Stormarn
Bargteheide

Norddeutschlands bester Tischtennisspieler

Der 15 Jahre alte Constantin Velling aus Bargteheide setzt sich im Jungen-Einzel durch. Am Sonnabend wird es in der Regionalliga wieder ernst

Bargteheide. Es hätte kaum einen günstigeren Zeitpunkt geben können für seinen Sieg bei den norddeutschen Tischtennis-Meisterschaften der Jugend in Stralsund. „Der Titelgewinn im Jungen-Einzel gibt mir wieder Selbstvertrauen“, sagt Constantin Velling. Selbstvertrauen, das dem 15 Jahre alten Talent des TSV Bargteheide nach zwölf verlorenen Einzeln hintereinander in der Herren-Regionalliga zuletzt etwas abhanden gekommen war.

Nun blickt er guten Mutes auf das wichtige Spiel seiner Mannschaft an diesem Sonnabend, 31. Januar, beim MTV Jever. Die Bargteheider stehen auf dem vorletzten Rang und benötigen jeden Punkt, der Gegner zählt zum Kreis der schlagbaren Teams – vorausgesetzt, die Stormarner sind so gut drauf wie ihre beiden Jüngsten in Stralsund. Denn neben Constantin schaffte es auch Leo Schultz als Dritter aufs Siegerpodest.

Constantin weiß seinen dortigen Erfolg gut einzuordnen. „Norddeutscher Meister zu sein, hört sich toll an. Aber mit den Hamburgern Leon Abich und Adrian Weyhe haben zwei starke Spieler gefehlt, deshalb war ich in der Favoritenrolle und habe mit meinem Sieg eigentlich schon gerechnet.“ Wie locker er dem Druck stand hielt, habe ihn aber selbst etwas überrascht. Das Endspiel gegen Moritz Voß (TTC Eberswalde) gewann der Bargteheider glatt mit 3:0, auf dem Weg dorthin gab er überhaupt nur einen Satz ab. Dabei war Constantin einer der jüngsten Teilnehmer, er ist erst zu dieser Saison in die Jungen-Klasse aufgerückt und darf dort noch zwei Jahre spielen.

Kein Konkurrenzkampf mit den beiden älteren Brüdern

Mitte April nimmt er in Westercelle (Niedersachsen) erstmals an den deutschen Jugendmeisterschaften teil. Sein Ziel dort formuliert er zurückhaltend. „Ich möchte auf jeden Fall die Vorrunde überstehen und dann mal weitersehen.“

Constantin spielt schon Tischtennis, seit er sieben ist. In seiner Familie dreht sich in sportlicher Hinsicht alles um den kleinen weißen Ball. Sein ältester Bruder Christian war früher in seiner Altersklasse deutscher Vizemeister, Clemens gehörte zur Schüler-Nationalmannschaft, besuchte kurzzeitig das Internat des Deutschen Tischtennis-Bundes in Düsseldorf. Hat er den Ehrgeiz, seine erfolgreichen Brüder zu übertreffen? „Nein“, sagt Constantin, „da gibt es keinerlei Konkurrenzkampf. Ich möchte einfach das Beste aus meinen Möglichkeiten machen.“

Talent hatte er schon immer, aber bis vor ein paar Monaten fehlte oft der letzte Biss. „Seit ich mit der Landesauswahl im vergangenen Frühjahr für zwei Wochen in China war, ist das aber anders. Ich habe wieder richtig Spaß, nach der Schule zum Training zu fahren.“

Ein Vereinswechsel ist für den 15-Jährigen kein Thema

Auch wenn ein Abstieg in die Oberliga seiner Entwicklung womöglich nicht förderlich wäre – einen Vereinswechsel kann sich Constantin derzeit überhaupt nicht vorstellen. Dazu verdanke er dem Verein zu viel. Außerdem, sagt er, sei es ja etwas ganz besonderes, mit den älteren Brüdern in einer Mannschaft zusammen zu spielen. „Unser Verhältnis ist ohnehin gut, aber das schweist noch mehr zusammen. Zudem wohnt und lebt Christian mittlerweile in Hamburg, den würde ich sonst nur noch selten zu Gesicht bekommen.“

Mindestens fünfmal pro Woche steht Constantin in der Halle. Dennoch müsse er weder auf regelmäßige Treffen mit Freundin Pauline noch auf andere Freizeitaktivitäten verzichten. „Ich kann mich ganz gut organisieren, bekomme es eigentlich meistens hin, alles unter einen Hut zu bringen.“

Eine der seltenen Ausnahmen: Eigentlich wollte der Fan der HSV-Fußballer am 7. Februar im Nordderby gegen Hannover 96 mit den Hamburgern im Stadion mitfiebern – die Karte dafür war ein Weihnachtsgeschenk von Christian. Doch das klappt nicht, zeitgleich muss Constantin den Landesverband bei den norddeutschen Meisterschaften der Herren in Jüterbog (Brandenburg) vertreten.