Stormarn
Tennis

Ahrensburgs Herren 30 stehen auf Abstiegsplatz

Wuchtige Rückhand von Nils Käselau, der sein erstes Einzel in dieser Saison für die Ahrensburger bestritt

Wuchtige Rückhand von Nils Käselau, der sein erstes Einzel in dieser Saison für die Ahrensburger bestritt

Foto: Thomas Jaklitsch / HA

3:6 gegen ETB SW Essen – Tennismannschaft verliert auch ihr zweites Heimspiel in der Bundesliga. Nächster Gegner ist der TC Wanne-Eickel.

Ahrensburg. Nils Käselau kaute nervös auf den Fingernägeln, die Ersatzspieler Christian von Perfall und Marcus Pietsch hatten sich in die hinterste Ecke verkrochen, lugten angespannt durch den Maschendrahtzaun. Fast alle der gut 300 Zuschauer waren um Tennisplatz Nummer 2 versammelt, auf dem Clubtrainer Michael Jeglinski im Herren-30-Bundesligaspiel des THC Ahrensburg gegen ETB SW Essen um die letzte Siegchance für sich und seine Mannschaft kämpfte.

Nach dem 4:6 im ersten Satz hatte er den zweiten glatt mit 6:1 gewonnen. Doch im Match-Tiebreak war Gegner Alexander Mühler wieder zum Leben erwacht. Beide Spieler boten einige spektakuläre Ballwechsel, doch Jeglinski unterliefen dabei immer wieder leichte Fehler. Wie beim Stand von 4:9, als beide die gelbe Filzkugel wieder hin- und her droschen, dass dem Publikum der Atem stockte: einmal, zweimal, dreimal, fünfmal, siebenmal – und plötzlich landete die scharfe Vorhand des Ahrensburgers wieder im Aus.

Es war die Entscheidung: Die Essener fielen sich jubelnd in die Arme, die Gastgeber eilten auf den Platz, um ihrem enttäuschten Spielertrainer Trost zu spenden. Sie lagen hoffnungslos mit 1:5 hinten. Der Rückstand war in den drei noch verbleibenden Doppeln nicht mehr aufzuholen.

Immerhin: Die Gastgeber verkürzten noch auf 3:6, profitierten dabei allerdings auch davon, dass der Gegner einige Leistungsträger wie den ehemaligen Profi Axel Pretzsch schonte und drei Spieler einsetzte, die im Einzel nicht gespielt hatten. „Egal, für uns kann am Ende im Kampf um den Klassenverbleib jeder Punkt wichtig sein“, sagte Mannschaftskapitän Lars Borgstede. „Deshalb war es wichtig, dass wir uns nicht hängen gelassen und noch zwei Doppel gewonnen haben.“

Nach Hälfte der Saison liegen die Ahrensburger dennoch erstmals auf einem der beiden Abstiegsplätze. Deshalb setzten sich die Spieler nach dem gemeinsamen Essen mit dem Gegner im Clubhaus noch einmal in kleiner Runde zusammen, um sich auf das nächste Heimspiel am kommenden Sonnabend, 27. Juni (13 Uhr, Fannyhöh) gegen den TC Parkhaus Wanne-Eickel einzuschwören. Borgstede: „Dieses und das anschließende Auswärtsspiel eine Woche später beim Uhlenhorster HC werden entscheidend sein. Wir sollten beide Begegnungen gewinnen.“ Ein leichter Gang wird das allerdings nicht: Wanne-Eickel überraschte an diesem Spieltag mit einem knappen Sieg über den hocheingeschätzten RTHC Bayer Leverkusen.

Auffällig: Während die Ahrensburger bei der Premiere vor einem Jahr vor allem dank ihrer Heimstärke in der Bundesliga geblieben sind, warten sie diesmal auf eigener Anlage noch auf ein Erfolgserlebnis. „Auch für unsere treuen Zuschauer wollen wir gegen Wanne-Eickel unbedingt gewinnen“, sagte Borgstede.

Dafür müssten die Ahrensburger in der ersten Einzelrunde aber mindestens ein Match zu ihren Gunsten entscheiden. Gegen Essen verloren Kasper Warming, Jaska Krüger und der erstmals in dieser Saison zum Einsatz gekommene Nils Käselau in jeweils zwei Sätzen, wobei Krügers Match umkämpfter war, als es das Ergebnis vermuten lässt, und Warming sich nach einem 1:5-Rückstand im zweiten Satz auf 4:5 herankämpfte, ehe der Gegner seinen sechsten Matchball nutzte.

In den drei übrigen Einzeln fiel die Entscheidung jeweils im Match-Tiebreak – bei Jeglinski mit bekanntem Ausgang. Im Topspiel der Ex-Profis zwischen Felipe Parada und Pretzsch ging es noch enger zu, Ahrensburgs chilenischer Spitzenspieler unterlag mit 8:10.

Immerhin gelang Jochen Werner so etwas wie der Ehrenpunkt. Nach verlorenem ersten Satz steigerte sich der 43 Jahre alte Publikumsliebling gegen seinen immer müder werdenden Kontrahenten Mirco Heinzinger, siegte schließlich mit 4:6, 6:0 und 10:2.