Persson glänzt mit Fair Play

Badmintonspieler des TSV Trittau verpasst durch seine Ehrlichkeit Finale um deutsche Meisterschaft

Trittau. "21:20 für Jonathan Persson", entschied der Schiedsrichter. Im Halbfinale um die deutsche Badmintonmeisterschaft der Altersklasse U 19 bedeutete das Matchball für den Athleten des TSV Trittau. Doch statt sich auf den möglicherweise letzten Ballwechsel im Entscheidungssatz gegen den an Nummer eins gesetzten Lars Schänzler (TV Refrath) zu konzentrieren, tat er das, was nur wenige tun würden - er gab zu, den Federball auf der Linie gesehen zu haben. Der Spielstand drehte sich somit zugunsten des Konkurrenten, der auch den nächsten Ballwechsel gewann. Persson blieb bei dem Turnier in Saarbrücken nur Bronze.

"Ich bin natürlich enttäuscht, es nicht in das Finale geschafft zu haben, aber ich glaube, dass ich das Richtige getan habe", sagte Persson, der sich gegenüber den jüngeren Sportlern in einer Vorbildfunktion sieht. "Die Spieler der unteren Altersklassen müssen ja lernen, Fair-Play zu betreiben", so der 18-Jährige.

Die Aktion des Stormarners fand breiten Anklang in der Badmintonszene. Der ausrichtende Verein 1. BC Saarbrücken Bischmisheim ernannte Persson im Internet nachträglich zum Spieler des Turniers, zahlreiche Sportler und Trainer äußerten ihre Anerkennung. "Ich hätte nicht gedacht, dass das so hohe Wellen schlagen würde", sagte Persson.

Daniel Seifert, 15, gewann mit seinem Partner Bjarne Geiss (BW Wittorf) im Doppelwettbewerb U 17 die Silbermedaille. Das Duo befindet sich im ersten Jahr in dieser Altersklasse, während die im Endspiel mit 21:16, 22:20 siegreichen David Peng (1. BV Mülheim) und Max Weisskirchen (1. BC Beuel) in der nächsten Saison zu den U-19-Junioren aufrücken - der Weg zur Goldmedaille wäre dann frei.

Zu Bronze reichte es für Nadine Cordes (U 17) an der Seite der nicht auf das Doppel spezialisierten Luise Heim (BSG Neustadt). "Man hat beiden angemerkt, dass sie nicht an eine bessere Leistung geglaubt haben", sagte Trittaus Abteilungssprecherin Sabina Persson. Künftig soll es für die 17-jährige Cordes höher hinausgehen - mit einer anderen Partnerin.