Pionierbrücke

Arbeiten an der Brücke über die Bille gehen weiter

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Monatelang war die Brücke über die Bille gesperrt.

Monatelang war die Brücke über die Bille gesperrt.

Foto: Undine Gerullis / BGZ gerullis

Die Pionierbrücke auf der Hamburger Seite war seit März fertig. Jetzt folgt die Reinbeker Seite. Warum so lange Stillstand war.

Reinbek/Bergedorf.  Noch liegt die sogenannte Pionierbrücke über die Bille im Dornröschenschlaf. Seit Monaten müssen Spaziergänger und Radfahrer auf die beliebte Verbindung vom Bergedorfer Gehölz in den Krähenwald verzichten und lange Umwege in Kauf nehmen, um von Reinbek nach Bergdorf zu gelangen. Denn die Brücke ist – zumindest auf Reinbeker Seite – wegen Baufälligkeit gesperrt. Das 18 Meter lange Brückenstück auf Hamburger Seite hingegen ist bereits erneuert und wurde im März fertiggestellt.

Jetzt zieht Reinbek nach: „Am 17. Oktober beginnen wir mit den Bauarbeiten an unserem Teil der Brücke“, sagt Uwe Eckstein, Leiter des Reinbeker Tiefbauamtes. Dann wird die marode Vorderlandbrücke abgerissen. Im nächsten Schritt werden die bis zu neun Meter langen Pfähle gegründet. Die sind – wie auch der Unterbau – aus Stahl. Im dritten Schritt wird die eigentliche, 60 Meter lange und drei Meter breite Brücke auf der Ständerkonstruktion aufgebaut.

Pionierbrücke wird aus Eichenholz gefertigt

Im Gegensatz zum bereits fertigen Hamburger Brückenteil wird das Reinbeker Stück nicht aus Alu sein, sondern aus Eichenholz. „Wir halten uns an die Vorgaben der Naturschutzbehörde“, sagt Eckstein. Denn die Sumpflandschaft samt Tier- und Pflanzenwelt im Uferbereich der Bille ist besonders schützenswert, längst nicht alles ist erlaubt – vor allem kein Lärm in der Brut- und Laichzeit.

Das war auch der Grund für den Stillstand auf der Baustelle in den vergangenen Monaten. Nur zwischen Oktober bis Februar darf in dem Biotop gesägt, gehämmert und gerammt werden. Die Arbeiten werden von Hamburger Seite und vom Wasser aus durchgeführt, ein Schwimmponton wird aufgebaut. „Wenn alles nach Plan läuft, sind wir im Januar fertig“, sagt Eckstein. Nach der Bauabnahme soll die Brücke spätestens im Februar für Spaziergänger und Ausflügler freigegeben werden – nach 20-monatiger Sperrung.

Die neue Brücke soll mindestens 30 Jahre halten

Doch nicht nur die Vorgaben des Naturschutzes machte den Planern einen Strich durch die Rechnung, auch auf Hamburger Seite lief längst nicht alles glatt. So musste der Landesbetrieb Straßenbau, Brücken und Verkehr länger als erhofft auf die fertige Alubrückenkonstruktion aus Süddeutschland warten.

Auch wenn es jetzt länger gedauert hat: Mindestens für die kommenden 30 Jahre wird dann wieder Ruhe im Bergedorfer Gehölz und Krähenwald einkehren. „Solange hält die Brücke mindestens“, sagt Eckstein, der der hölzernen Konstruktion aus verleimter Eiche genau die gleiche Witterungsbeständigkeit bescheinigt wie der Alukonstruktion. Insgesamt 1,4 Millionen Euro kostet das Gemeinschaftsprojekt beider Länder. 650.000 Euro zahlt Reinbek.

( uge )

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