Stormarn
Trittau

Chancenlos gegen den Titelanwärter

Badminton-Bundesligaclub TSV Trittau unterliegt BC Düren 1:5. Annekatrin Lillie bekommt einen Punkt geschenkt – und gibt das Match verärgert auf

Trittau. Ein knapper Sieg im Herrendoppel, dann nur noch glatte Niederlagen: Zwei Tage nach dem starken 3:3 beim Titelverteidiger Union Lüdinghausen hat die Badmintonmannschaft des TSV Trittau ihren Heimauftakt in der Badminton-Bundesliga gegen den 1. BC Düren deutlich mit 1:5 verloren. Anders als erwartet war der Gegner nahezu in Bestbesetzung angereist und demonstrierte seine Stärke. Eine Niederlage, die der Club in seinem zweiten Bundesligajahr locker verkraften kann. „Düren kann um die Meisterschaft mitspielen“, sagte Abteilungssprecherin Sabina Persson.

Auch wenn die Schlappe gegen den an diesem Tag fast unschlagbaren Gegner schnell abgehakt war, bringt diese neue Saison neben den neuen violett-gelben Trikots und einer neuen weiten Auswärtsfahrt (TSV Neuhausen-Nymphenburg/München) alte Probleme. Finanziell wandelt der Verein nach wie vor auf einem schmalen Grat. Personell haben sich die Sorgen durch die Visumprobleme der drei Indonesier, die immer noch in Jakarta festsitzen und auf eine Entscheidung der Deutschen Botschaft warten, sogar noch vergrößert.

Das Bundesligateam sollte trotzdem stark und breit genug aufgestellt sein, um die Klasse zu halten. Am ausgerufenen Saisonziel, sich im Tabellenmittelfeld zu platzieren, hält der TSV weiter fest. Fraglich aber sei, ob die zweite Mannschaft (Zweite Bundesliga Nord) eine weitere Saison durchstehen könne, sagte Persson.

Beim Heimauftakt der Erstvertretung vor der enttäuschenden Kulisse von 100 Zuschauern fehlten neben den Indonesiern auch noch drei weitere Stammkräfte. Kenneth Jonassen blieb in Dänemark, Nikolaj Persson laboriert an einem Bänderriss, sein Einsatz ist auch für den Doppelspieltag am Monatsende fraglich. Die Engländerin Sarah Walker kam nach ihrem zweiwöchigen Urlaub noch nicht für einen Einsatz in Frage. „Sie muss auf ihren Körper immer sehr aufpassen“, sagte Persson. Die Stormarner müssen darauf hoffen, dass Walker diese Saison besser durchsteht als die vergangene Spielzeit, in der sie mehrfach kurzfristig ausfiel und der Verein bereits gebuchte Flüge stornieren musste.

Eine vertragliche Vereinbarung, wie oft die in Milton Keynes wohnhafte Walker zur Verfügung zu stehen hat, gibt es nicht. „Ich mache das ungern“, sagte Persson. Bei Iris und Robin Tabeling allerdings ist eine solche Klausel eingepflegt. Zu häufiges Fehlen würde für die Niederländer finanzielle Einbußen bedeuten. Gegen Düren gehörten die Geschwister zu den Enttäuschungen. Gegen die ebenfalls aus den Niederlanden stammenden Jelle Maas, der letzte Saison noch für Trittau spielte und von den finanzstarken Nordrhein-Westfalen abgeworben wurde, und Soraya de Visch Eijbergen konnte das neue Mixed des TSV nicht an seine brillante Leistung von Lüdinghausen anknüpfen. Ary Trisnanto, der an guten Tagen jedem Gegner gefährlich werden kann, war im Einzel am Ende seiner Kräfte. Jonathan Persson spielte stark auf, in den entscheidenden Phasen aber „zu ungeduldig und verkrampft“, wie seine Mutter Sabina Persson fand.

Nicht den Hauch einer Chance hatte Annekatrin Lillie gegen die Weltklasse-Spielerin Beiwen Zhang – bis das Match mit einem Eklat vorzeitig endete. Beim Stand von 20:0 aus ihrer Sicht schenkte die Singapurianerin mit einem absichtlich ins Netz beförderten Aufschlag der Trittauerin einen Punkt. „Das war ein arrogantes Verhalten“, sagte Persson. Nachdem Zhang den zweiten ihrer 20 Satzbälle genutzt hatte, trat die verärgerte Lillie zum zweiten Durchgang gar nicht mehr an.

TSV Trittau – 1. BC Düren, Herrendoppel: Trisnanto/R. Tabeling – Maas/Ridder 22:20, 11:21, 21:17; Damendoppel: Lillie/I. Tabeling – Zhang/de Visch Eijbergen 10:21, 11:21; Herreneinzel 1: Trisnanto – Ouseph 15:2, 18:21; Dameneinzel: Lillie - Zhang 1:21, 0:21 (Aufgabe Lillie nach dem ersten Satz); Mixed: R. Tabeling/I. Tabeling – Maas/de Visch Eijbergen 12:2, 19:21; Herreneinzel 2: J. Persson – Baxter 15:21, 16:21