlegl vom Ahrensburger TSV – derzeit neben Sabrina der zweite herausragende Leichtathlet im Kreis – gewann souverän den 100-Meter-Lauf (11,31 Sekunden) der Altersklasse U18. Die Norm (11,30 Sek.) für die nationalen Jugendmeisterschaften hat John schon vergangenes Wochenende in Lübeck erfüllt. „Im vergangenen Jahr lief John selten Zeiten um 11,30 Sekunden, nun sind sie die Regel“, sagt Bock erfreut. In Hamburg fehlte dem 15 Jahre alten Ahrensburger mit Dauerkonkurrent Aaron Köhler (Bramstedter Turnerschaft) allerdings ein gleichwertiger Gegner. „John ist entspannt sein Rennen gelaufen ohne die letzten zwei, drei Prozent herauszuholen“, sagt Bock.

Im Weitsprungwettbewerb gelang John mit seinem Sieges-Satz von 6,71 vor Bennet Vinken von der LG Reinbek-Ohe (6,30 Meter) zwar eine persönliche Bestleistung, die DM-Norm verpasste er aber um neun Zentimeter. Bock sagt dazu: „John kann die geforderte Weite springen, wenn er nicht zu oft beim Absprung einige Zentimeter verschenken würde.“

Im Stabhochsprung unterstrich der ATSV-Athlet seine Entschlossenheit als Mehrkämpfer. Zweimal war er an der Anfangshöhe von 3,35 Metern gescheitert, ehe er sie im dritten und letzten Versuch meisterte. Die übersprungene Höhe von 3,55 Metern reichte am Ende für den zweiten Platz. „Aufgrund der überschaubaren Trainingsintensität sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so Bock. Außerdem war John aufgrund des zeitgleich stattfindenden 100-Meter-Laufs erst bei 3,35 Meter in den Wettbewerb eingestiegen.“

Im Diskuswurf verbesserte John seinen eigenen Rekord auf 33,25 Meter und gewann die Bronzemedaille. Gleiches Edelmetall holte der junge Ahrensburger über 110 Meter Hürden, über die er sowohl im Vorlauf (15,20 Sek.) als auch im Finale (15,15 Sek.) eine neue Bestmarke aufstellte.

Als nächstes peilt John die Qualifikation für die deutschen U-18-Mehrkampfmeisterschaften an. Sollte er vom deutschen Leichtathletik-Verband noch nachnominiert werden, könnte dies John am kommenden Wochenende bei einem Qualifikations-Wettkampf in Kreuztal (Nordrhein-Westfalen) gelingen.

Bei den in Hamburg ausgetragenen Wettkämpfen erreichten noch zwei weitere Athletinnen aus Stormarn eine Podiumsplatzierung. Carina Hofmeister von der LG Reinbek-Ohe war in 25,13 Sekunden Zweitschnellste über 200 Meter bei den Frauen. Ebenfalls eine Silbermedaille sicherte sich Jennifer Fentroß vom VfL Oldesloe: Im Hammerwurf-Wettbewerb der Frauen beförderte sie das Sportgerät auf eine Weite von 39,91 Metern.