Stormarn
Steinburg

Später Ausgleich rettet Eichede

Fußballer starten mit 2:2 gegen TSV Altenholz in die Schleswig-Holstein-Liga. Frist für Beschwerde gegen Punktabzug beträgt zwei Wochen

Steinburg. Abwehrspieler Jan Plate hat mit seinem Treffer in der 89. Minute zum 2:2 (1:0)-Endstand dem SV Eichede beim Saisonauftakt gegen den TSV Altenholz einen Punkt gerettet. Für den 21-Jährigen, der eigentlich für die zweite Mannschaft der Stormarner Fußballer eingeplant ist, war es der erste Treffer in der Schleswig-Holstein-Liga seit elf Monaten. Der Regionalligaabsteiger konnte über den späten Ausgleich letztlich jubeln, nachdem er eine halbe Stunde in Unterzahl dem Rückstand hinterhergelaufen war. „Aber in der ersten Halbzeit hätten wir das Spiel für uns entscheiden müssen“, sagte Trainer Oliver Zapel.

Der Anfang der neuen Saison – für den SVE war es das Ende einer aufregenden Woche. Am Mittwoch hatte der Kreisfußballverband bekannt gegeben, den Steinburgern wegen zu wenig Schiedsrichtermeldungen drei Punkte abziehen zu wollen. Für den Verein ist dieser Fall aber noch lange nicht abgeschlossen. Präsident Olaf Gehrken bekräftige nochmals seine Ankündigung, Protest einzulegen: „Nicht nur unserer Auffassung nach gibt es keine auf einer Satzung oder Spielordnung beruhende Grundlage für einen Punktabzug gegen uns. Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.“ Zunächst wird der SVE Beschwerde auf Kreisebene einlegen. Die Frist beträgt zwei Wochen.

Im Spiel in Altenholz fanden die Vereinsverantwortlichen eine Bestätigung, auf die sie sicher gern verzichtet hätten. „ Wir sagen schon wochenlang, dass wir alles andere als der Topfavorit sind“, sagte Gehrken. „Mit so einer Fehlerquote kommt man für eine Spitzenplatzierung nicht infrage. Die Erwartungshaltung, die teilweise von außen geäußert wird, muss deutlich reduziert werden.“ Im ersten Durchgang hatten sich die Gäste noch dermaßen dominant gezeigt, wie es selbst Zapel „niemals erwartet hätte“. „Aber wir sind einfach viel zu lax mit den Chancen umgegangen.“

Nach dem frühen Geschenk des Altenholzers Helge Stahl, der unbedrängt ins eigene Tor traf (5. Minute), hätten Arnold Lechler in der 24. Minute (traf die Latte), Flodyn Baloki in der 28. Minute (passte allein vor dem Tor stehend quer zum verdutzten Vincent Janelt) und André Kossowski kurz vor der Pause (verzog freistehend aus 13 Metern) erhöhen müssen.

Für die wachsende Unsicherheit seiner Schützlinge nach dem Seitenwechsel machte der Coach auch die personelle Situation verantwortlich. Mit Fabian Kolodzick und Simon Koops (beruflich verhindert), dem verletzten Petrik Krajinovic und dem kurzfristig ausgefallenen Torge Maltzahn, der auch gegen Eutin 08 (Mittwoch, 19.15 Uhr, Matthias-Claudius-Straße) fraglich ist, fehlten Zapel vier wichtige Optionen. „Wir haben gleich vor dem ersten Spiel erleben müssen, wovor ich die ganze Zeit gewarnt habe. Wir mussten einen Tag vorher die Aufstellung umwerfen. So etwas kann uns unsere sportlichen Ambitionen kosten“, mahnte Zapel. So erfuhr Neuzugang Nikita Bojarinow erst wenige Stunden vor dem Anpfiff von seinem Startelfdebüt, zeigte aber besonders im ersten Durchgang eine ordentliche Leistung.

„Vor den Fehlern, wie wir sie dann in der zweiten Halbzeit begangen haben, sind wir nicht gefeit. Das wird auch künftig noch passieren“, sagte Zapel. Den Auftakt machte Kapitän Jan-Ole Rienhoff in der 50. Minute, als er ohne Not TSV-Stürmer Tom Wüllner in die Füße spielte – 1:1. Nur zwei Minuten später sah André Kossowski wegen einer Notbremse die Rote Karte, und weitere sechs Zeigerumdrehungen darauf stand es nach dem Tor durch Steffen Bruhn 2:1 für Altenholz. Immerhin: Die Stormarner bewiesen Moral, erarbeiteten sich weitere Großchancen und erzielten schließlich nach einem durch Jonathan Marschner und Flodyn Baloki verlängerten Einwurf von Nico Fischer den verdienten Ausgleich. Plate staubte aus kurzer Distanz ab.

Es geht Schlag auf Schlag in den ersten Wochen der Saison. Am Mittwoch kommt Aufsteiger Eutin 08 mit Zapels Vorgänger Hans-Friedrich Brunner – und dem Selbstvertrauen aus dem 3:0-Sieg gegen Schilksee. „Die wären ohnehin schon kochend heiß auf den Parkplatz gefahren. Jetzt sind sie zusätzlich beflügelt“, sagte Zapel.

SV Eichede: Berndt – Marschner, Buchholz, Rienhoff – Fischer, Bojarinow (71. M. Schubring), Heidenreich (63.), Kossowski – Janelt (56. Plate), Lechler, Baloki.