Stormarn
Basketball

Ex-Basketballprofi wechselt zum Ahrensburger TSV

Lea Vatthauer steht im Foyer des Sportrechtevermarkters Sportfive. Die ehemalige Bundesligaspielerin verstärkt die Basketballdamen des Ahrensburger TSV voraussichtlich bis Ende der Saison

Lea Vatthauer steht im Foyer des Sportrechtevermarkters Sportfive. Die ehemalige Bundesligaspielerin verstärkt die Basketballdamen des Ahrensburger TSV voraussichtlich bis Ende der Saison

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Lea Vatthauer spielt künftig für das Damenteam des ATSV in der Ersten Regionalliga. Die 25-Jährige absolviert in Hamburg ein Praktikum.

Ahrensburg.  Vom Zeitpunkt her hätte es besser kaum laufen können. Seit Anfang August absolviert die bundesligaerfahrene Basketballspielerin Lea Vatthauer in Hamburg ein sechsmonatiges Praktikum beim Sportrechtevermarkter Sportfive.

Es ist das fünfte Semester eines Studiums der Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit Fachrichtung Marketingkommunikation. Vergangene Saison noch schaffte die 1,84 Meter große Flügelspielerin mit Grüner Stern Keltern – ein Team aus Baden-Württemberg – den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Vatthauer verspürt weiterhin Lust, leistungsorientierten Basketball zu spielen – allerdings ohne den entsprechenden Druck des Profigeschäfts. Zur gleichen Zeit war Carsten Schittkowski, Coach der Basketballdamen des Ahrensburger TSV, drauf und dran, seiner Mannschaft nach dem Aufstieg in die Erste Regionalliga den letzten Schliff zu verleihen.

„Über Sabrina Ochs, die ich noch aus Erstligazeiten beim Osnabrücker SC kenne, habe ich Kontakt mit Carsten aufgenommen“, erzählt die 25-Jährige. Ahrensburgs Coach lud Vatthauer zu einem Probetraining ein. „Die Chemie zwischen uns hat sofort gestimmt“, sagt der 44-Jährige. „Mit Lea haben wir für das Abenteuer Erste Regionalliga eine richtig starke Mannschaft zusammen.“

Lea Vatthauer studierte zuvor fünf Semester Romanistik

Vatthauer gefiel es auf Anhieb beim ATSV. „Die Mannschaft hat mich mit offenen Armen empfangen“, sagt sie. „Die Regionalliga kenne ich nicht gut, bin aber sicher, dass ich dem Team helfen kann.“ Den Spaß am Basketballsport hatte die gebürtige Osnabrückerin in letzter Zeit ein wenig verloren. „Über viele Jahre den Anforderungen in der Ersten und Zweiten Liga gerecht zu werden, dabei aber meinen beruflichen Werdegang nicht zu vernachlässigen, geht schon gehörig an die Substanz“, sagt die 25-Jährige.

Im Marketing hat Vatthauer ihre Bestimmung gefunden. „Ähnlich wie beim Basketball lernt man von der ersten Minute an, zielorientiert zu arbeiten“, sagt die Neu-Ahrensburgerin. „das war bei mir nicht immer so.“ Zuvor studierte Vatthauer in ihrer Heimatstadt vier Semester Romanistik. „In die Welt der Kultur-, Sprach- und Literaturwissenschaften einzutauchen übt schon eine gewisse Faszination aus“, sagt die blonde Basketballerin. „Dennoch hatte ich irgendwann die Befürchtung mich zu verlieren, da ich bei dem Studiengang kein richtiges Ziel vor Augen hatte.“

Da Vatthauer, deren Leben derzeit aus Studium und Basketballsport bestand, die soziale Komponente fehlte, verbrachte sie ein fünftes Semester in Vigo (Spanien). Dort half sie Jugendlichen an einer spanischen Berufsschule einen Arbeits- oder Praktikumsplatz in Deutschland zu finden. „Bei einer Arbeitslosenquote um die 50 Prozent besteht bei den spanischen Jugendlichen wenig Hoffnung, in ihrer Heimat eine Anstellung zu finden“, sagt sie. „Es war ein gutes Gefühl, helfen zu können.“

In Keltern startete die 25-Jährige einen neuen Lebensabschnitt

Allerdings habe sie mit der südländischen Mentalität doch mehr Probleme gehabt, als im Vorwege erwartet. Vor zwei Jahren begann für Vatthauer ein neuer Lebensabschnitt. An der Hochschule Pforzheim (Baden-Württemberg) begann sie BWL zu studieren, während sie für Grüner Stern Keltern in der Zweiten Bundesliga auf Korbjagd ging.

Die Praktikumstelle bei Sportfive besorgte sich die 25-Jährge unspektakulär im Internet. „Ich sehe das als große Chance für mich und werde alle meine Kräfte in diesen Job stecken“, sagt Vatthauer. „Und wenn ich den ,Twisters’ helfen kann, ab 10. Oktober in der neuen Liga eine gute Rolle zu spielen – umso besser.“