Evangelische Kirche

60.000 Euro an Spenden für Kirchenprojekt in Reinbek

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Susanne Tamm
Das vorläufige Modell des Neubauprojektes zeigt, wo die Gebäude an der Kirchenallee gebaut werden sollen: In der Mitte ist das neue Gemeindehaus zu sehen, rechts neben dem alten Pastorat der Anbau des neuen Kindergartens. Dort steht heute noch der alte Gemeindesaal, der abgerissen werden soll.

Das vorläufige Modell des Neubauprojektes zeigt, wo die Gebäude an der Kirchenallee gebaut werden sollen: In der Mitte ist das neue Gemeindehaus zu sehen, rechts neben dem alten Pastorat der Anbau des neuen Kindergartens. Dort steht heute noch der alte Gemeindesaal, der abgerissen werden soll.

Foto: Sascha Borck

Die Protestanten der Gemeinde Reinbek-Mitte wagen den Sprung in die Zukunft – und werden dabei von den Bürgern unterstützt.

Reinbek. Der Anfang ist gemacht: 60.000 Euro sind in den ersten knapp drei Monaten der Spendenkampagne für das ehrgeizige Projekt „Wir bauen Zukunft“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Reinbek-Mitte bereits zusammengekommen. Das Projekt setzt sich aus drei Bauschritten zusammen: dem Neubau eines barrierefreien Gemeindehauses, dem Abriss des alten Gemeindesaals sowie dem Neubau eines größeren Kindergartens.

Pastor Ralf Meyer-Hansen blickt erfreut auf den erfolgreichen Projektstart: „Wir konnten in wenigen Wochen schon 60.000 Euro einwerben. Dass wir in so kurzer Zeit über zehn Prozent der benötigten Summe zusammen haben, hat uns selbst überrascht. Wir freuen uns sehr, dass wir so schnell so viele Menschen von unserem Projekt überzeugen und begeistern konnten.“ Gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern ist er auf potenzielle Sponsoren zugegangen, um sie als Spender zu gewinnen.

Der Neubau bietet der Gemeinde eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten

Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen bei stolzen 4,6 Millionen Euro. Der größte Teil hiervon entfällt mit etwa 2,7 Millionen Euro auf den Neubau der Kita, deren Kosten größtenteils von Stadt und Land getragen werden. Weitere 1,2 Millionen Euro sind für den Bau des neuen Gemeindesaals und 700.000 Euro für Umbau und Renovierung des Alten Pastorats veranschlagt.

Insgesamt wollen die ehrenamtlichen Fundraiser um Pastor Meyer-Hansen 500.000 Euro für den Bau eines neuen barrierefreien Gemeindesaales, die Erweiterung der Kindertagesstätte sowie die Sanierung des Alten Pastorats in der Reinbeker Kirchenallee einwerben.

Spenden von fünf bis 500 Euro

Auf dem eigens eingerichteten Spendenkonto gingen sowohl mehrere großzügige Einzelspenden ein, als auch eine Vielzahl kleinerer Summen. „Von fünf bis 500 Euro ist alles dabei“, erzählt Meyer-Hansen.

Seit etwa zwei Jahren überlegen der Gemeinderat und die Arbeitsgruppe, wie sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Reinbek-Mitte für die Zukunft aufstellen kann. Denn die Bausubstanz des alten Gemeindesaals ist mangelhaft. „Die Projekte treiben uns schon lange um“, sagt der Pastor. „Am bisherigen Gemeindesaal nagt der Zahn der Zeit, und die mangelhafte Bausubstanz aus den 1960er-Jahren könnte eine Sanierung schnell zu einem Fass ohne Boden machen.“ Einige Flächen stehen leer.

Als Baubeginn visiert die Gemeinde Anfang 2023 an

Daher haben die Ehrenamtlichen ambitionierte Pläne entwickelt: In den kommenden Jahren sollen an der Kirchenallee eine größere Kindertagesstätte mit erweitertem Angebot sowie ein neuer, vielfach nutzbarer Gemeindesaal entstehen. Der Kirchengemeinderat plant einen energieeffizienten und barrierefreien Neubau.

Der neue eingeschossige und ebenerdige Gemeindesaal soll auf der Freifläche westlich neben der Maria-Magdalenen-Kirche entstehen und als moderne Begegnungsstätte Platz für kirchliche, kulturelle und andere Veranstaltungen bieten. Dafür sollen mobile Raumtrenner eine flexible Nutzung ermöglichen. Als Baubeginn visiert die Gemeinde Anfang 2023 an.

Verdoppelung der Betreuungsmöglichkeiten in der Kita

Auf den Gemeindesaal folgt ein weiterer Neubau: In einem zweiten Schritt soll der bisherige Gemeindesaal einer neuen, zweigeschossigen Kindertagesstätte weichen. „Mit der angestrebten Verdoppelung unserer Betreuungsmöglichkeiten, der Erweiterung um eine Krippe sowie flexibleren Öffnungszeiten möchten wir dazu beitragen, Reinbek für Familien noch attraktiver zu gestalten“, erläutert Meyer-Hansen die Beweggründe der Planer. Bisher werden in der kirchlichen Einrichtung etwa 40 Kinder von drei bis sechs Jahren in zwei Gruppen betreut.

Bis die neue Kita fertig ist, soll der Betrieb in der heutigen Einrichtung weiterlaufen. Die Kinder bekommen dann einen direkten Blick auf die Baustelle: für die Lütten eher spannend als störend, ist sich der Pastor sicher. Allerdings ist auch geplant, dass an Tagen mit hoher Lärmbelästigung die Erzieherinnen mit den Kindern Ausflüge machen sollen.

Die Kinder bekommen spannende Einblicke in den Bau ihrer neuen Kita

„Wir freuen uns über alle, die diese Vision für die Zukunft unserer Gemeinde auch zu ihrem Projekt machen und werden in den kommenden Wochen weiterhin fleißig die Werbetrommel rühren“, sagt Meyer-Hansen. Wenn das Projekt weiterhin so erfolgreich läuft, stehe einem Baubeginn des neuen Gemeindesaals für das erste Halbjahr 2023 nichts im Wege.

Weitere Informationen im Internet unter www.reinbek-mitte.de, Spendenkonto: KG Reinbek-Mitte, IBAN: DE14 5206 0410 8706 4460 19, Verwendungszweck „Zukunft Reinbek-Mitte“.

Gemeinde Reinbek-Mitte

Die Kirchengemeinde Reinbek-Mitte ist die älteste von vier evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Reinbek und gehört als Teil des Kirchenkreises Hamburg-Ost zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

Heimat der Gemeinde ist die 1901 eingeweihte Maria-Magdalenen-Kirche (Kirchenallee 1).

Inhaltliche Schwerpunkte sind die Kirchenmusik sowie die Kinder- und Jugendarbeit.

Die Kirchengemeinde führt einen eigenen Kindergarten und ist zudem dem Pfadfinder-Stamm Dietrich Bonhoeffer verbunden, Teil des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder.

Darüber hinaus ist die Kirchengemeinde Träger der beiden städtischen Friedhöfe in Alt-Reinbek und Neu-Schönningstedt.

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