Reinfeld

Sie sammeln für Taifun-Opfer

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Henrik Bagdassarian

Reinfelds philippinische Handballerin Lara Zube bittet um Sachspenden für Familienangehörige

Reinfeld. Leid kann die speziell für den Versand auf die Philippinen entwickelte Balikbayan-Box nicht heilen. Aber sie kann Dank ihres Fassungsvermögens von 173Litern und dem entsprechenden Inhalt dazu beitragen, die durch den Taifun „Haiyan“ bedingten katastrophalen Lebensumstände in der Stadtgemeinde Jamindan wenigstens für einige Menschen erträglicher zu gestalten.

„Und damit viele Boxen mit den nötigsten Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln für meine Familie zusammenkommen, haben Laura Andresen, Jane Westphal und ich die Spendenaktion ,I Care For The Philippines’ ins Leben gerufen“, sagt Lara Zube, die ihr erstes Lebensjahr in Pasig City, eine der Städte in der philippinischen Hauptstadtregion Metro Manila, verbrachte, dann mit Mutter Jovel nach Stormarn auswanderte.

Zum Auftakt der Spendenaktion hat die 20 Jahre alte Handballspielerin der HSG Reinfeld/Hamberge gleich die passende Idee parat: Anlässlich der letzten Hinrundenbegegnung in der Schleswig-Holstein-Liga gegen den MTV Herzhorn am morgigen Sonnabend, 23.November (17.30Uhr), hat das dreiköpfige Team einen Aufruf gestartet, möglichst viele Sachspenden mit in die Sporthalle an der Schützenstraße zu bringen. „Reis, Teigwaren, Zucker, Mehl oder Würstchen in Dosen werden ebenso dringend benötigt wie Kernseife, Zahnpasta oder Duschgel“, sagt Zube, die aus Erfahrung weiß: „Meine kleinen Cousins und Cousinen freuen sich am meisten über Schokolade und Bonbons.“

Fünf sorgenvolle Tage und Nächte vergingen nach dem verheerenden tropischen Wirbelsturm, ehe Lara und ihre ebenfalls in Bad Oldesloe lebende Mutter über Facebook das erste Lebenszeichen ihrer Angehörigen erreichte. Die gute Nachricht: Niemand hatte körperlich Schaden genommen. „Trotzdem stehen viele von ihnen vor dem Nichts. Wie mein Onkel Ricardo Macahito beispielsweise, dessen Reisernte mit einem Schlag vernichtet wurde“, erzählt Laura Zube

Und dennoch: Zubes Familienangehörige kamen noch glimpflich davon. Jamindan liegt im westlichen Teil des aus mehr als 7100 Inseln bestehenden Archipels. Die nächstgelegene Küste ist knapp 20Kilometer entfernt. „Zum Glück sind die Schäden in der Geburtsstadt meiner Mutter nicht so groß, wie in der weiter östlich gelegene Provinz Leyte“, sagt Zube. Dort hätten bis zu fünf Meter hohe Wellen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

„Als ich die Bilder der Katastrophe im Fernsehen sah, musste ich sofort an Lara denken“, sagt Laura Andresen. Für die 20 Jahre alte Studentin der Sprachwissenschaften stand fest: Schnelle Hilfe ist geboten. Und während Andresen sich mit der Einrichtung der Facebook-Seite „I Care For The Philippines“ in Sachen PR-Arbeit einbringt, übernimmt Jane Westphal den Bereich Logistik. Die 21 Jahre altePölitzerin studiert Agrarwissenschaften und würde gern den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen. „Wir verfügen über ausreichend Platz, um viele Balikbayan-Boxen zwischen zu lagern“, sagt Westphal. Einziges Problem: Der Transport einer Box nach Asien kostet rund 100 Euro. Zube: „Wir würden uns riesig freuen, wenn ortsansässige Firmen uns unterstützen würden.“ Interessenten können sich über Facebook oder per E-Mail an icareforthephi@yahoo.com melden.

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