Oststeinbek

Oststeinbeks Rumpftruppe chancenlos gegen Meiendorfer SV

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Mit Oberligafußball hatte das nicht viel zu tun, das sahen auch beide Trainer so.

Oststeinbek. "Ich habe ein gutes Bezirksligaspiel gesehen", konnte Stefan Kohfahl, Coach des Oststeinbeker SV, nach der 0:2 (0:2)-Niederlage beim Meiendorfer SV noch scherzen.

Der zweite Spieltag stand für die Stormarner nach dem gerade noch passablen Auftakt gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst (1:1) von Anfang an unter einem sinkenden Stern. Kohfahl war gezwungen, eine Mannschaft zu basteln, wie sie noch nicht annähernd zusammengespielt hatte. Zwölf Spieler standen nicht zur Verfügung, darunter fünf Leistungsträger der vergangenen Saison: Rafael Monteiro (nach einer kleineren Operation), Onur Ulusoy (Leistenprobleme), Michael Weiß (Hochzeitsreise), Damian Stenzel (Kapselriss) und Mehmet Eren (Fuß verstaucht) fielen aus. Neuzugang Devran Barlak lief dagegen sogar mit einem Schlüsselbein-Anbruch auf.

Jan-Christoph Ziolek bekam den personellen Engpass körperlich wohl am meisten zu spüren. Nicht genug, dass er trotz eines Blutergusses in der Wade auflaufen musste, begann er auf der für ihn ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld. In der Folge agierte er als Rechts- sowie Linksverteidiger und schließlich im zweiten Durchgang als zweiter Stürmer. "Wir brauchen noch ein paar Wochen", sagte der 25-Jährige. "Wir wissen, was noch alles an Qualität zurückkommt."

Obwohl die Meiendorfer überwiegend völlig harmlos agierten, war die Rumpftruppe der Gäste letztlich chancenlos. Fabian Facklam (22. Minute) und Youssef Sbou (45.) nutzten zwei Fehlerketten des OSV. "Das zweite Gegentor hatte etwas von Slapstick", sagte Kohfahl. Torwart Yalcin Ceylani hatte ohne Not zum von zwei Meiendorfern bedrängten Jan Novotny gepasst. Der Ballverlust war für den 20-Jährigen nicht zu verhindern und Sbous Schuss für Ceylani nicht mehr zu halten.

Neben all den Fehlpässen und Abstimmungsschwierigkeiten gab es bei den Gästen aber auch positive Ansätze zu sehen. Novotny und Mudgteba Laqmani sind auf dem Weg, zu einem Innenverteidiger-Duo von Oberligaspitze zu werden. Novotny überzeugte schon gegen "BU" trotz seines Fehlers vor dem Gegentor mit gutem Stellungsspiel und enormer Zweikampfstärke. Laqmani untermauerte gleich in seinem ersten Pflichtspiel für den OSV seinen Anspruch, zum Führungsspieler zu reifen. Mit seinen vielen Kommandos und Anfeuerungen hat er die Zeichen der Zeit erkannt. Charaktere wie er müssen gemeinsam mit Kohfahl aufpassen, dass die Stimmung in der jungen Mannschaft nicht kippt, bevor die Leistungsträger wieder helfen können.

Gänzlich entspannen wird sich die Personallage frühestens in zwei Wochen. Bis dahin wird der eine oder andere Spieler auch angeschlagen auflaufen müssen - ohne die Aussicht, ausgewechselt zu werden. In Meiendorf etwa saßen nur Kevin Ebner (Reserve) und Marco Sellmann (Alte Herren) auf der Bank. "Am Ende fehlte dann die Kraft, den Ball über die Linie zu drücken", sagte Ziolek. Er besaß die erste Großchance des OSV - vier Minuten vor dem Abpfiff.

Meiendorfs Coach Matthias Stuhlmacher ist noch bei der Seniorenmannschaft der TSV Reinbek aktiv, spielt am 25. August um die Norddeutsche Meisterschaft. "Wir hätten den Meiendorfer SV heute zerlegt", sagte der 43-Jährige nach einer Partie, die mit Oberligafußball nicht viel zu tun hatte.

Oststeinbeker SV: Ceylani - H. Eren, Novotny, Laqmani, Barlak - Ziolek, Meier - Jeremejev, Özbek (82. Ebner), L. Monteiro - Murati (90. Sellmann).

( (aba) )

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