Oststeinbeker SV verliert nach 2:0 noch 2:3

Volleyballmänner vergeben bei Niederlage gegen TKC Wriezen drei Matchbälle. Stormarner bleiben in Dritter Liga auf Platz sechs

Oststeinbek. Daniel Prade verharrte einen Moment lang regungslos am Spielfeldrand, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Der Volleyballtrainer des Oststeinbeker SV musste erst verdauen, was sich gerade vor seinen Augen abgespielt hatte: Drei Matchbälle ließ seine Mannschaft gegen den TKC Wriezen ungenutzt liegen und gab beim 2:3 (25:20, 25:16, 25:27, 20:25, 10:15) einen schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand. "Wir haben uns dämlich angestellt. Wenn man in der Dritten Liga seine Chancen nicht nutzt, wird man knallhart dafür bestraft", sagte der Übungsleiter - und keiner widersprach.

Nachdem die Ostbek Pirates mit drei Siegen furios ins neue Jahr gestartet waren, wähnten die Zuschauer in der Walter-Ruckert-Halle ihr Team nach dem zweiten Satz bereits vor dem vierten Erfolg - zu überlegen agierten die Gastgeber und sorgten durch geschickt ans Netz gestellte Bälle immer wieder für Überraschungsmomente beim Gegner. Auch ein gut aufgelegter Oststeinbeker Trainer verschwendete keinen Gedanken an eine mögliche Niederlage, als im dritten Durchgang die Gäste unerwartet ins Spiel zurückfanden und sich als ebenbürtiger Gegner erwiesen.

Nicht nur das: Nach drei abgewehrten Matchbällen drehten die Wriezener den Spieß um und entschieden den dritten Satz für sich. Die Stormarner schienen vorerst nicht beeindruckt und erspielten sich im vierten Durchgang eine Fünf-Punkte-Führung heraus. Prade schickte Zuspieler Remigiusz Smolinski für Rene Jahrend in die Partie - ein Schachzug, der dem Spiel der Ostbek Pirates nicht die erhofften Impulse gab. Die Brandenburger holten Punkt für Punkt auf und verwandelten ihre erste Möglichkeit eiskalt zum Satzausgleich. Die Stormarner mussten somit in der laufenden Saison bereits zum siebten Mal in den Tiebreak - zum vierten Mal zogen sie den Kürzeren. Prade: "Nach der guten Leistung in den ersten beiden Sätzen haben wir den Faden verloren."

In den kommenden knapp vier Wochen ruht der Ligabetrieb für die Oststeinbeker. Zeit genug, noch einmal letzte Kräfte zu mobilisieren und sich auf die drei verbleibenden Saisonspiele zu konzentrieren. Am 9. März reisen die Stormarner zum Tabellennachbarn KMTV Eagles Kiel II, eine vom Papier her lösbare Aufgabe. "Das war es aber gegen Wriezen auch", so Prade, der sich zum Abschluss seiner ersten Saison in der neuen Dritten Liga Rang fünf erhofft.