Stormarn
Steinburg

Kein Herz, kein Kopf, keine Chance

Die Fußballer des SV Eichede verlieren das Landespokalspiel gegen den VfB Lübeck hochverdient mit 0:2. 660 Zuschauer im Ernst-Wagener-Stadion

Steinburg. Ein bisschen fühlte sich das erste Pflichtspiel der Saison für den SV Eichede wie ein verspäteter Abschied von der Regionalliga an. Im Ernst-Wagener-Stadion sorgten 660 Zuschauer noch einmal für besondere Atmosphäre, und mit dem VfB Lübeck war ein Fußballteam aus der vierthöchsten Spielklasse zu Gast, jener Spielklasse also, aus der die Stormarner in diesem Sommer abgestiegen waren, ohne dabei zu sein, weil die endgültige Entscheidung in einem Spiel zwischen Wolfsburg und Großaspach fiel.

Sportlich gesehen waren die Eicheder gegen den VfB so weit von der Regionalliga entfernt wie seit mindestens einem Jahr nicht mehr. Einzig der katastrophalen Chancenauswertung der Lübecker war es zu verdanken, dass sich die Niederlage mit 0:2 (0:0) in Grenzen hielt. Wie schon im Vorjahr ist der SVE in der ersten Runde des Landespokalwettbewerbs sang- und klanglos gegen ein Team aus der Marzipanstadt ausgeschieden – damals unterlag die Mannschaft von Trainer Oliver Zapel als Favorit dem Stadtteilverein FC Dornbreite mit 0:1.

„Wir waren insbesondere in der ersten Halbzeit weder mit dem Kopf noch mit dem Herzen auf dem Platz“, kritisierte Trainer Oliver Zapel nach der Partie. „Ich bin komplett unzufrieden, vor allem mit der ersten Halbzeit. „Wir haben uns naiv auskontern lassen und hatten Glück, nicht schon vor der Pause ein Debakel zu erleben.“

Gleich fünf hochkarätige Chancen besaß der VfB allein in der ersten Halbzeit, brachte es aber nicht einmal fertig, den Ball überhaupt auf das Eicheder Tor zu schießen. Als die Steinburger Mitte der zweiten Halbzeit die Partie erstmals ansatzweise im Griff hatten, traf Stefan Richter dann doch (66. Minute). „In der Phase haben wir ein bisschen besser gespielt. Aber insgesamt haben wir in keiner Weise unser Spiel umgesetzt“, sagte Malte Buchholz, der die zentrale Position in Eichedes Dreier-Abwehrkette besetzte. „Wir haben die erste Halbzeit komplett verpennt. Keiner wollte den Ball haben“, so „Buche“ weiter.

Auch in der Folge vermochte das allerdings stark ersatzgeschwächte Team um den Ersatz-Kapitän Nico Fischer – Jan-Ole Rienhoff fehlte aus beruflichen Gründen, andere Leistungsträger sind noch verletzt oder im Urlaub –keine Gefahr auf das gegnerische Tor auszuüben. Torwart Fynn Berndt bewahrte sein Team mit zwei starken Paraden gegen Richter (80., 86.) vor dem nächsten Gegentor. Erst in der Schlussphase erkämpfte sich Eichede zweimal so etwas ähnliches wie eine Torchance. Flodin Baloki mit einem harmlosen Kopfball nach einer Ecke (88.) und Simon Krämer mit einem abgeblockten Schuss (90.) sorgten für etwas Spannung. Am Ende der vierminütigen Nachspielzeit traf André Senger nach einem Konter zum 0:2.

Weil die Stormarner das Glück hatten, kein Debakel zu erleben, lässt sich über dieses erwartete Aus im Pokalwettbewerb leichter hinwegschauen. Was zählt, ist die Schleswig-Holstein-Liga, bis zum ersten Spiel gegen den TSV Altenholz sind noch anderthalb Wochen Zeit. „Wir müssen noch an der Feinabstimmung schrauben, aber das kommt ohnehin meist im Laufe der Saison. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Fischer. Torge Maltzahn, der gegen Lübeck in der Offensive meist auf sich allein gestellt war, sagte: „Es war zu sehen, dass wir uns spielerisch noch verbessern müssen.“ Zapel suchte derweil noch nach Gründen für die „vollkommen falsche Grundeinstellung“, mit der seine Schützlinge über den Rasen gelaufen waren. „Wir hatten der Mannschaft extra trainingsfrei gegeben, um den Fokus voll auf dieses Spiel zu lenken. Aber solche Bonbons haben der Mannschaft noch nie sehr gut getan.“

SV Eichede: Berndt – G. Schubring (67. Kolodzick), Buchholz, Marschner – Fischer, Heidenreich (72. Bojarinow), Koops, Kossowski – Janelt (70. Krämer), Maltzahn, Baloki.