Stormarn
Fußball

Eichede erobert die Tabellenspitze zurück

Arnold Lechler (r., SV Eichede) wird von Philipp Lorenzen (VfR Neumünster) attackiert. Der Stürmer erzielte beide Tore und war der Matchwinner

Arnold Lechler (r., SV Eichede) wird von Philipp Lorenzen (VfR Neumünster) attackiert. Der Stürmer erzielte beide Tore und war der Matchwinner

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

Die Stormarner gewinnen gegen den VfR Neumünster mit 2:0 - und profitieren von Eutiner Niederlage. Mittwoch Nachholspiel in Hartenholm.

Steinburg.  Die Zeit des Feierns ist beim SV Eichede erst mal vorbei. Gründe gäbe es zwar ausreichend nach einer erneut starken Leistung gegen den VfR Neumünster und dem verdienten 2:0 (2:0)-Sieg, der nach nur wenigen Tagen auf Rang zwei die Rückkehr an die Tabellenspitze der Schleswig-Holstein-Liga bedeutet. Doch es stehen große Aufgaben an, und das schon bald. Deswegen dachte der Trainer nach der Partie schon wieder laut über Regeneration nach und warnte vor dem nächsten Gegner. „Mittwoch wird das schwerste Spiel der Woche“, sagte Oliver Zapel mit Blick auf das Auswärtsspiel gegen den abstiegsbedrohten TuS Hartenholm in zwei Tagen (18.30 Uhr, Timm-Schott-Weg) – dabei kommt es bereits am Sonntag zum absoluten Topduell bei Eutin 08.

Drei 2:0-Siege in Folge, darunter die emotionale Partie beim TSB Flensburg, liegen hinter dem SVE. Sonntag folgt das potenziell entscheidende Spiel um den Titel gegen die Eutiner, die Tabellenplatz eins durch ihr 0:1 gegen Holstein Kiel II wieder abgeben mussten. Doch eben in jenen teilweise bereits erfolgreich bewältigten und teilweise noch anstehenden Großereignissen sieht Zapel die mentale Gefahr: „Wir müssen aufpassen, dass wir Hartenholm psychologisch in dieselbe Schublade legen wie Flensburg, Neumünster oder Eutin.“

Noch am Sonntag ließ der Coach seine Schützlinge lange auslaufen, dazu wurden Energieriegel gereicht. Den heutigen Montag will Zapel der Pflege ausgelaugter und angeschlagener Spieler widmen. Ridel Monteiro etwa wurde 20 Minuten vor dem Anpfiff gegen Neumünster aus der Startelf gestrichen, weil ihm seine eine Woche alte Verletzung am Wadenbeinköpfchen erneut Probleme bereitete; Einsatz am Mittwoch unsicher. Sein Bruder Eudel Monteiro musste nach einem Schlag auf den Knöchel ausgewechselt werden, dürfte aber rechtzeitig wieder fit werden, ebenso wie Innenverteidiger Petrik Krajinovic, der bereits kurz vor der Halbzeit mit einem Cut im Gesicht raus musste. Außerdem humpelten während oder nach der intensiven Partie gegen den VfR Arnold Lechler, Michael Löw und Hamed Mokhlis.

Matchwinner war im zweiten Spiel hintereinander mit einem Doppelpack Arnold Lechler. Der Angreifer sprühte zunächst vor frisch erworbenem Selbstbewusstsein, war von der gegnerischen Abwehr nie in den Griff zu bekommen und an fast allen Eicheder Torchancen beteiligt. Glück hatte er bei seinem 1:0 nach sieben Minuten, als er den Ball zunächst nicht richtig getroffen, aber eine zweite Chance bekommen hatte. Beim 2:0 in der 25. Minute verwertete er ein Zuspiel Marc Oldags souverän. „Trotz der vielen vergebenen Chancen war er der überragende Spieler“, sagte Oliver Zapel und auch Kapitän Nico Fischer meinte: „Es gibt wohl kaum einen Stürmer, der sich und seinen Teamkollegen so viele Chancen erarbeitet. Er ist unheimlich wichtig für uns.“ Lechler vergab weitere fünf Möglichkeiten. Auch der für ihn in der
85. Minute eingewechselte Mats Facklam ließ wieder zwei Chancen aus.

Waren die Gäste in der Anfangsphase vor 291 Zuschauern im Ernst-Wagener-Stadion noch bei Kontern und in Pressing-Situationen gefährlich, hatte der SVE die Partie nach dem 2:0 fast immer im Griff. In der 83. Minute hätte es der Regionalliga-Absteiger wieder spannend machen können, doch Deniz Grothe scheiterte am Aluminium (83.). „Das war eine konzentrierte Leistung von uns. Bis auf den Pfostentreffer haben wir keine Großchance zugelassen“, sagte Außenverteidiger Fischer.

Nach den regenerativen Einheiten wird Zapel sein Team am Dienstag auf Hartenholm vorbereiten. „Dort müssen wir mit genau dieser Leidenschaft auftreten“, sagte er.

SV Eichede: Barkmann – Fischer, Krajinovic(40. Bieche), G. Schubring, E. Monteiro (71. Löw) – Bojarinow – Oldag, Ulaga, Maltzahn, Mokhlis – Lechler (85. Facklam).