Ahrensburg

SSC Hagen kann doch noch siegen

Der 19-jährige Victor Janelt führt die Ahrensburger Fußballer zu 3:1-Erfolg gegen FC Dornbreite. Daniel Scharf verletzt

Ahrensburg. Was es bedeutet, aus der Not eine Tugend zu machen, dafür haben die Fußballer des SSC Hagen Ahrensburg bei ihrem 3:1 (2:1)-Erfolg gegen den FC Dornbreite Lübeck ein Paradebeispiel geliefert. Hatte der Schleswig-Holstein-Ligist schon wieder einen verletzungsbedingten Ausfall zu beklagen, so waren es die Spieler aus der Jugend und aus der zweiten Reihe, die die Stormarner zu ihrem ersten Sieg seit zweieinhalb Monaten schossen.

Für die Gastgeber, die trotz des Premierensiegs von Trainer Michael Schmal auf dem vorletzten Tabellenplatz hängen bleiben, begann die Partie mit einem Schock. Vor den Augen von Niko Leptien und Christopher Lindenau, die sich innerhalb von einer Woche einen Kreuzbandriss zuzogen, musste Daniel Scharf schon nach drei Minuten mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Für Scharf kam der 19-jährige Victor Janelt ins Spiel – und schoss seine ersten beiden Treffer in der Schleswig-Holstein-Liga.

Sekunden nach seiner Einwechslung tankte sich der Bruder von Mittelfeldmann Vincent Janelt auf der rechten Seite durch und vollstreckte ins lange Eck (5. Minute). Sechs Minuten später erhöhte er auf 2:0. „Das ist ein tolles Gefühl“, sagte er nach der Partie. „Ich freue mich, dass der Trainer auf mich setzt. Für Daniel ist es natürlich bitter.“

In der Folge ließ der SSC die Lübecker ins Spiel kommen. „Im Zentrum war zu viel Platz“, sagte Schmal nach der Partie. Die Konsequenz war der Anschlusstreffer in der 44. Minute durch den ehemaligen Oldesloer Kevin Rehberg, bei dem auch Peter Grischke nicht gut aussah. Der 19-Jährige, der den leicht angeschlagenen Stammtorwart Robert Block ersetzte, unterlief die Flanke. „So etwas passiert. Danach hat er sich gut reingebissen. In der Vorbereitung muss er mehr Spielpraxis bekommen“, so Schmal.

Entscheidend für den ersten „Dreier“ nach zuvor elf sieglosen Spielen in Folge war das neu entdeckte Selbstvertrauen, mit dem der Tabellensiebte das Gegentor wegsteckte und Dornbreite in der zweiten Halbzeit über weite Strecken klar dominierte. „Wir sind näher zusammengerückt. Das hat man auch schon in den letzten Spielen gemerkt“, sagte Janelt.

Paul Kappner erzwingt bei seinem Debüt in der SH-Liga das 3:1

Folgerichtig fiel das entscheidende 3:1, wenn auch auf kuriose Weise. Paul Kappner, 24, der nach Leptiens Kreuzbandriss aus der Reserve (Kreisliga) in den Kader der ersten Mannschaft gezogen wurde, zirkelte bei seinem Fünftligadebüt einen Freistoß aus 25 Metern an die Latte. Von dort sprang der Ball erst an die Hacken von Torwart Philipp Manzow und dann ins Netz (58.). Schmal: „Auch Paul hat ein richtig gutes Spiel gemacht und sich mit dem Tor belohnt.“

Victor Janelt, der zwei Großchancen vergab (68., 74.), und Kappner mit einem Schuss in der Nachspielzeit hätten sogar noch für ein Schützenfest sorgen können. Dornbreites Christian Staackmann traf die Latte (83.).

SSC Hagen Ahrensburg: Grischke – Scheel, Lembke, Starke, Klamt (54. Jokisch) – Herklotz, Stäcker – K. Pohlmann (70. Vincent Janelt), Kappner, Schmidt-Hartwigsen – Scharf (4. Victor Janelt).