Stormarn
Ahrensburg

„Wir haben was zu bieten“

Agnus Cassens ist der neue Vorsitzende des Golfclub Hamburg-Ahrensburg. Er will mehr Mitglieder gewinnen

Ahrensburg. Das hat der Golfclub Hamburg-Ahrensburg in seiner 50-jährigen Geschichte nicht erlebt: Zu der Mitgliederversammlung, bei der der Vorstand neu besetzt werden sollte, kamen 240 Mitglieder. Zuzüglich waren 130 Mitglieder per Stimmvollmacht vertreten. Damit beteiligten sich mehr als die Hälfte aller stimmberechtigten Mitglieder – eine Bilanz, von der die meisten Sportvereine nur träumen können. Erst nach Mitternacht war die Sitzung beendet, doch es hat sich gelohnt. Nachdem Jürgen Wahl nach zwölf Jahren an der Spitze des Clubs nicht mehr kandidierte, ist ein neuer Vorsitzender gefunden. Agnus Cassens leitet mindestens für die nächsten drei Jahres die Geschicke des GCHA.

Zufall war die Rekordbeteiligung freilich nicht. Denn Cassens, der ohne Gegenkandidat antrat, hatte eine Art Schattenkabinett erstellt. Nur drei der acht Vorstandsposten blieben am Ende von derselben Person besetzt. Auf fünf Posten gab es eine Veränderung, viermal nach einer Kampfabstimmung. In der Pressemitteilung ist von einer „hitzigen Debatte“ die Rede. Doch als interne Querelen will der Club das keinesfalls verstanden wissen. Cassens: „Die Stimmung war absolut positiv. Das zeigt, dass der Verein lebt.“

„Die Fußstapfen von Jürgen Wahl sind groß“, weiß Cassens. „Wir wollen die gute Arbeit fortsetzen.“ Doch es gibt neben den personellen Umwälzungen im Vorstand auch strukturelle Veränderungen, die der 63-Jährige nun anstrebt. „Wir wollen den Club bekannter machen“, sagt er. Es sollen neue Mitglieder gewonnen werden, gern auch Familien mit Kindern. Dafür bietet der Club Schnupperkurse an und will sich künftig einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren und als offener und moderner Club positionieren. Zeitgleich möchte Cassens das Vereinsleben und Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Eine der Ideen, wie das erreicht werden soll: „Wir wollen neue Mitglieder durch Patenschaften begleiten, um sie im Club zu integrieren.“

Wer ist der Mann, der behutsam Veränderungen anschieben will, um die kommenden großen Aufgaben, etwa die Sanierung des Golfplatzes, die Stärkung der Jugendarbeit und des Leistungssports, planerisch und finanziell bewältigen zu können? Zunächst einmal ist Cassens ein echtes Nordlicht. Im ostfriesischen Aurich aufgewachsen lebt er mittlerweile in Hamburg-Volksdorf und ist bei einer im Hafen ansässigen Firma in beratender Position tätig. Zuvor arbeitete er 30 Jahre bei Shell, war europäischer Raffineriechef des Mineralöl- und Erdgas-Unternehmens. Cassens ist verheiratet, Vater zweier Töchter – und sportlich. Vor zwei Jahren lief er einen Marathon. Die meisten Kilometer legt er aber immer noch auf dem Golfplatz zurück. Handicap: 16. Neu ist er übrigens nur als Vorsitzender. Seit 1993 Mitglied hat er die halbe Clubgeschichte live miterlebt.

Auch Elmar Bröker ist neu im Gremium, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Es wäre schön“, sagt der 62-Jährige, „wenn deutlich würde, dass die Ahrensburger stolz sind auf ihren Club, ohne dabei arrogant zu wirken.“ Ein Pfund, mit dem der Club wuchern könne, sei die Anlage, die eher wie ein Park wirke, sich in die Natur einfüge. Während durch manchen Golfplatz Flora und Fauna beschädigt werden, leben an den Bunkern und Grüns des GCHA Fledermäuse. Hier eine Runde zu spielen und danach noch im Clubhaus zu sitzen, mit Blick auf Rasen und Wasser, das sei für das Gemüt wie zwei Tage Urlaub, sagt Bröker.

Positiv präsentieren soll sich der Club aus der Schlossstadt weiterhin auch durch Erfolge im Leistungssport. Am 17. Mai beginnt die Zweitligasaison der Herren. Cassens traut dem aus der eigenen Jugend hervorgegangenen Team den Aufstieg in die erste Liga zu. Mit Lennart Buchholz gewann ein Ahrensburger im vergangenen Jahr die renommierten Coca Cola Berlin Open. „Daraufhin wurde er von anderen Vereinen angesprochen“, so Bröker. „Aber er hat sich klar zum GCHA bekannt.“

Die neuen Vorstandsmitglieder des GCHA sind: Agnus Cassens (erster Vorsitz), Peter Kröger (Finanzen), Stefan Barz (Jugend), Rolf Löscher (Platz), Elmar Bröker (Kommunikation); Weiterhin im Vorstand: Angelika Weber (zweiter Vorsitz), Brigitte Knies (Sport), Christa Lenz (Clubhaus).