Gewerbegebiet

Reinbek: Wollenhaupts Vanille-Sparte zieht 2022 um

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Das Gebäude der Wollenhaupt GmbH in Reinbek.

Das Gebäude der Wollenhaupt GmbH in Reinbek.

Foto: Wollenhaupt

In Reinbek ist zu wenig Platz. Das traditionsreiche Handelshaus investiert 18 Millionen Euro in Mecklenburg-Vorpommern.

Reinbek/Valluhn-Gallin. Die Wollenhaupt GmbH will im Frühjahr 2022 im Businesspark Valluhn-Gallin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit ihrer Vanille-Verarbeitung starten. Das teilte das Wirtschaftsministeriums in Schwerin mit. Das traditionsreiche Reinbeker Handelshaus investiert in dem Gewerbepark an der A 24 nahe der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern zu Schleswig-Holstein demnach 18 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben mit 1,7 Millionen Euro.

Der Kaufvertrag für das 33.300 Quadratmeter große Gelände war bereits 2018 geschlossen worden. „Die Räumlichkeiten in Reinbek reichen nicht aus, um weiter wachsen zu können“, hatte Nils Bohla, Prokurist und Leiter der Vanille-Abteilung bei Wollenhaupt, damals gegenüber unserer Redaktion erklärt. Von einer Erweiterung vor Ort hatte das Unternehmen offenbar aufgrund erwarteter Schwierigkeiten abgesehen: Eine Änderung des Bebauungsplans wäre erforderlich gewesen. Zuvor waren die Expansionspläne von Michaelis und Rickertsen in Reinbek auf massive Bürgerproteste gestoßen.

Weltmarktführer in der Vanille- und Teeverarbeitung zieht in neues Gewerbegebiet

Wollenhaupt ist mit damals 220 Mitarbeitern in den beiden Sparten einer der Weltmarktführer in der Vanille- und Teeverarbeitung. Reinbek hat es – neben Gewerbesteuern – den heimlichen Ruf als „Hauptstadt der Vanille“ beschert: Zehn bis 15 Prozent der Welternte durchliefen bislang alljährlich die Lagerhallen an der Gutenbergstraße. Trotz der im Vergleich zum Tee viel geringeren Absatzmenge hat die Vanille-Sparte aufgrund der hohen Preise, die für das edle Gewürz erzielt werden, einen bedeutenden Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens. Der wurde 2018 mit 80 Millionen Euro angegeben.

Im ersten Schritt startet Wollenhaupt Vanille in Valluhn-Gallin mit 55 Mitarbeitern. Dort wolle das Unternehmen auch in Forschung und Entwicklung investieren, teilte das Schweriner Wirtschaftsministerium mit. Die Nachfrage nach natürlicher Vanille war in den vergangenen Jahren stark gestiegen, zwischenzeitlich aber eingebrochen. Zeitweise lag der Preis für ein Kilogramm Vanille bei 600 Euro – deutlich über dem von Silber. Nach Schätzungen wird 80 Prozent des Weltbedarfs in Madagaskar produziert.

( /dpa )

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