Stormarn
Motocross

Hoisdorfer startet als „Prinz von Kiel“ bei Hallen-Rennen

Foto: Oliver Reischke / HA

Der Motocrossfahrer Cooper Jensen zeigt bei Hallen-Rennen sein Talent. Der 16-Jährige hat sich für die neue Saison viel vorgenommen.

Hoisdorf.  Den Gasgriff seiner Motocross-Maschine hat Cooper Jensen bis zum Anschlag aufgedreht. Noch hält der 16 Jahre alte Hoisdorfer die Kupplung seiner KTM SX 250 F gezogen. Beißender Benzingeruch durchflutet die Sparkassen-Arena in Kiel. Knapp 7000 begeisterte Motorsportfans auf den Tribünen jubeln den vor dem Startgitter wartenden Fahrern frenetisch zu.

Sobald das Gitter fällt, nehmen die Motocross-Fahrer die mit 1500 Kubikmeter Lehmboden modellierte Strecke mit engen Kurven und hügeligen Hindernissen in Angriff. Motocross in der Halle ist Adrenalin pur. Die Runden dauern oft nur 30 Sekunden. Fehler verzeiht die Strecke während der zwölf Runden nicht-- .

„Eine einzige Unaufmerksamkeit – und du bist auf einmal Letzter“, sagt Cooper, der für den MSC Mölln startet. „Nicht unbedingt der tollkühnste Fahrer, sondern der beste Athlet und taktisch klügste Pilot macht hier das Rennen.“ Dass der Teenager sein Handwerk versteht, bewies er vor Kurzem eindrucksvoll beim ADAC Jump & Race Masters. Cooper sicherte sich in der Landeshauptstadt am ersten Wettkampftag in der SX2-Wertung der Supercrossfahrer den Tagessieg. In dieser Klasse treten Fahrer bis zu einem Alter von 23 Jahren mit Motorrädern bis 250 Kubikzentimeter Hubraum an.

Der zweite Tag gestaltete sich für den Hoisdorfer fast ebenso erfolgreich. Cooper erreichte nach zwei weiteren Wertungsläufen den zweiten Rang. „Seitdem hört mein Sohn nur noch auf den Spitznamen ,der Prinz von Kiel’“, sagt Nico Jensen scherzend, aber mit dem stolzen Lächeln eines motorsportbegeisterten Vaters.

Wenn sich die Fahrer auf engstem Raum um die Kurven drängen und waghalsige Sprünge zeigen, steigt die Sturzgefahr. Cooper hat gelernt, die Furcht davor zu verdrängen. „Ich darf nicht daran denken, was alles passieren kann“, sagt Cooper. „Sonst beschäftige ich mich zuviel damit und verliere die Konzentration.“

Vor allem die anspruchsvollen Waschbrett-Wellen verlangen ein genaues Timing. „Das Risiko eines Sturzes ist auf diesem Streckenabschnitt besonders hoch“, sagt Cooper. Längst verdrängt hat der 16-Jährige den Unfall vor zwei Jahren in Dortmund, als der Däne Kasper Lynggaard im Waschbrett schwer stürzte und später seinen Verletzungen erlag.

Dennoch räumt der Cooper unumwunden ein, dass er vor jedem Rennen großen Respekt vor der Strecke habe. Er sagt: „Ohne den nötigen Respekt wird es schwierig, die Gefahren richtig einzuschätzen und mit ihnen umzugehen.“ Ihm ist bewusst, dass es aber auch genau diese Risiken sind, weshalb die Zuschauer in Scharen in die Halle strömen.

Mehrmals in der Woche geht Jensen Joggen und macht Kraftübungen

Um sein Motorrad im tiefen Sand ebenso perfekt zu beherrschen wie bei gewagten Sprüngen, muss der 16-Jährige enorm viel Kraft und Kondition aufbringen. Cooper Jensen geht mehrmals in der Woche Joggen und stärkt seine Muskulatur mit speziellen Kraftübungen für Beine, Arme, Handgelenke und Finger.

Seinen größten Erfolg feierte der Teenager im September des vergangenen Jahres als Sieger des ADAC-MX-Bundesendlaufs. Als Preis für den Triumph erhielt er das KTM-Motorrad SX 250 F. Für dieses Jahr hat der Hoisdorfer sich viel vorgenommen. Cooper: „Ich würde gern in meiner Klasse den norddeutschen ADAC-Motocross-Cup gewinnen und beim ADAC-MX-Youngster-Cup die Wertungsläufe erreichen.“

Die Kosten für die Teilnahme an der internationalen Rennserie sind hoch

Eine Teilnahme an der internationalen Rennserie für Nachwuchspiloten bedeutet gleichzeitig aber auch sehr viel höhere Kosten. Die Suche nach Sponsoren läuft auf Hochtouren. „Eine erste Vereinbarung mit dem Onlineshop für Motorradzubehör von Christian Arp steht kurz vor dem Abschluss“, sagt Nico Jensen.

Cooper Jensen hat seinen nächsten größeren Auftritt bereits an diesem Wochenende bei der 22. Auflage der Hamburger Motorrad-Tage, die in den Hallen B1 bis B5 der Hamburg Messe stattfindet. Für seinen Verein MSC Mölln nimmt er am Sonnabend an einem Demonstrationsrennen auf Asphalt teil.