Stormarn
Fußball: 2:1 in der Aufstiegsrunde

Der VfL Oldesloe startet mit einem Last-Minute-Sieg

Andy Baasch und Nils Grundt treffen für die Stormarner. Nächster Gegner ist morgen der SV Frisia Lindholm.

Bad Oldesloe

Im Mittelkreis des Travestadions, wo der Untergrund eher Morast als einer Rasenfläche ähnelt, klatschte Andy Baasch mit seinen Mitspielern ab, dann machte er sich humpelnd auf den langen Weg in Richtung Kabine. 2:1 (1:0) gewonnen zum Beginn der Aufstiegsrunde zur Schleswig-Holstein-Liga, aber der Mittelfeldmann des VfL Oldesloe schüttelte den Kopf. "Auf diesem Platz kann man doch nicht Fußball spielen", sagte er. Dreimal war Baasch, der Torschütze des 1:0 (17. Minute), auf dem holprigen Geläuf umgeknickt, dann ging es nicht mehr weiter für ihn. In der zweiten Partie morgen (16 Uhr, Niko-Nissen-Stadion) beim SV Frisia Lindholm droht er mit lädiertem Knöchel auszufallen.

Von derlei Problemen aber wollen sich die Stormarner nicht aufhalten lassen auf dem Weg in die höchste Spielklasse auf Landesebene, das zeigten sie eindrucksvoll bei ihrem Auftaktsieg gegen den TSV Wankendorf. Als der VfL wackelte, als nach dem Ausgleich von Finn Ebsen (79.) ein Unentschieden das Optimum an diesem Abend zu sein schien, raffte sich die Mannschaft noch einmal auf: Flanke des kurz zuvor eingewechselten Torge Olufs, Nils Grundt hielt den Fuß hin - das 2:1 in der 90. Minute schürte die Euphorie bei den "Blauen".

"Es war wichtig, gut in die Runde zu starten", sagte Grundt, "jetzt ist alles möglich. Mit dieser Mannschaft müssen wir uns vor niemandem verstecken." Auch Trainer Reinhard Lindtner glaubt fest an sein Team, ordnete den knappen Erfolg aber eher in die Kategorie "Pflichtsieg" ein. "Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte er, "und ich denke mal, dass unsere nächsten Gegner besser sein werden als Wankendorf."

Die Oldesloer hatten ihren kampfstarken Rivalen aus dem Kreis Plön vor nur 150 Zuschauern zunächst gut im Griff, überließen den Gästen nach dem Führungstreffer jedoch die Initiative. Erst im zweiten Abschnitt fing sich der VfL, hatte aber Pech, dass Philipp Baasch erst am Pfosten und dann an Torhüter Jan Ebsen scheiterte (55., 59.). Auch Andy Baasch fand in Ebsen seinen Meister, als der Schlussmann bei einem Kopfball aus fünf Metern exzellent reagierte (65.).

"Wir hätten das Spiel vorzeitig entscheiden müssen", sagte Grundt, "am Ende habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass wir noch einmal zurückschlagen können." Gegen Frisia Lindholm, den Dritten der Verbandsliga Nord-West, wird die Mannschaft konsequenter zu Werke gehen müssen. Die Nordfriesen sind Tabellenführer, nachdem sie zum Auftakt mit 3:1 beim TSV Bordesholm gewannen.

Ob die Relegation überhaupt relevant ist, wird sich am Sonntag im Rückspiel um den Regionalliga-Aufstieg zwischen Holstein Kiel II und dem FC St. Pauli II entscheiden. Das erste Duell gewannen die Hamburger mit 1:0. Nur bei einem Erfolg Kiels rückt der Relegationssieger in die Schleswig-Holstein-Liga nach.

Lindtner kann morgen voraussichtlich wieder auf den gegen Wankendorf krank fehlenden Piet Behrens zurückgreifen, zittert neben Andy Baasch aber auch um seinen zweiten Torschützen: Grundt muss auf die Reise möglicherweise aus beruflichen Gründen verzichten.

Fans, die im Mannschaftsbus mitfahren möchten, können sich noch bis heute bei Ligaobmann Marco Thies (Telefon 0176/20 00 46 78) anmelden.

VfL Oldesloe: Brinkmann - Arndt, P. Schönfeldt, Fischer - Wetendorf (88. Olufs), Koch, Grundt, Biermann - A. Baasch (72. Grehn), Jobmann (59. D. Schönfeldt) - P. Baasch.