Immobilien

Maklerin mit Herz gibt Tipps für den Erfolg

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Undine Gerullis
Zeit, neue Wege zu gehen, die Ausbildung in der Maklerbranche zu professionalisieren, findet Korinna Pipping (63).

Zeit, neue Wege zu gehen, die Ausbildung in der Maklerbranche zu professionalisieren, findet Korinna Pipping (63).

Foto: Privat

Korinna Pipping führte 30 Jahre lang erfolgreich ein Immobilienunternehmen und erklärt im VHS-Kurs, was es dafür braucht.

Reinbek. Makler haben ein Imageproblem: Sie gelten als arbeitsscheu und geldgierig. Vorurteile, die Korinna Pipping kennt und „die manchmal leider auf einige schwarze Schafe zutreffen“, wie sie bedauert. Die 63-Jährige hat 30 Jahre lang selbstständig als Maklerin gearbeitet, ist eine Institution auf dem Gebiet. 2017 hat sie ihr erfolgreiches Reinbeker Unternehmen mit zwölf Angestellten in jüngere Hände übergeben. Die Marke Pipping lebt seitdem weiter.

Eine Maklerin sagt, wie man erfolgreich Immobilien verkauft

In ihrer aktiven Zeit hat Korinna Pipping 6500 Objekte verkauft – von Sylt bis Mallorca. Die meisten aber in Reinbek, Wentorf, Aumühle und Umgebung. „Es gibt kaum eine Straße, in der ich keine Wohnung, kein Haus oder Hof besichtigt habe“, sagt Pipping. Eines ihrer Highlights war das Jagdhaus in Friedrichsruh, ein geschichtsträchtiger Ort, für das sie gleich zweimal einen Käufer fand.

An ihrem Erfahrungsschatz, möchte sie jetzt Interessierte teilhaben lassen: Am 30. September will sie mit dem Vortrag „Immobilienmakler: Ein Beruf für mich?“ bei der Volkshochschule Sachsenwald mit Vorurteilen aufräumen und beschreiben, was es braucht, um als Makler erfolgreich zu sein. Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr, Klosterbergenstraße 2a.

Floristin mit drei Läden in Bergedorf und Lohbrügge

„Zuallererst braucht es eine fundierte Ausbildung, Erfahrung und Fleiß“, sagt sie. Sie selbst sei ein absoluter Immobilienliebhaber mit Sachverstand in Bauangelegenheiten. Dabei waren die Umstände eher tragisch, die Pipping in diesen Beruf brachten. Von Hause aus war die Powerfrau Floristin mit drei Läden in Bergedorf und Lohbrügge. Durch einen schweren Unfall konnte sie nicht mehr schwer tragen. Sie machte eine Weltreise, landete auf Mallorca, ihrer zweiten Heimat, und stieg dort in das Immobiliengeschäft ein. Von Anfang an war der Erfolg auf ihrer Seite, erarbeitete sie sich den Ruf „Maklerin mit Herz“.

„Oft steckt hinter einem Hausverkauf eine traurige Geschichte. Ich habe den Menschen zugehörtet, geholfen und sie ein Stück begleitet.“ Besonders hilfreich dabei war ihr großes Netzwerk. Neben Sachkenntnis und Feingefühl war Fleiß ihr Schlüssel zum finanziellen Erfolg. „Ich war bereit, sieben Tage in der Woche zu arbeiten. Wer aber denkt, man verkauft zwei Häuser und schon fährt man Porsche, liegt falsch, ist unseriös und tut der Branche nicht gut.“ Sie setzt sich deshalb auch für einheitliche Ausbildungsstandards in der Branche ein.

Der Kunde dürfe niemals unter Druck gesetzt werden

„Einen guten von einem schlechten Makler zu unterscheiden, ist eine der größten Herausforderungen beim Hausverkauf“, sagt Alexander Krolzik, Leiter der Abteilung Immobilienfinanzierung bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Er empfiehlt, keine Scheu zu haben, den Makler nach Aus- und Weiterbildungen zu fragen. „In jedem Fall sollte der Makler den Kunden individuell und seiner Lebenssituation entsprechend beraten. Manchmal gibt es bessere Lösungen als allein den Hausverkauf“, weiß Krolzik.

Niemals dürfe der Kunde unter Druck gesetzt, warnt auch der Immobilienverband Deutschland. Deutschlandweit schätzt der IVD die Zahl der Makler auf 12.000, die meisten konkurrieren in den Ballungszentren um begehrte Immobilien und müssen sich immer mehr einfallen lassen, um Kunden zu gewinnen. Dennoch: „Für die Mehrzahl unserer 6000 Mitglieder ist laut einer Umfrage Makler nach wie vor ihr Traumberuf“, sagt IVD-Sprecher Heiko Senebald.

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