Lütjensee

Jim Mauz siegt in bestechender Form

12-jähriger Fechter vom FC Lütjensee gewinnt bei Landesmeisterschaft. Auch Paulina Daniel, Anna Sophia Odinius und Moritz Fröhlich holen Titel.

Lütjensee. Jim Mauz ballt die linke Faust und reißt sich die Maske vom Kopf. Der Zwölfjährige hat mit seinem Säbel gerade den entscheidenden Treffer gesetzt. Umständliches Rechnen bleibt dem jugendlichen Fechter vom FC Lütjensee zum Glück erspart: Der 14. Sieg im 14. Gefecht bedeutet den Gewinn des Landesmeistertitels in der Altersklasse Schüler 2001 Herrensäbel.

Friederike Janshen ist begeistert. "Jim hat sich den Titel verdient.

Die meisten seiner Gefechte gewann er gegen ältere B-Jugendliche", sagt seine Trainerin im Hinblick auf die Zusammenlegung der beiden Altersklassen. Zu wenig Starter bei den Schülern 2001 zwangen die Organisatoren zu dieser Entscheidung. Friederike Janshen sagt dazu: "Inoffiziell darf Jim sich jetzt Landesbester der B-Jugendlichen nennen."

Familie Mauz wohnt in Kuddewörde. Den gut sieben Kilometer langen Schulweg zum Gymnasium Trittau nimmt Jim gern in Kauf. Der Sechstklässler sagt: "Neben dem Schulfach Sport gefallen mir die Philosophiestunden sehr gut." Er liefert auch gleich die passende Begründung: "Im Unterricht suchen wir Antworten auf alltägliche Fragen, die mit unserer Existenz und Umwelt zu tun haben", sagt Jim. Vor vier Jahren kam der Zwölfjährige das erste Mal mit dem Fechtsport in Kontakt. "Jim und ich folgten einer Einladung des FC Lütjensee zum Tag der offenen Tür. Wir waren beide sofort vom Fechtsport begeistert", sagt Sabine Mauz und fügt an: "Mein Sohn war mir nur noch zu jung für das abendliche Training."

Zwei lange Jahre musste Jim sich gedulden, dann startete Janshen am Gymnasium Trittau eine Fecht-Arbeitsgemeinschaft. Jim machte schnell Fortschritte. Vor knapp einem Jahr trat er dem Lütjenseer Verein bei, dem seine Mutter seit Anfang März als zweite Vorsitzende vorsteht. Familienintern scheint dies von geringfügiger Bedeutung: Auf der Rückfahrt aus Itzehoe herrschte bei der Familie Mauz Uneinigkeit, wo der Titelgewinn des Sohnes gebührend gefeiert werden soll. "Meine Mutter wollte uns unbedingt in ein asiatisches Restaurant einladen", erinnert sich Jim,"ich hatte aber viel mehr Appetit auf einen Hamburger mit Pommes."

Der Filius setzte sich durch und so landete Familie Mauz letztlich in einer Filiale einer bekannten amerikanischen Fastfood-Kette.

Bei den Landesmeisterschaften in Itzehoe überzeugten neben Jim noch weitere Fechter des FC Lütjensee: Anna Sophia Odinius setzte sich im Wettbewerb Schüler 2001 Damenflorett durch. "Der Erfolg war für mich schon überraschend", sagt die elf Jahre alte Schülerin des Gymnasiums Trittau. Der zwei Jahre jüngere Moritz Fröhlich gewann mit dem Herrenflorett den Wettbewerb in der Altersklasse Schüler 2003 - vor seinem Vereinskameraden David Riedel. Der in Trittau lebende Moritz sagt: "Am nächsten Tag waren meine Freunde begeistert. Auch für sie ist der Titelgewinn etwas Besonderes."

Wie Anna Sophia lebt auch Paulina Daniel in der Gemeinde Lütjensee. Sie holte in der B-Jugend 1999 mit dem Damensäbel den Titel. Die Sechstklässlerin der Ahrensburger Stormarnschule verwies dabei ihre ärgste Konkurrentin Alisa Drescher vom Kieler MTV auf den zweiten Rang. "Wir haben oft gegeneinander gefochten. Zum Glück lief es für mich diesmal besser", sagt Paulina Daniel. Für den 13-Jährigen Fabian Carsten war es das zweite Turnier, an dem er teilnahm. Er gewann mit dem Herrensäbel die Silbermedaille in der Altersklasse B-Jugend 1999.