Basketball

Ahrensburgs Mädchen gewinnen Nordtitel

U-17-Basketballerinnen bei Endrunde eine Klasse für sich. Verein gründet für Jugendbundesliga eine Spielgemeinschaft mit dem SC Rist Wedel.

Ahrensburg. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte - rechtzeitig zum 40-jährigen Bestehen der Sparte - dürfen sich die U-17-Basketballmädchen des Ahrensburger TSV mit dem norddeutscher Meistertitel schmücken. Vier Spiele - vier Siege, souverän marschierte die Mannschaft von Trainerin Ulrike Haas durch die Endrunde.

Die Stormarnerinnen liefern derzeit aber nicht nur im sportlichen Bereich Schlagzeilen. Für kommende Saison plant der Verein für die weibliche U-17-Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) eine Spielgemeinschaft mit dem SC Rist Wedel. Gespielt werden soll unter dem Namen Metropolitan Baskets Hamburg. Das bestätigte Ahrensburgs sportlicher Leiter Stefan Möller. Die drei Topvereine der Metropolregion - der Ahrensburger TSV, SC Rist Wedel und SC Alstertal-Langenhorn - werden zudem im Damenbereich kooperieren, um für den Standort Hamburg langfristig eine gesunde Basis zu schaffen.

Als Liganeuling werden die Alstertalerinnen in der Zweiten Bundesliga ebenfalls unter dem Namen Metropolitan Baskets Hamburg an den Start gehen. "Mit dem Projekt soll es zukünftig eine klar definierte Struktur in Hamburg geben", so Möller. "Wir gehen davon aus, dass die beteiligten Vereine diesen Weg langfristig mitgehen und auch aktiv unterstützen werden."

Das WNBL-Team gilt dabei als Sprungbrett für talentierte Nachwuchsspielerinnen. Trainiert wird das Team vom bewährten Duo Marc Köpp und Katharina Kühn, die in der vergangenen Saison die Ahrensburgerinnen auf Anhieb in die Play-offs geführt haben.

"Die Kooperation der Vereine und die Bildung der Spielgemeinschaft sind das Beste, was wir für den weiblichen Leistungsbasketball in der Metropole Hamburg tun können", sagt Köpp. Christoph Schmalisch (SC Rist Wedel) und Ahrensburgs Möller übernehmen gemeinsam die organisatorische Leitung der neuen Spielgemeinschaft. "Diese Kooperation bietet den engagiertesten und talentiertesten Nachwuchs-Spielerinnen der Hamburger Basketballregion die Möglichkeit, unter besten Bedingungen miteinander zu trainieren und Spielpraxis zu sammeln", sagte Wedels Jugendwart.

Die Dauer der Spielgemeinschaft ist vorerst auf ein Jahr begrenzt. "Dann ziehen wir Bilanz und verlängern oder lassen die Spielgemeinschaft auslaufen", so Möller. Wichtig: Im Fall einer Trennung behält keiner der beiden Vereine automatisch die Lizenz für die WNBL. Beide Vereine müssten sie neu beantragen.

Trainiert wird - möglichst zentral gelegen - zweimal pro Woche. "Wir haben die Sporthalle Wandsbek und die Sporthalle Alter Teichweg in der engeren Auswahl", so Möller. Die Metropolitan Baskets Hamburg werden ihre Heimspiele abwechselnd in der Sporthalle der Ahrensburger Grundschule Reesenbüttel oder in der Wedeler Steinberghalle ausgetragen. "Hoffentlich identifizieren sich die Ahrensburger und Wedeler Anhänger schnell mit der neuen Mannschaft und unterstützen das Team an beiden Standorten", sagt Möller.

Der Deutsche Basketball Bund hat für kommende Saison den Spielmodus der WNBL geändert. "Nach der Vorrunde wird eine Hauptrunde - bestehend aus den besten vier Teams der Nord- und West-Gruppe - zwischengeschaltet", sagt Möller. Er zieht aufgrund der steigenden Anzahl der zu absolvierenden Spiele einen weiteren festen Spielort in Hamburg in Betracht.

Beim Hamburger Basketball-Verband ist man von diesem Modell ebenfalls überzeugt: "Wir begrüßen die Kooperation ausdrücklich und freuen uns, dass die Leistungsentwicklung im Mädchenbasketball neue Impulse bekommt", sagt Vizepräsidentin Brigitte Schwemmler. Landestrainer Alexander May pflichtet ihr bei. Er sagt: "Für die leistungssportliche Entwicklung des Mädchenbereiches ist das genau der richtige Schritt. Ich erhoffe mir, dass so langfristig ein Unterbau für unser Damen-Basketball-Bundesliga-Projekt entsteht und sich alle Hamburger Vereine mit der WNBL und der DBBL identifizieren."

Die Saison ist nun endgültig vorbei - die Planungen für die kommende Spielzeit können beginnen. Fest steht: Lilly Stenzel und Merle Schrader werden nicht zur Verfügung stehen. Die WNBL-Spielerinnen planen einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt.

Ahrensburgs WNBL-Leistungsträgerinnen Clara Schwartz, Jasmin Zimmermann und Merle Bitter werden als heiße Kandidatinnen für das Bundesligateam der Metropolitan Baskets Hamburg gehandelt. Carsten Schittkowski, Trainer der ersten ATSV-Damenmannschaft, wird jüngere Spielerinnen wie Chelsea Darko, Charlotte Behmer oder nach ihrer Genesung auch Karina Kellermann behutsam in sein Regionalligateam einbauen. "Und einige unserer U-15-Spielerinnen stehen kurz vor dem Sprung in den erweiterten WNBL-Kader", so Möller.

Ihren Abschied hat Ahrensburgs Urgestein Ulrike Haas verkündet. "Sport und Beruf lassen sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr miteinander vereinbaren", sagt die 40-Jährige. Sie unterrichtet am Hamburger Charlotte-Paulsen-Gymnasium die Fächer Chemie und Physik.

Seit mehr als 22 Jahren ist Haas dem Basketballsport eng verbunden. "Davon habe ich die meiste Zeit in Ahrensburg verbracht", sagt die Übungsleiterin. Mit dem Titelgewinn bescherte ihr die Mannschaft ein schönes Abschiedsgeschenk. Erfolgreichste Werferin der Ahrensburgerinnen bei den Siegen gegen Noch-Kontrahent SC Rist Wedel (77:48), SV Halle (74:67), BG 74 Göttingen (94:25) sowie Basketball Berlin Süd (77:48) waren Jasmin Zimmermann mit 74 Punkten vor Merle Bitter (70) und Nora Reimann (42).

Ein Blick auf die Abschlusstabelle offenbart: Ahrensburg als Titelträger und Wedel als Vizemeister kann den Beginn einer erfolgreichen gemeinsamen Zukunft bedeuten.

Endrunde

Ahrensburger TSV - Basketball Berlin Süd 77:48
SC Rist Wedel - BG 74 Göttingen 89:37
Basketball Berlin Süd - SV Halle 53:59
BG 74 Göttingen - Ahrensburger TSV 25:94
SV Halle - SC Rist Wedel 50:69
BG 74 Göttingen - SV Halle 42:45
SC Rist Wedel - Basketball Berlin Süd 63:49
SV Halle - Ahrensburger TSV 67:74
Basketball Berlin Süd - BG 74 Göttingen 66:56
Ahrensburger TSV - SC Rist Wedel 54:47
1. Ahrensburger TSV 4 299:187 8
2. SC Rist Wedel 4 268:190 6
3. SV Halle 4 221:238 4
4. Basketball Süd Berlin 4 216:255 2
5. BG 74 Göttingen 4 160:294 0