Stormarn
Motorsport

Grönwohlder Rallycrossfahrer startet durch

Da lag Frank Eichelberg mit seinem Audi TT noch an der Spitze des Feldes. Im A-Finale der SuperCars wurde der Grönwohlder auf dem Buxtehuder Estering Fünfter.

Da lag Frank Eichelberg mit seinem Audi TT noch an der Spitze des Feldes. Im A-Finale der SuperCars wurde der Grönwohlder auf dem Buxtehuder Estering Fünfter.

Foto: Volker Koch

Frank Eichelberg beendet deutsche Meisterschaft auf dem dritten Platz. Kommende Saison will er seinen dritten Titel gewinnen.

Grönwohld.  Frank Eichelberg bezeichnet sich selbst im Straßenverkehr als ruhigen und besonnenen Fahrer. In seiner Freizeit gibt der Grönwohlder allerdings gern richtig Gas: Der 47-Jährige zählt zu den besten deutschen Rallycrossfahrern. Die gerade zu Ende gegangene Deutsche Meisterschaft beendete er auf dem dritten Platz.

Vor dem fünften und letzten Renntag auf dem Buxtehuder Estering hatte Eichelberg bei den SuperCars, der Königsklasse, sogar noch theoretische Titelchancen. Doch Platz fünf in der Tageswertung reichte nicht, um den Gesamtführenden Bernd Schomaker (Bremervörde) noch abzufangen. Im Endklassement lag Schomaker (85 Punkte) vor Dietmar Brandt (Lohfelden, 75) und Eichelberg (67).

„Immerhin habe ich den Rückstand auf den zweiten Platz noch ein bisschen verkürzt“, sagt Eichelberg. Angesichts einer beinahe dreijährigen Rennpause sei er damit ganz zufrieden. Eichelberg: „Kommende Saison greife ich aber wieder richtig an.“ In den Jahren 2004 und 2006 war er schon deutscher Meister, nun visiert er den dritten Titel an. „Ich bin ja nicht mehr so jung, muss mich deshalb etwas beeilen“, so der Grönwohlder.

Deshalb bringt er seinen 420 PS starken Audi TT demnächst zu Tuner Andre Schulze nach Berlin. Dort erhält der Wagen einen neuen Turbolader. Anschließend bekommt er bei einem Karosserieexperten auch noch ein komplett neues Design.

Eichelberg: „Im Vergleich zum Serienmodell ist der Wagen schon um 340 Kilogramm abgespeckt. Jetzt geht es noch darum, den Schwerpunkt etwas nach unten zu verlagern, um eine bessere Balance zu erhalten.“

Früher, als Eichelberg noch Besitzer einer Autowerkstatt in Barsbüttel war, hat er noch selbst an seinen Rennwagen herumgeschraubt. „Doch die Entwicklung ist weitergegangen. Mittlerweile bin ich da nicht mehr ganz auf dem neusten Stand, gebe solche Arbeiten lieber in die Hände von Experten“, sagt er. Denn vor einigen Jahren hat Eichelberg das Metier gewechselt und in Grönwohld eine neue Firma gegründet, die auf den Umbau von Wohnmobilen spezialisiert ist.

Wie finanziert er sein kostspieliges Hobby? Pro Renntag werden allein Reifen im Wert von 1200 Euro verschlissen. Und dabei bleibt es nicht: Beim dritten Saisonlauf in Schlüchtern ging es beispielsweise auf der Strecke so wild zu, dass die Motoraufhängung und Antriebswelle seines Boliden beschädigt wurden. Das hat den Stormarner nicht nur wertvolle Punkte gekostet. „Meine Firma ist mein größter Sponsor“, sagt der Grönwohlder lachend.

Es sieht spektakulär aus, wenn die Rennwagen mit Tempo 150 über die nur etwa einen Kilometer langen Schotterpisten rasen und sich packende Positionskämpfe liefern. Für gefährlich hält Eichelberg Rallycross jedoch nicht: „Ich bin jetzt schon so lange dabei und sogar zwei Jahre lang als Profi auch Europameisterschaftsläufe gefahren, aber passiert ist mir noch nie etwas.“ Einmal habe er sich mit seinem Wagen überschlagen und zwei, drei blaue Flecken davongetragen. Eichelberg: „Kleine Rempeleien gehören natürlich dazu. Bei den SuperCars geht es aber generell sehr fair zu, da fahren keine Heißsporne oder Kamikazepiloten mit.“

Seine Frau Liane und ihr gemeinsamer Sohn Luis sind bei fast jedem Rennen dabei. Der Sechsjährige wird vielleicht einmal in die Fußstapfen seines Papas treten. „Die Begeisterung für den Rennsport ist auf jeden Fall geweckt“, sagt Eichelberg. „Er hat schon mehrere Runden im Kart gedreht.“