Ahrensburger TSV setzt Aufholjagd fort

Das Schlusslicht der Handball-Oberliga der Frauen feiert mit dem ungefährdeten 29:25 bei der SG Niendorf/Wandsetal den zweiten Sieg in Folge

Ahrensburg. Janicke Bielfeldt zählt bei den Handball-Frauen des Ahrensburger TSV zu den Spielerinnen, die in einer Partie die meisten Meter zurücklegen. Die flinke Außenspielerin spekuliert in der Defensive häufig auf Balleroberungen ihres Teams und startet bereits früh zum möglichen Gegenangriff. Nicht selten rennt die 23-Jährige umsonst nach vorn, wenn der Gegner im Ballbesitz bleibt. Doch in der Oberligapartie bei der SG Niendorf/Wandsetal ging Ahrensburgs Taktik auf. Die Deckung der Stormarnerinnen stand sicher, viele Ballgewinne führten zu Kontern. Davon profitierte beim souveränen 29:25 (15:10)-Sieg besonders Bielfeldt, die siebenmal traf, oft nach Tempogegenstößen.

"Unsere Abwehr war diesmal deutlich stärker als in vielen Spielen zuvor. Das war der Schlüssel zum Erfolg", sagte die Torjägerin, die in Hamburg eine Ausbildung zur Physiotherapeutin macht. Der Sieg beim Abstiegskonkurrenten war der zweite Erfolg nacheinander. Dennoch bleibt der ATSV Schlusslicht.

Den Formanstieg hatte sich bereits beim ärgerlichen 25:31 gegen den Tabellenführer HSG Kropp/Tetenhusen vor drei Wochen angedeutet. Bielfeldt: "Dieses Spiel hat uns gezeigt, dass wir auch gegen Spitzenteams mithalten können. Danach ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen." So agierten die Gäste beim Aufsteiger von Anfang an sehr konzentriert und waren spielerisch überlegen. Beste Spielerin war Lena Teufel, die 24 Bälle abwehrte.

Niendorf führte lediglich mit 1:0, danach lag immer Ahrensburg vorn und setzte sich über 7:3 (10. Minute) und 11:5 (22.) schon früh ab. Einzig Mitte der ersten Halbzeit häuften sich kurzzeitig die Abspielfehler, doch das Team fing sich schnell wieder. "Wir haben konsequent in der Abwehr gearbeitet und waren auch vorn zielstrebig. Ich bin wirklich zufrieden", sagte Trainerin Kathrin Herzberg.

Bielfeldt, die vergangene Saison beim 35:18-Erfolg im Halbfinale des Hamburger Pokalwettbewerbs gegen einen der beiden Stammvereine der SG, den Niendorfer TSV, schon mit elf Toren beste Werferin ihres Teams gewesen war, sprach später von "mehr Sicherheit", mit der ihre Mannschaft diesmal agiert habe.

Auch direkt nach dem Seitenwechsel machte der ATSV aus drei Chancen gleich drei Tore. Niendorf kam zwar nach 42 Minuten auf 14:20 heran, doch die fleißige Lena David erzielte in dieser Phase zwei wichtige Treffer aus dem Rückraum, sodass beim Gegner die Gegenwehr erlahmte. Erst in den Schlussminuten ließen bei den Ahrensburgerinnen die Kräfte nach. Neben den Langzeitverletzten Alisa Thoß, Maren Franke und Lara Schlizio fehlten auch Jessica Fraatz (private Gründe) und die erkrankte Nele Oosting. Herzberg musste deshalb mit acht Feldspielerinnen auskommen. Abgeklärt rettete ihr Team aber die Führung über die Zeit.

Im Anschluss ließ sich die Mannschaft im Haus ihrer Trainerin verwöhnen. Bei der Weihnachtsfeier mit Lasagne herrschte beste Stimmung, die am kommenden Sonntag (15 Uhr, Heimgartenhalle) in die letzte Partie dieses Jahres gegen den Tabellenzweiten TSV Altenholz mitgenommen werden soll. Bielfeldt: "Klar sind wir dann kein Favorit. Aber wir sind heiß und wollen die zwei Punkte."

Herzberg hat sich vorgenommen, ihr Team auf einen Gegner einzustellen, der mit großer Athletik und einer exzellenten Chancenverwertung besticht. Doch soll ihre Mission "sechs Punkte bis Jahresende" erfolgreich sein, müsste ihre Mannschaft auch diese Partie gewinnen. Bielfeldt jedenfalls will ihren Turbo auch dann wieder zünden und mit hoher Laufbereitschaft ihren Teil zum erhofften Heimsieg beitragen.

Die weiteren Tore für den Ahrensburger TSV erzielten: Carolin Fischer (7/6), Nadine Grunwald, Kim Schmidhuber (je 4), Lena David (3), Melanie Schlüter und Ilka Bernhardt (je 2).

Oberliga HH/SH, Frauen