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Ahrensburger ist deutscher Vizemeister

Leichtathlet John Schlegl gewinnt bei Jugend-DM über 100 Meter Silber. In zehn Tagen kämpft der 14-Jährige in um die nationale Krone im Mehrkampf

Ahrensburg.  John Schlegl selbst bezeichnet ihn als den Lauf seines Lebens. Kein Wunder, denn über 100 Meter krönte der 14 Jahre alte Leichtathlet des Ahrensburger TSV bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend U 16 in Köln (Nordrhein-Westfalen) nicht nur eine mit 20 Landestiteln gespickte Saison, sondern auch seine bisher noch junge sportliche Laufbahn.

Im Endlauf über die 100-Meter-Distanz gewann John die Silbermedaille. Dabei verbesserte er in 11,22 Sekunden seine persönliche Bestzeit um eine Zehntelsekunde. Den Landesrekord seiner Altersklasse (M 15) verfehlte er hauchdünn um acht Hundertstelsekunden.

„Wie ein Blitz kam John aus dem Startblock geschossen und hatte die ersten 70 Meter die Nase klar vorn“, sagt sein Coach Heiner Bock. „Erst im letzten Drittel hatte er gegen den hoch favorisierten Luka Herden nichts mehr zuzusetzen.“ Der jugendliche Leichtathlet von der LG Brillux Münster siegte in 11,09 Sekunden – eine für seine Altersklasse hervorragende Zeit.

Das Finale hatte John lediglich mit der sechsbesten Vorlaufzeit erreicht. „Gemeinsam mit Heiner habe ich mir anschließend das Rennen noch einmal auf seinem iPad angeschaut und festgestellt, dass ich nach dem Start viel zu früh in die aufrechte Position gewechselt war“, sagt John. Im Finale zog der Ahrensburger Konsequenzen und richtete erst nach gut einem Viertel der Strecke seinen Oberkörper vollends auf.

In insgesamt fünf Disziplinen (100 und 300 Meter, 80 Meter Hürden, Weitsprung und Stabhochsprung) hatte John die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften geschafft. Er hatte die Qual der Wahl, denn nach den Bestimmungen des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) darf ein Athlet seiner Altersklasse nur für zwei Einzeldisziplinen melden.

John: „Die Entscheidung über 100 Meter und im Weitsprung zu starten, habe ich gemeinsam mit meinen beiden Trainern Heiner Bock und Björn Sommerfeld getroffen.“ Im Weitsprung-Wettbewerb kam der Ahrensburger mit seinem besten Versuch auf 6,53 Meter – damit belegte er den fünften Rang.

„In den vergangenen Wochen war dieser Wettbewerb bei John eine Wackeldisziplin, da man nie sicher sein konnte, dass er beim Absprung den Balken richtig trifft“, sagt Bock. In Köln bewies sein Schützling gleich mit seinem ersten Versuch das Gegenteil. „Anlauf, Absprung, Flugphase – es hat einfach alles gepasst“, sagt der 14-Jährige. „Lediglich sechs Zentimeter fehlten mir auf meine persönliche Bestmarke von 6,59 Metern.“

Den fünften Versuch ließ John für ungültig erklären – obwohl er ordnungsgemäß mit dem Fuß auf der weißen Markierung aufgesetzt hatte. Schmunzelnd sagt er: „Wäre der Versuch in die Wertung gekommen, hätte wohl eine vier vor dem Komma gestanden.“

Am Wochenende 22./23. August steht für den Ahrensburger die nächste sportliche Herausforderung bevor. Der gebürtige Haitianer plant, bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Jugend U18/U16 in Lage (Nordrhein-Westfalen) den Bronzemedaillengewinn aus dem Vorjahr zu wiederholen. „Um noch einige Punkte mehr herauszuholen, werde ich meinen Anlauf im Weitsprung von derzeit 14 auf 16 bis 18 Schritte verlängern“, sagt John.

Mit seiner Bestmarke von 5235 Punkten zählt Stormarns große Leichtathletik-Hoffnung beim Kampf um die Mehrkampfkrone zu den Top-Favoriten, ehe er nach den Sommerferien in die neunte Klasse des Ahrensburger Eric-Kandel-Gymnasiums wechselt und die Schule wieder mehr in den Fokus gerät.

Bei den nationalen Titelkämpfen in Köln waren mit Sabrina Schröder vom VfL Oldesloe und Bennet Vinken von der LG Reinbek-Ohe zwei weitere Leichtathleten aus Stormarn am Start. Die 15-jährige Sabrina erreichte im Hochsprung-Wettbewerb den fünften Rang. Gemeinsam mit der Viertplatzierten Jurina Schütt meisterte sie die Höhe von 1,68 Metern im dritten Anlauf, hatte aber im Gegensatz zur Springerin vom MTV Hanstedt die Latte bei 1,65 Metern erst im dritten Versuch überquert. Im Speerwurf-Wettbewerb erzielte die junge Oldesloerin eine Weite von 40,63 Meter und belegte den zehnten Platz.

Der Reinbeker Bennet hatte sich für den Hochsprungwettkampf qualifiziert und wurde mit übersprungenen 1,75 Metern Achter.