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Hausärzte überfordert: Mobiles Impfteam kommt nach Reinbek

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Susanne Tamm
Sophie Glässer, Bereichsleiterin Pflege, organisiert die Corona-Impfaktion im Neubau (rechts) für das SVS-Beratungszentrum.

Sophie Glässer, Bereichsleiterin Pflege, organisiert die Corona-Impfaktion im Neubau (rechts) für das SVS-Beratungszentrum.

Foto: Susanne Tamm

Die größte Praxis in der Stadt schlug Alarm – dann wandte sich der Bürgermeister ans Ministerium in Kiel. Wo und wann geimpft wird.

Reinbek. Eine Lösung für das Fiasko um die Corona-Auffrischungsimpfungen in Reinbek ist jetzt da: Die größte Hausarztpraxis in der Stadt hatte die Terminvergabe der Booster-Impfung gestoppt, nachdem sie wegen des großen Andrangs bereits bei Terminen im März angelangt war. Das Land hatte Menschen, die älter als 70 Jahre alt sind, schriftlich aufgerufen, sich für die Drittimpfung an die Hausärzte zu wenden, da die Impfzentren mittlerweile geschlossen sind.

Die Gemeinschaftspraxis am Rosenplatz aber kann parallel zum regulären Betrieb nur 50 Patientinnen und Patienten pro Woche immunisieren. Dank Überstunden konnte man die Zahl jetzt auf 65 aufstocken.

Corona News: Bürgermeister erreichte Einsatz eines mobilen Impfteams

Bürgermeister Björn Warmer, den die Ärztinnen und Ärzte alarmiert hatten, hat sich darauf an das Sozialministerium in Kiel gewandt, um den Besuch eines mobilen Impfteams in Reinbek zu erreichen. Mit Erfolg: Die Stadt erhielt die Zusage, dass am 1., 2. und 3. Dezember ein Impfteam ins Rathaus kommt.

Gleichzeitig jedoch war auch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren in Kiel darauf aufmerksam geworden, dass die Hausarztpraxen entlastet werden müssen. Das Ministerium hatte einen Aufruf an Einrichtungen und Institutionen gestartet, wo offene Impfaktionen denkbar wären.

Impfteam kommt an sechs Tagen im Dezember nach Reinbek

Fündig wurde man unter anderem in der direkten Nachbarschaft des Rathauses, bei der Südstormarner Vereinigung für Soziales (SVS) am Völckers Park 8. „Wir hatten schon zweimal die mobilen Impfteams bei uns, um unsere Tagesgäste, unsere Mitarbeiter und Kunden, die Angehörige zu Hause pflegen, zu impfen“, berichtet Sophie Glässer, Bereichsleiterin Pflege bei der SVS.

Als Bürgermeister Warmer davon erfuhr, setzten er, Glässer und SVS-Geschäftsführer Michael Schwarz sich zusammen. Ergebnis war eine Kooperation. „Denn die SVS hat eindeutig die besser geeigneten Räume“, sagt Björn Warmer. „Sie sind barrierefrei, und es gibt ausreichend barrierefreie Toiletten.“ Jetzt gibt es die offene Impfaktion an sechs Tagen im Dezember im neuen Anbau der SVS.

Das sind die Voraussetzungen für eine Booster-Impfung

„Der ist dann gerade fertig, aber noch nicht in Betrieb genommen“, erläutert Sophie Glässer. Wichtig sei, dass es keine Anmeldung gebe. Das offene Angebot richte sich an Menschen, die bisher noch keine Immunisierung gegen Covid-19 erhalten haben und an solche, die laut STIKO ihre Impfung auffrischen sollten. Aktuell sind das Menschen älter als 70 Jahre, Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Pflege- und medizinisches Personal.

Voraussetzung ist für alle Gruppen, dass die vollständige Immunisierung mindestens ein halbes Jahr und zwei Wochen zurückliegt. Zeit sollte man mitbringen: „Es kann schnell gehen oder lange dauern – wir wissen es nicht“, sagt Glässer. Die nun sechs Termine sind am 1., 2.,3. und 8. Dezember (von 9 bis 17 Uhr) sowie am 6. (10-17 Uhr) und 7. Dezember (11.30-17 Uhr).

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