Stormarn
Leichtathletik

Bargteheider Patrick Raabe ist Kreismeister im Crosslauf

Patrick Raabe (r., TSV Bargteheide) kann den Angriff von Wieland Kümmel (Ahrensburger TSV) abwehren

Patrick Raabe (r., TSV Bargteheide) kann den Angriff von Wieland Kümmel (Ahrensburger TSV) abwehren

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Triathlet des TSV gewinnt im Oldesloer Kurpark Titel bei den Männern. Beate Kuhlwein vom SV Großhansdorf ist die schnellste Frau.

Bad Oldesloe.  So richtig einordnen wollte Patrick Raabe seinen Titelgewinn im Crosslauf nicht. „Als Läufer könnte ich von einem perfekten Saisonabschluss sprechen, als Triathlet sehe ich den Erfolg eher als guten Einstieg in die kommende Saison“, sagte der 29 Jahre Ausdauersportler vom TSV Bargteheide. „Wir Triathleten erarbeiten uns im Winter die nötigen Grundlagen für das nächste Frühjahr.“

Bei den vom VfL Oldesloe organisierten Kreismeisterschaften gingen 13 Athleten über die 6950 Meter lange Strecke durch den Oldesloer Kurpark an den Start. Viermal mussten sie dabei eine giftige Steigung bewältigen. Raabe kam nach 24:36,0 Minuten als Erster ins Ziel.

Mit dem Anstieg hatte er keine Probleme. „Schon als Achtjähriger bin ich diese Strecke gelaufen, damals kam mir die Steigung besonders gewaltig vor“, sagte der 29-Jährige und lachte. „21 Jahre später ist die Herausforderung deshalb für mich nicht mehr ganz so groß.“

Der Bargteheider lieferte sich das ganze Rennen über einen packenden Zweikampf mit Wieland Kümmel vom Ahrensburger TSV. „Am Berg habe ich seinen Atem förmlich im Nacken gespürt, was mir noch einmal einen extra Schub gegeben hat“, sagte Raabe, der mit seiner Leistung zufrieden war. „Immerhin war ich lange Zeit verletzt und habe erst vor einigen Monaten wieder mit dem intensiven Lauftraining begonnen.“

Neun Monate litt der Triathlet an einer Schambeinentzündung, währenddessen beschränkte er sich im Training aufs Radfahren und Schwimmen. Deshalb verpasste der 29-Jährige auch die komplette Aufstiegssaison der Männermannschaft des TSV Bargteheide. Er wird aber zum ersten Wettkampf in der Zweiten Bundesliga Mitte kommenden Jahres wieder mit von der Partie sein.

Kümmel überquerte mit 15 Sekunden Rückstand die Ziellinie. Auch er hatte in letzter Zeit eine mehrwöchige – allerdings freiwillige – Trainingspause eingelegt. „Nach all dem Wettkampfstress der vergangenen Monate musste ich unbedingt meinen Kopf wieder freibekommen“, sagte der 20-Jährige, „denn mental war ich ziemlich ausgepumpt.“

Sobald beide Läufer den rund 40 Meter langen Anstieg in Angriff nahmen, spielte der Ahrensburger seine Stärke aus und verkürzte den Abstand zum führenden Raabe bis auf eine Schrittlänge. „Mehr war für mich dieses Mal leider noch nicht drin“, sagte Kümmel, „dafür fehlen mir einfach noch einige Trainingseinheiten und ein paar Tempoläufe.“

Für die geringe Beteiligung am letzten von insgesamt elf angebotenen Läufen unterschiedlicher Altersklassen hat der Ahrensburger nur wenig Verständnis. „Zum Jahresende ein oder zwei Crossläufe mit in den Trainingsplan einzubeziehen, müsste doch jedem Langläufer mehr Spaß bereiten als die ungezählten monotonen Dauerläufe“, sagte er.

Die Gesamtteilnehmerzahl war ebenfalls geringer als im Vorjahr. Von 118 gemeldeten Läufern gingen knapp 100 – und damit gut 70 weniger als im Jahr 2014 – an den Start. Organisator Hubert Woelki führte als Hauptgrund die schlechten Witterungsbedingungen an. „Bei weniger Regen und mehr Sonnenschein wäre die Beteiligung sicherlich höher gewesen“, sagte er, fügte aber noch hinzu: „Allerdings bereitet uns die hohe Anzahl an weiteren Laufwettbewerben im November ebenso Probleme wie die eingeschränkte Logistik neben dem Hockeyplatz.“

Um den Athleten den Aufenthalt am Kurpark so angenehm wie möglich zu gestalten, stellte der THC Blau-Weiß Bad Oldesloe seine sanitären Anlagen und die DLRG Bad Oldesloe ihr Vereinsheim zur Verfügung. Der Spiridon-Club Bad Oldesloe war mit mehreren Zelten zur Stelle, die aber aufgrund des starken Windes nicht aufgebaut werden konnten.

Im Wettbewerb der Frauen lief Beate Kuhlwein vom SV Großhansdorf (11:59,0 Min.) über 2900 Meter die schnellste Zeit – vor Anke Ehlers-Rowlin vom Spiridon-Club Bad Oldesloe (12:24,0 Min.). In der Mannschaftswertung der Männer hatte der SV Großhansdorf (mit Timo Ziegenbein, Daniel Pacher, Holger Radtke) die Nase vorn, bei den Frauen der Spiridon-Club Bad Oldesloe (Ehlers-Rowlin, Heike Rittmeier-Lehning, Sabine Seehusen).