Bad Oldesloe

Der FFC Oldesloe gewinnt sein letztes Zweitligaspiel

Fußballerinnen verabschieden sich mit 1:0-Erfolg gegen SV Meppen. Fünf Funktionäre und neun Spielerinnen verlassen den Verein. Denn der Abstieg in die Regionalliga Nord ist längst besiegelt.

Bad Oldesloe . Eine Ära ist im Oldesloer Kurparkstadion zu Ende gegangen: Sechs Jahre liefen die Fußballfrauen des FFC Oldesloe in der Zweiten Bundesliga Nord auf - der Abstieg in die Regionalliga Nord ist längst besiegelt. Mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg über den auf Rang drei liegenden SV Meppen verabschiedete sich das Tabellenschlusslicht vorerst aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse. "In jedem Ende liegt aber die Chance für einen Neuanfang", sagt die Vorsitzende Anja Völker. Sie will den Verein mit Talenten aus der Region innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder in die Zweite Bundesliga zurückführen. "Wir wollen weiterhin leistungsbezogenen Fußball bieten - und das so hoch wie möglich", so Völker. "Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen."

Die Mannschaft bricht auseinander - das war zu erwarten. Trainer Michael Clausen wird neuer Jugendkoordinator beim SV Eichede. Sabine Bohnsack (bisher Trainerin der A-Junioren der FSG Garbek-Westerade) wird gemeinsam mit Dirk Weißler, Trainer der zweiten Mannschaft, übernehmen.

Trotz des Abstiegs werden einige Spielerinnen dem FFC weiterhin die Treue halten. Torfrau Jennifer Weber will ebenso wieder im Kurparkstadion auflaufen wie Vanessa Hamed, Malin Hegeler, Janine Gauer, Kristin Engel, Gaitana Lippert und Carina Wolfgramm.

Auch die Langzeitverletzten Sandra Willems (Knie-Operation) und Denise Lehmann (Bandscheibenvorfall) werden ins Team zurückkehren. Zudem kann die Vereinsführung Neuzugänge vermelden: Femke Steffen und Ricarda Brüggen (beide SG Trave) werden in die Kreisstadt kommen, ebenso Sabrina Riesel vom TSV Zarpen und Jennifer Schackow von der Handballabteilung des SV Preußen Reinfeld. "Eine alte Weisheit bewahrheitet sich: Gute Handballspielerinnen können auch mit dem größeren Ball umgehen", sagt Manager André Niemann.

Eine Spielszene wird für Claudia Wenzel unvergessen bleiben: In der 88. Minute flog ein Schuss von Meppens Nangila scheinbar unaufhaltsam Richtung Oldesloer Tor. Torfrau Friederike Wiener war bereits geschlagen. In letzter Sekunde rettete Wenzel mit einem spektakulären Flugkopfball den Oldesloer Sieg.

Nach der Partie blieb die 42-Jährige bescheiden: "Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir die Saison mit einem Sieg abschließen konnten", so Wenzel. Kristina Kucharskis Treffer in der 23. Minute geriet fast in Vergessenheit. Clausen zog nach der von allen Seiten unerwartet starken Rückrunde seiner Mannschaft - zehn der dreizehn Punkte holten sich die Stormarnerinnen in zweiten Saisonabschnitt - Bilanz. Er sagte: "Hätten wir die Hinrunde ähnlich erfolgreich gestaltet, wären wir auf einem Mittelfeldplatz gelandet."

Neun Spielerinnen, vier Trainer und ein Betreuer werden den Verein verlassen. Vera Homp wird zu ihrem Heimatverein SV Henstedt-Ulzburg zurückkehren. Frederike Wiener und Torschützin Kucharski wollen kürzer treten. Ronja Pajonk hat eine Ausbildungsstelle bei der Polizei in Eutin sicher, Gianna Nikoleit das Abitur vor Augen. Madeline Gieseler wird in Bremen und Kiel studieren.

Svenja Fritz und Sandra Runge - beide seit Gründung des Vereins im Jahre 2000 mit dabei - legen eine Pause ein, Wenzel dagegen hängt die Fußballschuhe endgültig an den Nagel. Auch die Co-Trainer André Polchow und Thorsten Scheel sowie Physiotherapeut Stephan Kummerenz verlassen den FFC, ebenso Torwarttrainer Holger Dau, der in der Hinrunde einen Herzinfarkt erlitt und sich vom sportlichen Geschehen zurückzog. Völker sagte: "Wir wünschen ihm alles Gute und sind in Gedanken bei ihm."

FFC Oldesloe: Wiener - Pajonk, Wenzel, Fritz (54. Wolfgramm), Hegeler - Hamed, Runge (57. Nicoleit) - Engel, Gieseler, Homp - Kucharski (82. Gauer).