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FSV Kickers Ahrensburg feuert 20 Fußballer

Angespannte Situation eskaliert nach dem Spielabbruch in Großhansdorf. Erste Mannschaft wird abgemeldet. Obmann Dieter Rebiger: „Spieler haben den Verein erpresst“

Ahrensburg. Noch am vergangenen Sonntag feierten die Fußballer des FSV Kickers Ahrensburg in der Kreisklasse C einen 5:3-Erfolg gegen die SG Union/Grabau II – doch nun hat der Verein die erste Mannschaft abgemeldet. Seit Monaten hatte es offenbar unter der Oberfläche gebrodelt, immer wieder kam es zu kleineren Streitigkeiten zwischen Trainer, Obmann und Mannschaft. In dieser Woche eskalierte die Situation.

Die Vorgeschichte: Vor knapp zwei Wochen hatte Kai Brüggen, seit dieser Saison Trainer der Kickers, seine Mannschaft im Spiel gegen den SV Großhansdorf nach 80 Minuten vom Platz geschickt. Er begründete sein Handeln damit, dass er seine Spieler nach fünf Gelben, einer Gelb-Roten und einer Roten Karte sowie zwei Elfmeterentscheidungen gegen Ahrensburg vor weiteren Platzverweisen durch den aus seiner Sicht einseitig leitenden Schiedsrichter Günther Jonischkies (SSV Großensee) schützen wolle. Obmann Dieter Rebiger wurde daraufhin vom Fußball-Kreisgericht zu einer Stellungnahme aufgefordert – und kündigte der Mannschaft an, sie nicht bedingungslos in Schutz zu nehmen. Rebiger sagte dem Hamburger Abendblatt: „Die Mannschaft ist undiszipliniert, steht in der Fairnesstabelle ganz unten. Sie muss merken, dass sie nicht alles durchbekommt.“

Diese Ankündigung war es wohl, die das Fass bei der Mannschaft zum Überlaufen brachte, nachdem es zuvor bereits Ärger um ausstehende Mitgliedsbeiträge gegeben hatte. Direkt nach dem Spiel gegen die SG Union/GrabauII übergaben 20 Spieler Rebiger ihre Austrittserklärung zum 30. Juni sowie ein Schreiben, das dem Hamburger Abendblatt in Kopie vorliegt und das Rebiger „wie eine Erpressung“ empfindet. Eine Begründung für den Austritt wird dort nicht genannt. Dafür forderte die Mannschaft, sich im Sommer ablösefrei einem anderen Verein anschließen zu dürfen und im Gegenzug die Saison zu Ende zu spielen. Rebiger: „Mir so ein Schreiben kommentarlos auf den Tisch zu knallen, ist eine Frechheit.“ Als Konsequenz meldete der Vorstand die erste Herrenmannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ab. Die Forderungen wird der Verein nicht erfüllen und die Spieler nur gegen eine Ablöse freigeben. Fließt keine Ablöse, sind die Spieler bis Oktober gesperrt.

Gerüchten zufolge wollen sich viele der Spieler zur neuen Saison dem FC Ahrensburg anschließen. FCA-Trainer Udo Stroinski: „Davon habe ich auch gehört, aber bei mir hat sich noch niemand gemeldet.“ Für den wie auch die Kickers an der Klaus-Groth-Straße beheimateten FCA, der kommende Saison in der Kreisklasse A spielen wird, würde jeder Spieler 375 Euro Ablöse kosten.

Die aktuell zweite Mannschaft der Kickers (ebenfalls Kreisklasse C), auch unter dem inoffiziellen Namen „Roter Stern Kickers“ bekannt, wird zur neuen Spielzeit zur „Ersten“. Der Verein will aber eine neue Reservemannschaft aufbauen.