Reinbek

Barsbüttel enttäuscht in Reinbek

Beim Fußball-Hallenturnier der TSV erreicht kein Stormarner Club das Halbfinale. Curslack-Neuengamme triumphiert

Reinbek. Schon gut eine Stunde bevor der SV Curslack-Neuengamme durch einen 6:3-Erfolg gegen den FC Bergedorf 85 seinen Titel beim Hallenturnier der TSV Reinbek verteidigen sollte, verließen viele der rund 130Anhänger die Uwe-Plog-Halle. Keiner der fünf Stormarner Clubs überstand bei der 42. Auflage des traditionsreichen Fußballturniers die Vorrunde.

Die größten Hoffnungen hatten sich die Landesligafußballer des BarsbüttelerSV gemacht, enttäuschten aber besonders am zweiten Tag auf ganzer Linie und scheiterten mit der dürftigen Ausbeute von vier Punkten aus vier Spielen deutlich. Entsprechend drastisch fiel das kurze Fazit von Trainer Aydin Taneli aus: „Katastrophe.“

Dem Bezirksligaclub FC Voran Ohe (sieben Punkte) fehlte im entscheidenden Spiel gegen den Ligakonkurrenten SV Nettelnburg-Allermöhe nur ein Treffer zum Weiterkommen. „Wir haben am ersten Turniertag zu viele Gegentore kassiert“, haderte Co-Trainer Michael Gronau. Das Ausscheiden der Kreisligisten TSV Glinde II (fünf Punkte), TSV Reinbek (3) und Willinghusener SC (0) kam erwartungsgemäß.

Den Gastgebern gelang mit dem 3:1 gegen den TuS Aumühle ein versöhnlicher Abschluss. Die Mannschaft von Patrick Paap erzielte gegen den späteren Verlierer des „kleinen Finales“ in den ersten 40 Sekunden zwei Treffer – so viele, wie zuvor in spielübergreifend 45Minuten. „Mit dem zweiten Tag können wir absolut zufrieden sein“, sagte Trainer Patrick Paap, der noch auf Neuzugang Luciano Dias (kommt vom Oberligaclub SV Blankenese) verzichten musste. Der Angreifer wird voraussichtlich Mitte Januar zum Trainingsauftakt dabei sein und soll den derzeitigen Tabellendreizehnten in der Rückrunde aus dem Keller der Kreisliga 3 führen – gemeinsam mit mehreren Stammkräften, die aus Zwangspausen zurückkehren. „So eine Verletztenmisere habe ich noch nie erlebt. Eigentlich wollten wir die zweite Mannschaft personell unterstützen. Am Ende der Hinrunde musste dann die ‚Zweite‘ uns unterstützen“, so der 23-jährige Paap, der nach Kreuzbandrissen in beiden Knien seine aktive Laufbahn bereits beendet hat und nun mit seinem Vater und Co-Trainer Jürgen Paap die erste Herrenmannschaft coacht.

Reinbeks Fußballobmann Peter Nikolaus zeigte sich zufrieden mit dem organisatorischen Ablauf und dem Zuschauerzuspruch. Die Marke aus dem vergangenen Jahr von 300 Besuchern an beiden Tagen wurde mit rund 330 Zahlenden nochmals übertroffen. Mit dem Oberliga-Spitzenclub SV Curslack-Neuengamme sowie den Landesliga-, Bezirksliga- und Kreisligaclubs aus der unmittelbaren Umgebung fanden die Organisatoren offenbar die richtige Mischung. Auch im kommenden Jahr will die TSV an dem Turnier festhalten. Nikolaus: „Es gibt nicht den geringsten Grund, dieses Traditionsturnier nicht mehr auszurichten.“

Schwerer als das Aus nach der Vorrunde wiegt beim FC Voran Ohe der Verlust von Yannick Lux, der in Reinbek zunächst das letzte Mal für den Tabellenführer der Bezirksliga Ost auflief. „Das tut uns richtig weh“, sagte Teammanager Oliver Schubert. Für den Innenverteidiger beginnt in seiner Ausbildung zum Polizisten die Zeit der Nachtschichten. Da er zudem aus Hamburg-Altona einen weiten Fahrtweg nach Ohe hat, kann er den Aufwand des Aufstiegskandidaten nicht mehr bewältigen. Neu in der Mannschaft von Trainer Sven Schneppel ist dafür Rückkehrer Kevin Keil, 28, der vom SC Schwarzenbek kommt. „Die junge Mannschaft wird von seiner Erfahrung profitieren“, so Schubert. Keil ist nach Abwehr-Talent Malte Wencke (kommt vom niedersächsischen TSV Stotel) der zweite Winter-Neuzugang.

Als bester Kreisligaclub schnitt der TSV Glinde II ab, verlor nur eine seiner vier Partien. „Mit etwas Glück hätten wir sogar ins Halbfinale kommen können“, sagte Trainer Tobias Kehr.

Für den Willinghusener SC stand „der Spaß an erster Stelle“, wie Routinier Ersin Tan sagte. „Wir haben uns achtbar geschlagen.“ In der Kreisliga 3 hat die Mannschaft von Trainer Peter Lehmann bereits einen deutlichen Rückstand auf die Tabellenspitze. „Unmöglich ist aber nichts“, so Tan. „In der nächsten Saison wollen wir dann auf jeden Fall angreifen.“