Squash

In Bargteheide hat Squash Hochkonjunktur

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Henrik Bagdassarian
Fynn Schuck (v.l.), Yannick Bork und Robert Pries schlagen beim Training abwechselnd den Ball. Josef Tame schaut zu.

Fynn Schuck (v.l.), Yannick Bork und Robert Pries schlagen beim Training abwechselnd den Ball. Josef Tame schaut zu.

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Fynn Schuck, Yannick Bork und Robert Pries vom BSC starten am Sonntag im Freizeitzentrum Lohe bei U-17-Jugendmeisterschaften.

Bargteheide.  Nach einer Stunde Training sieht Fynn Schuck aus wie aus dem Wasser gezogen. Denn das Spiel mit dem kleinen Kautschukball, den der 15 Jahre alte Bargteheider vom Bargteheider Squashclub’88 (BSC) zwischen den hellen Wänden hin und her getrieben hat, ist eine schweißtreibende Sache.

Ob Fynn allerdings am kommenden Sonntag gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden Yannick Bork und Robert Pries bei den U-17-Jugendmeisterschaften von Hamburg und Schleswig-Holstein antreten wird, bleibt abzuwarten. Eine leichte Muskelzerrung macht ihm zurzeit noch zu schaffen.

„Ich werde wohl erst kurz vor Turnierbeginn entscheiden können, ob es geht oder nicht“, sagt Fynn. Yannick blickt ihm in die Augen und sagt schmunzelnd: „Dann werde ich eben die Medaille für uns holen müssen.“ Der 16 Jahre alte norddeutsche Vizemeister zählt bei den im Freizeitzen­trum Lohe ausgetragenen Wettkämpfen zu den heißen Anwärtern auf eine Podiumsplatzierung. „Yannick ist für sein Alter physisch unglaublich weit entwickelt, könnte technisch aber noch etwas zulegen“, sagt Jugendwart Josef Tame und lacht. „Obwohl ich zugeben muss, dass ihm vor einiger Zeit der Schlag des Jahrhunderts geglückt ist.“

Fynn und Yannick haben sich auch für die deutschen Meisterschaften qualifiziert

Was war geschehen? Yannick versuchte während eines Trainingsspiels, den vor ihm stehenden Frank Dost mit einem raffinierten Schlag zu überlisten. Der Ball traf den Vorsitzenden des BSC aber nur an der Hüfte – und war wie vom Erdboden verschwunden. Einige Minuten vergingen, ehe Dost in Gedanken in seine Hosentasche griff und fündig wurde.

Robert gerät häufig in Erklärungsnot, wenn es im Kreise von Gleichaltrigen um das Thema Squash geht. „Die meisten können heutzutage mit der Sportart wenig anfangen“, sagt der 15-Jährige, „obwohl Squash in den 1980er Jahren in Deutschland eine Art Volkssport gewesen war.“

In Bargteheide hat die schnelle Ballsportart aufgrund der erfolgreichen Jugendarbeit des BSC Hochkonjunktur. Mit Fynn und Yannick schicken die Stormarner sogar zwei Nachwuchstalente zu den deutschen Jugendmeisterschaften (15. bis 17. April in Stuttgart). „Bei uns im Verein stimmt die Mischung zwischen Jung und Alt einfach“, sagt Pressewart Frank Lehmann. Der 52-Jährige kann sich noch gut an die glorreichen Zeiten erinnern, in denen in vielen Städten Squash-Hallen wie Pilze aus dem Boden schossen.

Interessierte können am Sonntag Squash ausprobieren

„Modisch war es eine bunte Zeit, auch wenn man sich über Geschmack streiten kann“, sagt die Squash-Ikone aus vergangenen Zeiten. „Trainingsjacken aus Ballonseide, bei den Frauen bunte Legwarmer und vor allem Stirn- und Schweißbänder in den grellsten Farben waren Pflicht im Court. Und gespielt wurde mit schweren Holzschlägern.“

Tame bezeichnet Squash als eine Art Schach auf höchstem Tempo. „Ähnlich wie bei dem Brettspiel muss ein Spieler zwei, drei Schritte vorausdenken“, sagt das Gründungsmitglied des BSC.

Übrigens: Wer Lust hat, Squash selbst auszuprobieren, kann dies anlässlich des Jugendturniers tun. Den Zuschauern stehen Schläger und ein Court zur Verfügung. Leichte Sportkleidung und Hallenschuhe mit heller Sohle sind mitzubringen. Ein Trainer gibt hilfreiche Tipps.

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