Verkehr

Anwohner des Recyclinghofs in Reinbek protestieren weiter

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Bei der Übergabe der Listen durch Jörg Klug (l.) an Volker Dahms (r.) und Nikolaus Kern unterschreibt dieser selbst noch.

Bei der Übergabe der Listen durch Jörg Klug (l.) an Volker Dahms (r.) und Nikolaus Kern unterschreibt dieser selbst noch.

Foto: Susanne Tamm

Unterschriften-Aktion gegen Belastung durch Anlieferungsverkehr. Umzug längst beschlossen. Politik vertagt das Thema aber.

Reinbek. Jörg Klug und seine Nachbarn können es nicht fassen: Die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 14. September ist wegen mangelnder Themen abgesagt worden. „Wenn ich an die kommende Laubsaison denke, wird mir ganz anders“, sagt Jörg Klug. „Das halten wir an der Glinder Straße nicht mehr aus.“ Denn am Ende der Sackgasse sorgt der Recyclinghof der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) für Staus, zugestellte Ein- und Ausfahrten, Lärm- und Abgasbelastung.

Deshalb hat Klug am Wochenende spontan 79 Unterschriften dafür gesammelt, dass endlich der Beschluss vom Juni 2020 für einen neuen Standort des Recyclinghofs realisiert wird, und sie gleich am Montag an FDP und SPD überreicht. Den Grünen wollte er die Unterschriften per Post zusenden, CDU-Fraktionsvorsitzender Patrick Ziebke holte sich die Sammlung am Montag noch ab.

Thema wurde wegen Beratungsbedarfs vertagt

Die Standortverlagerung des Recyclinghofs sollte eigentlich schon längst angeschoben sein. „Das ist politischer Wille, dass das zeitnah passiert“, bestätigt CDU-Fraktionschef Patrick Ziebke. „Das ist überhaupt nicht strittig, und wäre und nicht die Corona-Pandemie dazwischen gekommen wären wir schon weiter.“

In der jüngsten Sitzung hatten die Grünen Klärungsbedarf: Sie haben den wasserrechtlichen Aspekt des von ihnen bevorzugten nördlichen Standorts vermisst. Daher wurde das Thema vertagt. Jetzt hängt es nochmals in der Warteschleife, weil es für die Sitzung nur dieses diskussionsträchtige Thema und keine neuen Erkenntnisse gab.

Liberale sind für den südlichen Standort

„Das ist zwar satzungskonform, aber unklug und politisch nicht nachvollziehbar“, sagte SPD-Fraktionschef Nikolaus Kern gestern. Selbst als Schönningstedter unterzeichnete er noch schnell die Liste. „Einer Abfallentsorgung im Wasserschutzgebiet werden wir nicht zustimmen.“ Für die FDP sieht Volker Dahms das ähnlich: „Man braucht keine Glaskugel, um zu erkennen, dass die Auflagen dort viel zu teuer wären. Die AWSH wird fordern, dass die Stadt diese Kosten tragen wird.“

Daher seien die Liberalen für den südlichen Standort. Dort würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und auch umweltverträglich weitere Gewerbeansiedlung ermöglichen können, sagt Kern.

( st )

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