Hockey

Ahrensburgs Schlussoffensive kommt zu spät

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Arne Bachmann

Die Hockeyherren müssen sich gegen 1. Kieler HTC nach zweimaligem Rückstand mit 2:2 begnügen. Fünftes siegloses Spiel in Folge.

Ahrensburg. Auf den Abpfiff folgte ein Moment der Ruhe, dann gab es aber doch Applaus für die Hockeyherren des THC Ahrensburg. Die Zuschauer am Ostring honorierten nach dem 2:2 (1:2) gegen den 1. Kieler HTC die engagierte Leistung der Stormarner in der Schlussphase, in der sie aus einem Rückstand fast noch einen Sieg gemacht hätten. Bei der Mannschaft selbst schien dagegen der Ärger zu überwiegen. Der Ärger, von den letzten Minuten abgesehen nicht immer alles gegeben zu haben.

Hätte Jochen Schaller kurz vor dem Ende den Ball richtig getroffen, vielleicht wäre das Fazit der Spieler ganz anders ausgefallen. Dann hätte man den ersten Sieg seit vier Partien als einen Erfolg des Willens verbuchen können, denn vor allem Schaller war es, der in der zweiten Halbzeit erst auf die Zähne biss und sie dann zeigte.

Die Geschichte begann sieben Minuten vor dem Pausenpfiff, als der Angreifer den Ball von einem Kieler an das Schienbein bekam und ausgewechselt werden musste. Erinnerungen wurden wach an eine ähnliche Szene aus dem Spiel gegen den HC St. Pauli (2:5), die Kapitän Malte Jansen dazu zwang, gegen die Kieler zu pausieren.

Ihren Lauf nahm die Geschichte, als Schaller in der Pause erste Geh- und Laufversuche aufnahm und in der 41. Minute wieder das Feld betrat. Im Laufe der packenden Schlussphase, die mit dem Ausgleichstreffer durch Jan Neuber (64. Minute) eingeläutet wurde, lief der 44-Jährige zur Mittellinie zurück und unterbrach - über den Kunstrasen rutschend - einen Kieler Angriff. Beifall vom Publikum. Den Haken an der Szene benannte Spielertrainer Florian Führer: "Während des Sprints hat er Mitspieler überholt, die 20 Jahre jünger sind."

Mit der vergebenen Großchance nach 68 Minuten endete die Geschichte als eine unvollkommene. "Die Gelegenheit hätte ich nutzen müssen. Vielleicht war es sogar zu leicht", sagte Schaller, der seine Schmerzen während der Partie mit Eis betäubt hatte. "Heute Abend geht es mir wahrscheinlich nicht mehr so gut."

Zwar verpassten die Ahrensburger den Sprung in das gesicherte Mittelfeld der Oberliga. Immerhin aber wahrten sie den Drei-Punkte-Vorsprung auf die Kieler, von denen sie sich schon im Hinspiel 2:2 getrennt hatten. Führer: "In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Kiel schlagen können." Der Coach wusste aber auch einzuschätzen, dass das Spiel ebenso gut hätte verloren werden können. In der 56. Minute hatte Torwart Jannik Wolgast mit einer starken Parade den Treffer zum 1:3 verhindert. "Am Ende können wir froh über den Punkt sein", so Führer.

Die Gäste, die von einigen mitgereisten Anhängern unterstützt wurden, waren nach sechs Minuten in Führung gegangen, als sie eine eigentlich missglückte Strafecke nutzten. Der Ausgleich durch Führer ließ nur fünf Minuten auf sich warten und kam auf ähnliche Weise zustande. Die erste richtige Chance danach nutzten die Landeshauptstädter zum 1:2 (26.).

Mehr und mehr kam in der Folge die Hektik auf, die sich wie ein roter Faden bis zur letzten Sekunde durch die Begegnung zog. Zwischenzeitlich spielten beide Teams in Unterzahl, die Schiedsrichter verteilten insgesamt vier Gelbe Karten und stießen nur selten auf die Zustimmung der Teams.

Auch in der letzten Szene zogen die Unparteiischen Unmut auf sich. Obwohl sich bei einer abermals missratenen Strafecke einige Kieler zu früh von der Mittellinie gelöst hatten, entschied das Gespann nicht auf Wiederholung.

Beim schweren Auswärtsspiel gegen den Marienthaler THC (Sonnabend, 4. Mai, 12 Uhr, Bei den Tennisplätzen) gilt es für die Stormarner, sich wieder über 70 Minuten auf die eigenen Stärken zu besinnen. Spätestens eine Woche darauf muss beim Schlusslicht THC Horn Hamm wieder ein Sieg her.

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