Stormarn
Pferdesport

Ines Jückstock nur als Ersatz zur Voltigier-EM

Die zweifache Weltmeisterin Nicola Ströh (Jersbek-Wohldorfer RVV) nahm nach einer großen Karriere tränenreich Abschied, und auch für Ines Jückstock (RFV Hoisbüttel) endete das Voltigierturnier des CHIO in Aachen mit einer traurigen Nachricht.

Ammersbek/Jersbek. - Die 36-Jährige, zwischen 1995 und 2004 je zweimal Bronzemedaillengewinnerin bei WM und EM, ist für die europäischen Titelkämpfe vom 29. Juli bis zum 2. August in Flyinge (Schweden) nur Ersatz, so entschied es Bundestrainerin Ursula Ramge.

Jückstocks Einsatzchancen bei dem Championat sind damit minimal, einmal nur hat sie selbst in ihrer langen Karriere erlebt, dass ein Reservist nachrückte. "Für mich ist es schön, wenigstens mitfahren zu können", sagte die Stormarnerin. Sollte sich vor Ort eine andere Deutsche verletzen, müsste Jückstock allerdings auf einem fremden Pferd antreten. Worldman, auf dem sie in Aachen Vierte wurde, muss zu Hause bleiben.

Beim CHIO untermauerte Jückstock hinter Siegerin Joanne Eccles (Großbritannien) sowie Anja Barwig (München) und Simone Wiegele (Neuss) ihre Stellung als drittbeste Deutsche, den Vorzug für die EM aber erhielt die 14 Jahre jüngere Antje Hill (Neuss). "Nach der Politik des vergangenen Jahres war damit zu rechnen, dass die Nominierungen so ausfallen, wie es jetzt gekommen ist", sagte Jückstock. Ramge hatte sie 2008 nicht mit zur WM genommen - mit dem Hinweis, jüngeren Athletinnen die Chance geben zu wollen, Erfahrung zu sammeln.

Für Jückstock steht nun die Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften vom 10. bis 12. Juli in Klein Partwitz (Sachsen) im Vordergrund. "Anschließend werde ich ganz normal für die EM trainieren", sagte sie.

Ströh, 2004 und 2008 Weltmeisterin, wurde nach ihrem Karriereende in Aachen vor 1200 Zuschauern feierlich verabschiedet. Kai Vorberg, zweifacher Weltmeister aus Köln, brachte der 28-Jährigen sogar ein Ständchen. "Es war sehr rührend, was alles für mich auf die Beine gestellt wurde", sagte Ströh. Ihren Rücktritt habe sie noch nicht bereut. "Ich würde es auch mit dem Beruf gar nicht mehr vereinbaren können", sagte die Projektmanagerin im Gesundheitswesen. "Schwieriger, als selbst aufzuhören, war ohnehin der Abschied von meinem Pferd." Ströh hatte Lanson, auf dem sie vor einem Jahr WM-Gold gewann, in die USA verkauft.

Bei der EM in Schweden wird Ströh doch noch einmal auf dem Pferderücken turnen: Weil sich eine Voltigiererin des VV Ingelsberg verletzte, startet sie für den bayrischen Klub im Teamwettbewerb in der Pflicht.