Stormarn
Verbandsliga Süd-Ost

Lehrstunde für Bargfeld, Pölitzer Aufholjagd

Kevin Siegmund (l., Bargfelder SV) schirmt den Ball gegen Henning Hauschild (SSV Güster) ab

Kevin Siegmund (l., Bargfelder SV) schirmt den Ball gegen Henning Hauschild (SSV Güster) ab

Foto: Henrik Bagdassarian / HA

Drei Stormarner Clubs gewannen am dritten Spieltag turbulente und torreiche Spiele. Zufrieden war aber längst nicht jeder Trainer.

Bargfeld-Stegen. Drittes Spiel gegen einen Spitzenclub, dritte Niederlage. Die Fußballer des Bargfelder SV müssen in der Verbandsliga Süd-Ost weiter Lehrgeld zahlen. Beim 1:5 gegen den SSV Güster vergab der Aufsteiger einige gute Torchancen und bekam auf der anderen Seite vom Gegner aufgezeigt, wie effektiv man in der Sechstklassigkeit agieren muss.

Noch in der ersten Halbzeit meldete sich der BSV vor 137 Zuschauern zwischenzeitlich mit dem Treffer zum 1:3 zurück, eine spektakuläre Aufholjagd blieb aber aus – die war dafür fast zeitgleich 20 Kilometer weiter östlich zu sehen.

SSV Pölitz 60 Minuten „fast peinlich“

Das Heimspiel des SSV Pölitz gegen Aufsteiger SVG Pönitz schien schon verloren, nach einer knappen Stunde stand es 0:3. Denkwürdige
30 Minuten und vier Tore später gab Trainer Sascha Vogt zu: „Man fragt sich, wie wir dieses Spiel überhaupt gewinnen konnten.“ Auf eine Lobeshymne auf seine mit 4:3 siegreiche Mannschaft verzichtete der Coach. „Ich könnte jetzt stolz auf die Moral der Truppe sein. Aber wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, das ist das einzig Positive, das muss man so benennen.“ Die ersten 60 Minuten seien „die schlechtesten der letzten anderthalb Jahre“ gewesen, „fast schon peinlich.“

Als sich die Gastgeber beim Stand von 0:3 entschlossen, nicht mehr auf ansehnliches Kurzpassspiel zu setzen, sondern auf lange Bälle, bedeutete das die nicht mehr für möglich gehaltene Wende. Zakaria Salhi und Nils Rodewald verkürzten und in den letzten sechs Minuten trafen auch noch Nico Ploog und der spielende Co-Trainer Jan-Henrik Schmidt.

Am Mittwoch ist mit Phönix Lübeck der nächste Aufsteiger zu Gast, der ähnlich stark einzuschätzen ist wie die SVG Pönitz. Vogt: „Unser Glück ist irgendwann aufgebraucht. Deswegen muss die Einstellung ganz anders sein. Ohne Leidenschaft werden wir gegen Lübeck nichts reißen.“

Eicheder Mitleid mit dem Gegner

Phönix Lübeck musste an diesem Spieltag ebenfalls eine 3:4-Niederlage hinnehmen – ebenfalls gegen ein Team aus Stormarn. Nach dem knappen Sieg seines SV Eichede II zeigte Trainer Marcel Müller Mitleid mit seinem Kollegen aus der Marzipanstadt: „Ich habe nach dem Spiel mit ihm gesprochen. Auch mich hätte es wahnsinnig gemacht, nach jedem Tor postwendend einen Gegentreffer zu kassieren.“ Immer wenn der Aufsteiger traf, dauerte es maximal zwei Minuten, bis die Steinburger reagierten. Den Schlusspunkt setzte Daniel Müggenburg keine 60 Sekunden nach dem 3:3.

„Immer wenn die Mannschaft gemerkt hat, dass es eng werden könnte, war sie vor dem gegnerischen Tor konzentrierter“, sagte Müller. „Das Spiel hätte auch 10:8 für uns ausgehen können.“ Zufrieden sei er mit der Leistung nicht. „Andererseits bin ich stolz, dass wir in so einem wilden Spiel immer wieder eine Antwort gefunden haben.“

Reinfelds Verteidiger trifft dreifach

Auch der SV Preußen Reinfeld gewann ein turbulentes Spiel und schoss vier Tore – allein drei Treffer erzielte ein Verteidiger. Pascal Lorenz brachte die Stormarner erst 1:0 und 2:0 in Führung und sorgte beim Stand von 2:2 in der entscheidenden Phase auch für das 3:2. „Da ging es hin und her und mir war klar: wer das nächste Tor schießt, gewinnt das Spiel“, sagte Reinfelds Trainer Ronny Tetzlaff nach dem 4:2-Sieg.

Am Mittwoch müssen die Reinfelder bereits um 18.45 Uhr beim SSV Güster ran. Tetzlaff: „Das ist eine schlechte Uhrzeit. Einige Spieler werden nicht pünktlich kommen, weil sie nicht früh genug Feierabend machen können. Kurz vor dem Anpfiff erst anreisen zu können, ist natürlich auch keine optimale Vorbereitung auf ein Spiel.“

Wieder Torwartmangel am Hagen

Einen mathematischen Beleg für die Weiterentwicklung seiner Mannschaft lieferte Michael Schmal, Coach des SSC Hagen Ahrensburg, nach dem 1:1 bei GW Siebenbäumen. „Letzte Saison haben wir in den vier Spielen gegen Siebenbäumen und den TSV Pansdorf null Punkte geholt, bei einem Torverhältnis von 4:17. Jetzt haben wir in zwei Auswärtsspielen schon vier Punkte geholt.“ Am Mittwoch hatten die Ahrensburger 3:0 in Pansdorf gewonnen.

Doch in den nächsten Wochen herrscht wieder akuter Torwartmangel am Hagen. Patrick Ave verletzte sich in Siebenbäumen und fällt mindestens einen Monat aus. Somit stehen den ersten beiden Herrenmannschaften insgesamt zwei Keeper zur Verfügung.

Tremsbüttel verliert trotz Lennard Ann

Einen neuen Torjäger hat der VfL Tremsbüttel gefunden. Bei der 1:3-Niederlage beim VfB Lübeck II erzielte Innenverteidiger Lennard Ann im dritten Saisonspiel sein drittes Tor. Am Mittwoch ist der VfL zum Derby zu Gast beim SSC Hagen Ahrensburg.