Stormarn
Kreisliga : Oldesloer unterliegen SSC Hagen mit 1:4

Türkspor in ungewohnter Rolle

Nach vier Aufstiegen hintereinander muss sich der junge türkische Verein nun offenbar an Niederlagen gewöhnen.

Bad Oldesloe/Ahrensburg. Spätsommer in Stormarn, doch schon sehnt Gökhan Akdemir den Winter herbei. Zum Jahreswechsel öffnet sich ein Transferfenster, so nennen Fußballer die Zeit im Dezember und Januar, wenn Spielerverpflichtungen wieder erlaubt sind. Der Trainer des SV Türkspor Bad Oldesloe will dann so gut es geht aktiv werden. "Wir müssen dringend mehr Qualität in die Mannschaft bringen", sagte er, eine Lehre aus den ersten beiden Spielen: Null Punkte, vorletzter Tabellenplatz, es ist eine ungewohnte Situation für den Klub, der seit seiner Gründung 2005 viermal in Folge aufgestiegen ist, bis in die Kreisliga Stormarn.

Die Heimpremiere im Kurparkstadion, in das der SV Türkspor nach langen Verhandlungen vom ungeliebten Sportplatz am Masurenweg umgezogen ist, endete mit einem 1:4 (0:3) gegen den SSC Hagen Ahrensburg, das erste Saisontor von Yusuf Bilgic blieb nur ein schwacher Trost. Der Ramadan, die Fastenzeit des Islam, schwächt den türkischen Verein. Akdemir musste in der Vorbereitung zudem auf viele Spieler verzichten, die sich im Heimaturlaub erholten. Der Coach hat aber auch mit anderen Problemen zu kämpfen: "Wir müssen uns erst noch an die Kreisliga gewöhnen. Viele von uns dachten, dass es andersherum ist, dass sich die Kreisliga an uns gewöhnen muss", sagte er.

60 Zuschauer sahen eine über weite Strecken einseitige Partie, dominiert von den Gästen, die von den meisten Kennern als Titelkandidat gehandelt werden. Trainer Georg Jobmann spricht dort längst von "Luxus-Problemen", dem großen Kader zum Beispiel, dem sich nun auch wieder Gerrit Schmidt-Hartwigsen angeschlossen hat. Vor der Saison in die Oberliga Hamburg zum USC Paloma gewechselt, packte ihn früh das Heimweh, spätestens im November wird er wieder für den SSC Hagen spielberechtigt sein.

Dem SV Türkspor, sagt Akdemir, fehle es zurzeit vor allem an Selbstvertrauen, nun spürt der Klub nach seinen Erfolgsjahren erstmals Druck: Morgen Abend, im Nachholspiel beim TSV Zarpen, ist der erste Sieg Pflicht.