Stormarn
Ahrensburg

Trittau gewinnt umkämpftes Derby

Fußballer schlagen in der Verbandsliga Süd-Ost den VfL Tremsbüttel mit 1:0. SSC Hagen zeigt Reaktion auf hohe Auswärtsniederlage

Ahrensburg. Viele Anwärter auf die Spitze, erbitterter Kampf am Tabellenende – das Interesse der Stormarner Amateurfußball-Fans an der Verbandsliga Süd-Ost wächst zurecht angesichts einer interessanten Tabellensituation, aber auch dank der wöchentlichen Überraschungen. Immerhin 200 Neugierige tummelten sich an diesem Spieltag an der Hagener Allee in Ahrensburg, obwohl der SSC Hagen sonst nicht gerade als Zuschauermagnet bekannt ist. Fast ebenso viele Anhänger kamen ins Ernst-Wagener-Stadion, wo der SV Eichede II zum Spitzenspiel antrat. Sportlich verlief der Spieltag nicht sehr erfolgreich für die Teams aus Stormarn – in der Zuschauer-Statistik war der Kreis diesmal Ligaspitze.

Trittaus Trainer Matthias Räck setzt Dreifach-Torschützen auf die Bank

Im Derby setzte der TSV Trittau seine Erfolgsserie fort und bezwang den VfL Tremsbüttel in einem nicht schön anzusehenden aber sehr kämpferischem Spiel verdient mit 1:0. „Wir haben tief gestanden, wollten die entscheidenden Tremsbütteler Spieler ausschalten“, sagte Trittaus Trainer Matthias Räck, der gleichermaßen unpopuläre wie erfolgreiche Maßnahmen ergriff, um auch das vierte Spiel in Folge zu gewinnen: Mittelstürmer Patrick Rösler, in der Woche zuvor noch gefeierter Dreifach-Torschütze beim 5:2 in Malente, saß 84 Minuten auf der Bank. Auch auf die erfahrenen Nico Hofmann und Daniel Lantz verzichtete der Coach. „Natürlich waren einige beleidigt. Aber ich brauchte für diese Partie Spieler, die 90 Minuten Vollgas geben können“, begründete Räck.

Carsten Holzmüller gab der verpatzte Auftritt seiner Schützlinge nach zuvor zwei Siegen Rätsel auf. „Wenn wir das wüssten“, antwortete Tremsbüttels Trainer auf die Frage nach der Erklärung für die schwache Leistung. „Von der ersten bis zur 90. Minute sind wir nur hinterhergelaufen, haben kaum Zweikämpfe gewonnen. Das Ergebnis geht in Ordnung.“

SSC Hagen kämpft wieder – Finn Braatz muss mit Sehstörungen in die Klinik

„Beim Aufwärmen hat sich niemand verletzt“, unkte Michael Schmal, Trainer des SSC Hagen Ahrensburg, vor der Begegnung mit dem SSV Güster. Noch während der ersten Halbzeit verloren die arg gebeutelten Schlossstädter – wie sollte es anders sein – dann doch wieder einen Spieler. Finn Braatz bekam aus kurzer Distanz einen Ball auf das geöffnete Auge und musste mit Sehstörungen ins Krankenhaus. Der Mittelfeldspieler blieb über Nacht in der Klinik, wird aber zeitnah und mit voller Sehstärke zurückerwartet.

Die Partie gegen den Tabellenvierten endete 1:1 – ein Erfolg für die Ahrensburger, die sich vor einer Woche gegen GW Siebenbäumen nicht sechstligatauglich präsentiert hatten und viel Kritik von ihrem Trainer einstecken mussten. „Wichtig war die Reaktion“, sagte Kapitän Benjamin Klamt. „Wir sind eine Mannschaft, auch nach dem 1:6. Wir wussten, dass es ein schweres Jahr wird.“ Auch Schmal meinte: „Darauf kann man aufbauen.“

In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel strahlten zunächst beide Mannschaften keine Gefahr aus. Den Gästen glückte mit dem ersten ordentlichen Angriff direkt die Führung. Nach der Pause köpfte Paul Kappner nach einer Freistoßflanke von Lucas Schaare zum Ausgleich ein. „Dann haben beide mit offenem Visier gespielt“, beschrieb Schmal die rasante Schlussphase. In der 75. Minute traf Hagens Christopher Herklotz den Außenpfosten. Kurz vor Schluss rauschte auf der anderen Seite Daniel Scheel am zweiten Pfosten knapp am Ball vorbei.

Eichedes „Zweite“ verliert den Anschluss – Pölitz unter Druck

Mehrfach in dieser Saison hatte der SV Eichede II die Chance, die Tabellenführung zu erobern. Meist waren es bei Punktgleichheit nur wenige Treffer, die zu Platz eins fehlten. Nun hat die Mannschaft von Trainer Marcel Müller durch die zweite Niederlage hintereinander den Anschluss an Spitzenreiter Oldenburger SV (seit dem zweiten Spieltag ungeschlagen) verloren, hängen sechs Zähler hinterher. „Man hört es so oft, aber Hauptgrund war die Chancenverwertung“, tat Müller die wenig originelle Begründung für das 1:3 gegen den auf Rang zwei gesprungenen SV Grün-Weiß Siebenbäumen Leid. Der sonst so treffsichere Fabian Kolodzick allein vergab drei Großchancen.

Im Eicheder Tor stand der A-Jugendliche Cedric Scheele, weil Julian Barkmann für die Schleswig-Holstein-Liga-Vertretung vorgesehen war und die anderen Keeper verletzt sind – außer Fabian Lucassen, der jedoch für eine Schiedsrichter-Beleidigung nach der Niederlage in Tremsbüttel (1:2) für zwei Pflichtspiele gesperrt wurde. Eichedes Glück: Als Pflichtspiel wird auch die weniger wichtige Partie im Pokalwettbewerb für untere Mannschaften am morgigen Mittwoch gegen den SSV Pölitz II (Kreisklasse B) gewertet.

Die „Erste“ des SSV Pölitz verlor beim Spitzenreiter aus Oldenburg mit 1:5. Wichtiger für den Aufsteiger sind die nächsten vier Partien, allesamt gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Pressesprecher Jens-Peter Ehrlich sagte: „Zwei Siege müssen auf jeden Fall drin sein.“