Reinfeld

Reinfelds Wochen der Wahrheit

Handballfrauen fiebern nach 30:19 gegen die SG Wift den Spitzenspielen der Schleswig-Holstein-Liga entgegen

Reinfeld. Detfred Dörling fällt jedem sofort ins Wort, der seinen Handballfrauen nach dem dritten Sieg in Folge den Beginn einer Serie prophezeit. „Gegen die SG Wift haben wir unsere Pflicht erfüllt – nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagte der 59Jahre alte Coach der HSG Reinfeld/Hamberge nach dem 30:19 (16:10)-Triumph gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten der Schleswig-Holstein-Liga. Dörling, der vor Beginn der Spielzeit den Oberligaaufstieg als Ziel ausgerufen hatte, richtet seinen Blick nach vorn. Er weiß: Die kommenden Aufgaben haben für den weiteren Saisonverlauf vorentscheidenden Charakter.

Am kommenden Sonntag, 10.November, reisen die Stormarnerinnen als Tabellendritter lediglich mit Außenseiterchancen zum verlustpunktfreien Spitzenreiter SG Todesfelde/Leezen (14Uhr, Dorfstraße). Die für sechs Tage später angesetzte Ligapartie gegen den ungeschlagenen Tabellenzweiten SG Oeversee/Jarplund-Weding wurde vom Handballverband Schleswig-Holstein kurzfristig auf einen späteren, aber zeitnahen Termin verschoben. Der Grund: Am Sonnabend, 16.November, müssen die Reinfelderinnen ihre Achtelfinalbegegnung im Landespokalwettbewerb gegen den zwei Klassen höher spielenden TSV Owschlag (Dritte Liga) austragen (19Uhr, Schützenstraße). „Wenn wir den Schwung der letzten drei Begegnungen mitnehmen können, haben wir gegen beide Top-Mannschaften durchaus eine Chance“, sagte Dörling, der seinen Betreuerstab erweitert hat. Mit im Team: Athletiktrainer Lars Woisin und Physiotherapeutin Kathleen Litfil. Der studierte Sportwissenschaftler Woisin soll Reinfelds Handballfrauen in Sachen Kraft, Ausdauer, Stabilität, Schnelligkeit und Mobilität auf höhere Aufgaben vorbereiten. „Die Mannschaft ist konditionell auf einem guten Niveau. Ich werde für jede Spielerin eine Analyse erstellen, nach der wir das Training speziell einstellen“, sagte der 29 Jahre alte Lübecker, der früher bei Eintracht Groß Grönau die Fußballschuhe schnürte und acht Jahre bei den Lübeck Cougars Football spielte.

Begeistert von ihrem neuen Engagement ist auch Litfil. „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, sagte die 23-Jährige, die gegen die SG Wift gleich zweimal zum Einsatz kam. Reinfelds Rückraumspielerinnen Rika Tonding und Laura Beth blieben nach unfairen Aktionen der gegnerischen Abwehr verletzt am Boden liegen, konnten aber nach kurzen Behandlungspausen weitermachen. „Die Mannschaft ist im Vergleich zu vergangener Saison mehr zusammengewachsen – menschlich wie sportlich. “, sagte Maike Waldeck. Die 45-Jährige füllt nahtlos die Lücke, die der Weggang der bisherigen Seniorinnen Antje Beth und Sonja Rau hinterlassen hat. „Mir gefällt, wie Maike den jüngeren Mitspielerinnen mit guten Ratschlägen zur Seite steht“, sagte Dörling, der seine drei Neuzugänge Sina Rostek, Sandra Bernert und Anna-Lena Tetzlaff nahtlos in sein Konzept integrierte. „Sina hat sich als Leistungsträgerin etabliert, auch wenn sie das manchmal nicht so sieht. Sandra macht einen tollen Job am Kreis, könnte aber mehr aus dem Rückraum kommen“, sagte Dörling, der Tetzlaff bescheinigt, „weitaus mehr zu können, als sie gegen die SG Wift gezeigt hat“.

Beste Werferin war Lena Powierski mit sieben Treffern, vier davon vom Siebenmeterpunkt. Dörling freut es: „Lena traut sich immer mehr zu und ist zu einer Stütze der Mannschaft gewachsen. Nur in der Rückwärtsbewegung könnte sie etwas schneller sein.“

Die weiteren Treffer für die HSG Reinfeld/Hamberge erzielten: Sina Rostek (5), Anna-Lena Tetzlaff, Jessica Fuhlbrügge, Kerstin Albrecht, Sandra Bernert (je3), Janine Sachse, Maike Waldeck (je2), Lina Tonding, Laura Beth (je1).