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Ahrensburg

Streit bei Kickers Ahrensburg geht in neue Runde

Trainer Kai Brüggen widerspricht dem Obmann des Fußballvereins

Ahrensburg. Kai Brüggen, Trainer der ersten Fußballmannschaft des FSV Kickers Ahrensburg, hat nach der Abmeldung des Teams durch den Verein (das Abendblatt berichtete) auf die Vorwürfe von Obmann Dieter Rebiger reagiert. Diverse Schwierigkeiten, mit denen sich die Mannschaft nahezu jede Woche habe auseinandersetzen müssen, hätten dazu geführt, dass „das Vertrauen in den Vorstand und die Loyalität gegenüber dem Verein“ verflogen sei, so Brüggen. Er und die Mannschaft seien von Beginn an an einer friedlichen Lösung interessiert gewesen. „Unsere Absicht war es, dem Verein entgegenzukommen.“

Fast alle Spieler der Mannschaft, die in der Stormarner Kreisklasse C spielte, hatten Rebiger nach dem Spiel am vergangenen Wochenende gegen die SG Union/Grabau II (5:3) von ihrem Vereinsaustritt zum Saisonende in Kenntnis gesetzt und die Freigabe zur kommenden Spielzeit gefordert. Im Gegenzug erklärte sich das Team in einem Schreiben bereit, die aktuelle Saison zu Ende zu spielen. Rebiger, der bis vergangenen September noch selbst Chefcoach der Kickers war, hatte das Vorgehen als „Erpressung“ bezeichnet und die Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb abgemeldet. Freigaben will der Verein nur gegen die Zahlung von Ablösesummen erteilen. Zahlt der aufnehmende Verein keine Ablösesummen, sind die betreffenden Spieler somit bis Oktober gesperrt. Gründe für den Vereinsaustritt der Spieler seien ihm nicht genannt worden, so Rebiger.

Nach einem Spiel in Reinfeld sei es fast zu Handgreiflichkeiten gekommen

Dem widersprach Brüggen. „Als die Mannschaft nach dem Spiel gegen Union/Grabau II Dieter Rebiger ihren Entschluss mitteilen wollte, stürmte er sofort aus der Kabine. So war es nicht möglich, die Gründe zu nennen.“ Kontakt besteht zwischen Rebiger und Brüggen derzeit nicht mehr. „Das finde ich sehr schade“, so Brüggen. „Denn jetzt droht alles auf eine Schlammschlacht hinauszulaufen.“

Den seiner Meinung nach gravierendsten der vielen Vorfälle, die das Team zu dem drastischen Schritt bewogen habe, beschrieb Brüggen so: „Im letzten Jahr, unmittelbar nach dem Spiel in Reinfeld, hat der Schriftführer Benjamin Funker, zugleich Schwiegersohn von Dieter Rebiger, einige unserer Spieler und eine Spielerfrau beschimpft und bedroht. Handgreiflichkeiten konnten nur durch Unbeteiligte verhindert werden.“ Als der Vorfall Rebiger gemeldet worden sei, habe der mit der Begründung, nicht dabei gewesen zu sein, von Maßnahmen abgesehen.

Brüggen und die Mannschaft hoffen weiterhin auf eine friedliche Lösung

Zudem sei es zu Streitigkeiten und Wortbrüchen über die Kostenteilung bei der Ausrüstung, das Waschen der Trikots und die Zahlung und Eintreibung der Mitgliedsgebühren gekommen. Brüggen: „Als Dieter Rebiger Trainer war, wurden Zahlungsschwierigkeiten noch toleriert. Während meiner Zeit kam es dann immer wieder zu sofortigen vereinsinternen Sperren. Das hat mir die Aufstellung der Mannschaft deutlich erschwert. Dass der Verein die Beiträge mehrmals über Facebook eingefordert hat, ist ein merkwürdiger Vorgang.“

Trotz allem wolle er gegenüber dem Verein Gesprächsbereitschaft signalisieren, sagte Brüggen. „Wir hoffen immer noch auf eine friedliche Lösung und dass uns der Verein die Freigaben zur neuen Saison erteilt.“ Das Team will sich einem anderen Verein in der Region anschließen und dort als neue Mannschaft in der untersten Staffel (Kreisklasse D) starten.