Feuerwehr

Die „neue Königin“ von Reinbek ist einsatzbereit

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Da standen sie noch nebeneinander, die beiden Drehleitern der Feuerwehr Glinde und der Feuerwehr Reinbek. Die Reinbeker Kameraden haben ihre Drehleiter jetzt in Dienst gestellt.

Da standen sie noch nebeneinander, die beiden Drehleitern der Feuerwehr Glinde und der Feuerwehr Reinbek. Die Reinbeker Kameraden haben ihre Drehleiter jetzt in Dienst gestellt.

Foto: René Soukup

Zusammenarbeit spart Kosten: 30 Prozent günstiger hat die Feuerwehr Reinbek durch die Kooperation mit Glinde die Drehleiter bekommen.

Reinbek. Wenn sie vorbeifährt, bekommen nicht nur kleine Leute, sondern auch ausgewachsene Technikfans leuchtende Augen. Seit Montagabend ist sie offiziell auch einsatzbereit: Die Freiwillige Feuerwehr Reinbek hat ihre neue Drehleiterfeierlich in Dienst gestellt. Liebevoll wird sie von den Kameraden die „neue Königin“ genannt.

Mittlerweile sind alle 27 Maschinisten, die hinter dem Steuer des 320-PS-starken Fahrzeugs sitzen dürfen, geschult. Auch die übrigen Einsatzkräfte, die mit ihm arbeiten, kennen jetzt alle Handgriffe und technischen Raffinessen.

Feuerwehren sparen den Kommunen Geld durch die Kooperation

Wie berichtet, haben die Städte Reinbek und Glinde ihre beiden Drehleitern gemeinsam angeschafft, und konnten durch die gemeinsame Bestellung den Preis um rund 30 Prozent auf jeweils 931.000 Euro drücken. Dennoch sind die Fahrzeuge maßgeschneidert für die die Bedarfe der beiden benachbarten Wehren und bieten den ehrenamtlichen Einsatzkräften im Einsatz insgesamt und somit auch der Reinbeker Bevölkerung mehr Sicherheit. Die Feuerwehrleute erreichen mit der neuen Drehleiter jetzt Höhen von bis zu 32 Metern.

Um die erforderliche Hightech-Ausstattung sorgfältig zu planen waren viele Treffen und Stunden nötig. Seit 2017 haben die Reinbeker ihre Fahrzeuge mit Fahrgestell der Firma MAN und einem Aufbau der Firma Rosenbauer in Karlsruhe konfiguriert. Es wiegt etwa 16 Tonnen.

Fünf Menschen finden Platz in dem Rettungskorb

Gegenüber ihrer Vorgängerin, Baujahr 2001, die die Stadt Reinbek nun verkaufen will, hat die Drehleiter viele Vorteile. „Wenn wir damit zum Beispiel einen Brand in Industrieanlagen löschen, benötigen wir im Korb kein Personal mehr, nutzen stattdessen den vollelektronischen Wasserwerfer“, erläutert Reinbeks Ortswehrführer Hans-Jörg Haase. Bei einer Höhenrettung aus einem Gebäude mit Verletzten können die Ehrenamtler selbstverständlich nicht am Boden bleiben.

Fünf Menschen passen gleichzeitig in den Korb, der 500 Kilogramm Nutzlast hat und mit Wasserdüsen ausgestattet ist. Die Reinbeker Retter können auch mit voller Atemschutzausrüstung problemlos von zwei Seiten hinein gelangen. Die Leiter kann auf eine Höhe von bis zu 30 Metern ausgefahren werden.

Schmuckstück der Feuerwehr hat viel Hightech an Bord

Diverse Kameras überwachen den Betrieb. „Fährt der Maschinist die Leiter aus in den dritten Stock und wieder zurück, merkt sich das System den Weg und stoppt bei einer weiteren Aktion an den entsprechenden Stellen“, erläutert der 59-Jährige weitere technische Vorteile. Haben sich Luken der Feuerwehrfahrzeuge noch nicht geschlossen, erscheinen auf einem Display im Cockpit Warnzeichen. Kettensägen, ein Hochdruckbelüfter, ein Stromerzeuger und Verkehrssicherungsmaterial sind ebenfalls mit an Bord.

( st )

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