Badminton

TSV Trittau ist sportlich schon erstligareif

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Arne Bachmann

Die Stormarner Badmintonmannschaft verteidigt die Tabellenführung in der zweiten Bundesliga. Sponsorensuche dauert an

Ahrensburg. Ein Thema wird in der Badminton-Abteilung des TSV Trittau in den kommenden Wochen sogar das sportliche Abschneiden der Zweitliga-Mannschaft überlagern: Die Sponsorensuche. Ohne zusätzliche Mittel wäre der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse nicht realisierbar. Der Erfüllung der sportlichen Voraussetzungen kommt der Verein derweil immer näher. Beim Doppelspieltag gegen den STC BW Solingen (6:2) und den BV RW Wesel (4:4) holte die Mannschaft drei von vier möglichen Punkten.

Die Trittauer belegen weiterhin den ersten Platz der zweiten Bundesliga Nord, Zweiter ist Blau-Weiß Wittorf. Beide Teams haben in den letzten vier Saisonspielen dasselbe Restprogramm vor der Brust, treffen noch auf den BC Hohenlimburg, den TV Refrath II, der sich als Tabellendritter ebenfalls noch Chancen ausrechnet, Eintracht Südring Berlin und den Hamburg Horner TV. Bei zwei Punkten Vorsprung sind die Stormarner in der Favoritenrolle. Doch soll der Aufstieg in das Oberhaus gelingen, müssen die Verantwortlichen einen besseren finanziellen Hintergrund erschaffen.

Bei der Mitgliederversammlung appellierte der Vereinsvorsitzende Axel Schulz an alle Anwesenden, bei der Sponsorensuche mitzuhelfen - in welcher Form auch immer. In dieser Woche intensiviert die Abteilung die Bemühungen. Neu erstellte Informationsflyer werden in Umlauf gebracht und erstmals in konkrete Verhandlungen eingestiegen. Abteilungssprecherin Sabina Persson gibt sich schon optimistischer als noch zum Jahreswechsel: "Wir führen Gespräche mit potenziellen Sponsoren. Diese Woche dürfte etwas passieren", sagte sie.

Gegen die Weseler verpasste der TSV in einer turbulenten Begegnung nur knapp den siebten Saisonsieg. Nach dem Erfolg im Mixed durch Nikolaj Persson und Alyssa Lim gaben die Trittauer noch eine 4:2-Führung aus der Hand - für Persson und Lim nach ihrer Energieleistung doppelt bitter. Sie schienen gegen das Duo Matijs Dierickx/Kira Kattenbeck schon geschlagen, lagen nach dem Verlust des ersten Satzes schon mit 16:20 zurück. Das Trittauer Gespann wehrte insgesamt fünf Matchbälle ab und verwandelte seinerseits den ersten Satzball. Der Entscheidungssatz ging ebenfalls hauchdünn mit 21:19 an die Gastgeber. Doch Alexander Strehse verlor ein ähnlich dramatisches Match gegen Thorsten Hukriede mit 15:21, 21:11, 20:22, ließ dabei einen Matchball liegen. Zuvor hatte der erkältete Matthew Carder in drei Sätzen gegen Tim Vaessen verloren.

Tags zuvor ließen die Stormarner dem Tabellensechsten aus Solingen keine Chance, obwohl Nikolaj Persson an der Seite von Alexander Strehse sein Auftaktdoppel und später das Mixed (mit Paulien van Dooremalen) verlor. "Nikolaj brauchte den ersten Tag, um sich wieder an das Wettkampftempo zu gewöhnen", sagte Sabina Persson über ihren Sohn. Der 21-Jährige spüre noch die Folgen nach der Verletzungspause (Bruch des Schienbeins). Gegen Wesel blieb er aber bereits schmerzfrei.

Watson Briggs stand der Mannschaft nicht zur Verfügung. Er sollte am Vorabend der Partie gegen Solingen eintreffen, verpasste aber in seiner Wahlheimat London den Flieger. Der Schotte steckte im Stau fest, schaffte es nicht rechtzeitig zum Flughafen. Die Trittauer entschieden sich dagegen, einen teuren Ersatzflug zu buchen, der Immobilienkaufmann kehrte unverrichteter Dinge zurück.

Die zweite Mannschaft der Trittauer ist auf dem Weg zur Meisterschaft schon einen Schritt weiter. Durch den überraschend deutlichen 6:2-Erfolg gegen die SG FTV/HSV/VfL 93 verteidigte sie die souveräne Tabellenführung in der Regionalliga Nord. Der Vorjahreszweite liegt zwei Spiele vor dem Saisonende drei Punke vor der SG EBT Berlin II. Gelingt der "Zweiten" im direkten Duell in der Hauptstadt (Sonnabend, 16. Februar) ein Unentschieden, hinge der Aufstieg nur noch vom Abschneiden der ersten Mannschaft ab - und von der Entwicklung in der Sponsorensuche.

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